Tiermisshandlung: "Sie waren toll anzuschauen"

Traunstein - Über 20 verschiedene Tierarten hat eine 45-jährige Frau aus Übersee unter teils schlimmsten Bedingungen in ihrer Wohnung gehalten. In einem Berufungsprozess fiel jetzt erneut ein Urteil:

Über längere Zeit hat sie in ihrer Wohnung eine Vielzahl an Tieren gehalten - teilweise unter schrecklichen Bedingungen. Darunter Exoten wie Schlangen, Feuersalamander und Skorpione. Über 20 verschiedene Arten beherbergte die 45-Jährige in ihrer Wohnung, in der auch ihre Tochter lebt.

Beim Berufungsprozess am Donnerstag meinte die Angeklagte nur: "Die Tiere waren toll anzuschauen." Im Internet habe sie nachgelesen, wie man die Tiere halten müsse.

Das Veterinäramt klopfte zwischen 2008 und 2010 über 15 Mal an die Tür der 45-Jährigen, um die Tierhaltung zu kontrollieren. Dabei wurde die Angeklagte des öfteren auf die mangelnde Unterbringung der Tiere hingewiesen und zur Beseitigung aufgefordert. Anscheinend fruchtete das aber nicht. Besonders in den Terrarien bot sich den Kontrolleuren ein Bild des Schreckens: Der Boden mit Kot verschmutzt, die Leopardgeckos in den Glaskästen teilweise krank und verletzt.

Doch vor Gericht war sich die 45-Jährige keiner Schuld bewusst. Immer wieder behauptete sie, dass sie bei der Tierhaltung nichts falsch gemacht habe. Dr. Robert K., Kontrolleur vom Veterinäramt, war da allerdings anderer Meinung: "Mein Gesamteindruck bei der Kontrolle war, dass die Tiere schlecht gehalten wurden."

Am Ende wurde die Berufung mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass die Angeklagte 150 Tagessätze zu je 15 Euro zahlt. In erster Instanz wurde sie bereits zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem wurde ein Tierhaltungsverbot, ausgenommen Hunde und Katzen, gegen die 45-Jährige ausgesprochen.

Patrick Steinke

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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