Blutspender gesucht!

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Christian Huber bei der Blutspende.

Traunstein - Ein wenig unsicher steht Christian Huber an der Anmeldung zur Blutspende. Der 25-jährige Student aus Altenmarkt lässt sich zum ersten Mal stechen und ist ein bisschen nervös.

Doch das Team der Betreuer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Kreisverband Traunstein, kümmert sich sehr intensiv um den „Neuling“, um mit ihm künftig einen treuen Blutspender zu gewinnen. Altenmarkt und Ruhpolding gehören zu den wenigen Orten, wo sich die Zahl der Erstspender deutlich erhöht hat – in Altenmarkt über 100 und in Ruhpolding über 70 Prozent. Laut Statistik sind diese Zahlen im ganzen Landkreis, wie auch bundesweit, deutlich zurückgegangen. Deshalb wirbt das BRK dringend um Nachwuchs bei den Blutspendern, denn immer mehr treue Spender dürfen ab dem 69. Lebensjahr kein Blut mehr spenden.

Für die blonde Nicole Gramsl aus Traunreut ist das Blutspenden ein fester Termin im Kalender. Seit 17 Jahren lässt sich die Mutter von zwei Kindern regelmäßig stechen. Mit dabei ist dieses Mal ihr sechsjähriger Sohn Benedikt. „Die Brotzeit nachher mit den Wüstl ist das Beste“, erklärt er, „und wenn ich groß bin geh ich auch zum Blutspenden. Wenn andere einen Unfall haben, freun sie sich, wenn sie soviel Blut haben.“

Christian Huber hat nach knapp einer Stunde alles hinter sich: Registrierung, Fragebogen ausfüllen, Messen von Blutdruck und Temperatur , Schnelltest von Eisenwert und Blutgruppe und schließlich das Blutabnehmen. Bei der anschließenden Brotzeit wirkt er entspannter. „Ich wollt das Blutspenden einfach ausprobieren, ein Mal muss man das gemacht haben.“ Künftig aber will er öfter zum „Pieksen“ gehen, „denn ich seh ja, dass Blut gebraucht wird.“

100 Erstspender weniger

Die Blutbeutel von Christian Huber und Nicole Gamsel werden mit allen anderen in einem Kühlwagen gesammelt und am späten Abend in das Münchener Labor transportiert und dort weiterverarbeitet. Knapp 600 Erstspender notierte der Blutspendedienst des Traunsteiner- BRK-Kreisverbandes im vergangenen Jahr – fast 100 weniger als 2009. Auch die Zahl aller Blutspender im Landkreis ist rückläufig: ein Minus von über 600. „Damit wird die Bedeutung von jungen Spendern immer wichtiger“, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer. „Die Gesellschaft ist auf die freiwillige Blutspende angewiesen, denn bisher kann Blut weder chemisch noch synthetisch hergestellt werden.“ Laut Statistik brauche jeder zweite Mensch mindestens ein Mal im Leben eine Blutkonserve und jeder gehe selbstverständlich davon aus, dass er Blut bekomme. „Deshalb sollte auch jeder daran denken, dass er als Spender sofort einem Menschen hilft, der in Not ist.“

Täglich werden rund 2500 Blutbeutel in Bayerns Kliniken benötigt, um Menschen zu helfen, die dringend auf die kostbare Körperflüssigkeit angewiesen sind. Adressaten sind vor allem Verletzte bei Unfällen und Krebspatienten. Das Rote Kreuz stellt rund 80 Prozent der Blutversorgung in der Bundesrepublik Deutschland sicher und verfügt über entsprechende Vorräte für Notfälle und Katastrophen. Der Bedarf an den oft lebensrettenden Blutkonserven steigt ständig, bedingt durch zunehmende Patientenzahlen und immer mehr medizinische Eingriffe.

Blutspende ab 18 Jahren

Blutspenden kann jeder zwischen 18 und 69 Jahren, wobei man als Erstspender nicht älter als 60 Jahre alt sein sollte. Wer nach Impfungen, Operationen, Auslandsreisen oder auch bei Einnahme von bestimmten Medikamenten Blut spenden möchte, sollte die kostenlose Telefon-Hotline des BRK-Blutspendedienstes unter 0800 / 1194911 anrufen. Dort erhält jeder Spender alle wichtigen Informationen rund um die Blutspende.

Die nächsten Blutspendetermine im Februar:

  • 8. Februar in Seeon
  • 18. und 21. Februar in Traunreut
  • 23. Februar in Tacherting
  • 28. Februar im Traunsteiner BRK-Zentrum

Weitere Informationen zur Blutspende erhält man beim BRK-Kreisverband Traunstein unter der Nummer 0861 / 98973-22.

Pressemitteilung BRK-Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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