Polizei zu Besuch im Gymnasium

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Besonders interessierten die Schüler die verbotenen Waffen

Traunreut - Wichtiger Besuch hatte sich im Johannes-Heidenhain-Gymnasium angekündigt. Die Traunreuter Polizei gab den Schülern einen Einblick in den Polizeialltag.

Eine willkommene Abwechslung wurde diese Woche den Schülern der 10. Klassen des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums geboten: Der Leiter der Traunreuter Polizei Polizeihauptkommissar Johann Bohnert und der Jugendverkehrserzieher von der Trostberger Polizei Michael Doppelberger waren auf Einladung von Oberstudienrätin Birgit Israel zu den Gymnasiasten gekommen, um einen Einblick in den Polizeialltag zu gewähren. Einleitend erzählten die Beamten etwas zu ihrem Werdegang bei der Polizei und auch zu ihren Familien. Beide sind Familienväter und haben jeweils 2 Kinder und deshalb durchaus Verständnis für die Probleme und Nöte der Schüler.

Anschließend berichteten die Beamten über Straftaten und Vorfälle, die in Traunreuter Schulen bereits vorgekommen waren. So wurde den Zuhörern von Körperverletzungen und Diebstählen berichtet, aber auch Rauschgiftdelikte sind schon bekannt geworden. Ein zunehmendes Problem sind Schulschwänzer, die von der Polizei zuhause abgeholt und zur Schule gebracht werden müssen.

Geklärt wurde im Laufe des weiteren Gesprächs auch, wo es in Traunreut besondere Kriminalitätsschwerpunkte gibt, die für junge Leute u. U. gefährlich werden können. Dazu gehören in erster Linie Plätze, wo sich das Nachtleben abspielt, beispielsweise Diskotheken. Die meisten fanden es in diesem Zusammenhang gar nicht so schlimm, wenn man sich z.B. im Ausweis etwas älter macht, um länger wegzubleiben. Strafrechtlich ist das jedoch eine Urkundenfälschung, für die sogar eine Freiheitsstrafe vorgesehen ist.

Auch das nächtliche Weggehen schien die Gymnasiasten besonders zu interessieren . Und dem Einen oder Anderen ist sicher schon die Idee gekommen, sich auf dem Ausweis etwas älter zu machen, um nachts unbegrenzt wegbleiben zu dürfen. Dass man damit eine Urkundenfälschung begeht und mit diesem Delikt vorbestraft ist, dürfte den wenigsten bewusst gewesen sein. In diesem Zusammenhang gab Bohnert den Schülern den Ratschlag, sich nicht durch leichtsinnige strafbare Handlungen das Leben zu verbauen. Eine Vorstrafe wird einem erfahrungsgemäß im späteren Leben immer im Wege stehen. Kein Arbeitgeber dürfte erfreut sein, wenn er erfährt, dass sein zukünftiger Mitarbeiter Vorstrafen hat und eine Bewerbung im öffentlichen Dienst ist in der Regel dann sowieso ausgeschlossen.

Auch mit dem besonders heiklen Thema Rauschgift befassten sich die Beamten. Was viele nicht ahnten: Bei erwischten Drogenkonsumenten wird in der Regel eine Wohnungsdurchsuchung durchgeführt und das bleibt in aller Regel auch in der Nachbarschaft nicht unbemerkt und für die meisten Betroffenen ist das sehr peinlich. Zu den strafrechtlichen Dingen gesellen sich durch die ständige Giftzufuhr nach einiger Zeit gesundheitliche Probleme. So werden Drogenkonsumenten sehr vergesslich und das Abitur wird dann zur unüberwindlichen Hürde.

Ein weiterer Punkt, über den die Beamten sprachen, war das sogenannte Koma-Saufen. Nach ihren Worten muss ein kontrollierter mäßiger Alkoholgenuss kein Problem sein und wird in unserer Gesellschaft auch akzeptiert. Ganz anders sieht es allerdings aus, wenn sich junge Leute jedes Wochenende mit Schnaps bis zur Besinnungslosigkeit zuschütten. Die Polizei wirkt dem entgegen und kontrolliert vermehrt Veranstaltungen - besonders hinsichtlich der Alkoholherausgabe an Minderjährige und Verstöße werden natürlich angezeigt.

Auf die Gefahren im Straßenverkehr ging Doppelberger ein: Denn junge Leute sind besonders häufig in Unfälle verwickelt. Die Gründe sind oft die gleichen: Alkohol, Raserei, Imponiergehabe und Übermut in Zusammenhang mit alten Autos.

Auffällig dabei ist, dass es meist die jungen Männer sind, die betrunken schwere Unfälle verursachen und die Freundin auf dem Beifahrersitz wird in vielen Fällen verletzt. Nicht ohne Grund wurde das absolute Alkoholverbot für Fahranfänger eingeführt.

Ein weiterer Gesprächsgegenstand war die Manipulation von Zweirädern: Heutzutage ist es ein Leichtes im Internet nachzuschauen, wie man seine Maschine schneller macht . Doppelberger erzählte, dass bei den Polizeikontrollen regelmäßig Motorroller und Motorräder festgestellt werden, die zum Teil mehr als doppelt so schnell gehen, wie erlaubt. In solchen Fällen werden die Fahrzeuge sichergestellt und ein Sachverständigengutachten veranlasst. Die Kosten dafür überschreiten meist den Zeitwert des Fahrzeugs. Im übrigen sind auch Sanktionen zu erwarten, weil der Versicherungsschutz erlischt und auch keine entsprechende Fahrerlaubnis vorhanden ist.

Naturgemäß sind viele Schülerinnen und Schüler in den höheren Klassen dabei, ihren Führerschein bereits mit 17 Jahren zu machen, um dann ein Jahr mit einer Begleitperson Autofahren zu dürfen. Aus diesem Grund gab es auch viele Fragen rund um das Thema „Begleitetes Fahren“. So ist auch im Landkreis Traunstein der bayernweite Trend feststellbar, dass sich Teilnehmer dieses Projekts offensichtlich wesentlich besser im Verkehr zurechtfinden und kaum in schwere Unfälle verwickelt sind.

Ein weiteres Thema war Alkohol und Rauchen. Die meisten der Zuhörer waren überrascht zu hören, dass in Traunreut auf öffentlichen Flächen ein Alkoholverbot besteht. Verstöße dagegen werden mit einer Verwarnung geahndet und der Alkohol wird sichergestellt. Für Minderjährige ist auch das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten und wenn die Eltern das Rauchen ihrer Sprösslinge ermöglichen, dann bekommen diese eine Anzeige.

Zum Abschluss der Veranstaltung zeigten die Beamten den Schülern ein Arsenal an verbotenen Waffen und anderen Gegenständen: So war es für die meisten durchaus nachvollziehbar, dass der Gesetzgeber Gegenstände, mit denen unkalkulierbare Verletzungen zugefügt werden können, verboten hat und deren Gebrauch und meist auch der Besitz strafbar ist.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich die Schülerinnen und Schüler sehr interessiert an der Arbeit der Polizei zeigten. Viele Hinweise waren neu und machten deutlich, dass ein derartiger Unterricht durchaus sinnvoll sein kann.

PSt Traunreut

Quelle: chiemgau24.de

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