Wo bleibt der S-Bahn-Verkehr?

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Die SPD-Kreistagsfraktion fordert zusammen mit Teisendorfer Ortspolitikern bürgerfreundliche Haltestellen entlang der Bahnstrecke nach Traunstein. v.l.: Georg Quentin, Isabella Zuckschwerdt, Margitta Popp, Roman Niederberger, Bartl Mittner, Hans Rauscher, Hans Metzenleitner, Franz Lankes

Rückstetten - Viel Verkehr auf der Bahnstrecke München-Salzburg. Doch nicht alle Ortschaften sind an das Schienennetz angebunden. Nach Meinung der SPD darf das nicht so bleiben.

Auf Initiative des neuen Ortsvorsitzenden der Teisendorfer SPD Hans Rauscher trafen sich Ortsvereinsvertreter mit einer Abordnung der SPD-Kreistagsfraktion und dem Kreisvorsitzenden Roman Niederberger zu einem Lokaltermin in Teisendorf-Rückstetten. Auf der Bahnstrecke Salzburg – München herrschte zwar während des Termins ein sehr reger Betrieb, allerdings mangels eines Haltepunktes nur im Durchgangsverkehr. Nach Meinung der SPD darf das nicht so bleiben. Kreisrat Georg Quentin erinnerte daran, dass es früher schon mal in Rückstetten eine Haltestelle gab, die es Pendlern und Schülern ermöglichte, einfach und umweltfreundlich nach Traunstein zu kommen, und das zu einer Zeit, als dieser Ortsteil noch von viel weniger Menschen bewohnt war. SPD-Ortsvorsitzender Hans Rauscher wies zu Recht darauf hin, dass neben den Rückstettenern vor allem auch die Oberteisendorfer Bevölkerung von einem Haltepunkt bei Rückstetten profitieren würde, wenn zugleich ein kleiner Park-and-Ride- Parkplatz errichtet würde. „Es kann doch nicht sein, dass Politiker in Sonntagsreden den öffentlichen Personennahverkehr über den grünen Klee lobten, vor Ort aber nichts passiert“, kritisierte Franz Lankes aus Rückstetten, der sich als ehemaliger Eisenbahner aktiv für die Wiedereröffnung des Haltepunkts einsetzt. Ebenso wichtig sei es, den Bahnhof in Teisendorf für die Anwohner im Marktbereich für den Personennahverkehr zu aktivieren.

Hans Metzenleitner, der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, zeigte durchaus Verständnis für den Ärger der Betroffenen. Zumal bereits vor vier Jahren der Kreistag einem Antrag der CSU- Fraktion zustimmte, den Landrat zu ermächtigen, sich zusätzlich zum Ausbau der Strecke Salzburg – Berchtesgaden auch für einen S-Bahn-Verkehr auf den Ästen Salzburg – Traunstein und Freilassing – Laufen einzusetzen. Landrat und Kreistag waren sich einig, dass der Schienenverkehr gestärkt und dafür zusätzliche Haltestellen angelegt werden müssen. „Leider ist bis heute noch nichts erreicht worden“, bedauerte Metzenleitner. Es sei zu befürchten, dass es auch nach dem Betreiberwechsel im Nahverkehr im Dezember 2013 von der DB zu Veolia im Regionalverkehr zwischen Freilassing und Traunstein zu keinen Verbesserungen kommt. SPD-Verkehrexperte Bartl Mittner zeigte sich rundum enttäuscht von dem bisher Erreichten. „Weder das 3. Gleis in Freilassing noch der Ausbau der Trasse von Mühldorf nach Freilassing als Teil der europäischen Eisenbahn-Magistrale sind in den vergangenen 15 Jahren verwirklicht worden. Aber auch die Berchtesgadener Land Bahn (BLB) ist von einem versprochenen S-Bahn-Standard mit attraktiven Haltepunkten noch weit entfernt“, so Bartl Mittner.

„Visionen sind gut und wichtig. Wir müssen aber erst die dringend notwendigen Verbesserungen schaffen, die seit Jahren und Jahrzehnten anstehen“, so SPD- Kreisvorsitzender Roman Niederberger. Ein Milliardenprojekt wie die allseits bejubelte Regionalstadtbahn mit einer wiederbelebten Strecke am Königssee sei zwar ein schönes Fernziel. „Aber jetzt müssen wir erst die dringenden Pflichtaufgaben erledigen. Zusätzliche Haltepunkte auf den bestehenden Strecken können entscheidend zur Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in unserem Landkreis beitragen und müssen Priorität haben“, forderte der SPD-Kreisvorsitzende. Daher müssten die Beschlüsse des Kreistages nach benutzerfreundlichen S-Bahn-Verkehren auch Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Pressemitteilung SPD-Kreistagsfraktion

Quelle: chiemgau24.de

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