Kein Bundesverkehrsminister mehr

Enttäuschung über Ramsauers Minister-Ende

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Zwei gegen Ramsauer: Schon lange war spekuliert worden, dass der Chiemgauer sein Amt an den bisherigen Generalsekretär verlieren wird.
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Landkreis - Enttäuschung in der CSU in der Region: Weil Horst Seehofer es so entschieden hat, muss Peter Ramsauer seinen Ministerposten räumen. *NEU: Statement von Ramsauer*

"Es geht manchmal brutal zu in der Politik", sagte die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig auf telefonische Anfrage unserer Redaktion.

Daniela Ludwig ist Peter Ramsauer "sehr dankbar" für die Zusammenarbeit in den letzten Jahren

"Politisch wie persönlich bedauere ich diese Entscheidung sehr. Für den Landkreis und die Stadt Rosenheim war Peter Ramsauer ein enger Verbündeter, der in den letzten vier Jahren viel vorangebracht hat", so die Abgeordnete. Als Beispiele nannte sie den A8-Ausbau, die Westtangente Rosenheim oder den Bahnübergang-Tunnel bei Reitmehring. All das sei ohne Ramsauer nicht möglich gewesen.

Im Parteivorstand der Christsozialen, in dem auch Daniela Ludwig sitzt, wurde die Entscheidung gegen Ramsauer und für Alexander Dobrindt mit der Einhaltung des Regionalproporz begründet, so die Abgeordnete. Deshalb habe Peter Ramsauer für den jüngeren Oberbayer Dobrindt (43) weichen müssen, der als Generalsekretär Seehofers Vertrauen gewann.

Somit war Ramsauer am Sonntag der große Verlierer im Minister-Karussell. Zu viele Zwistigkeiten gab es zwischen Ramsauer und dem Ministerpräsidenten, der den Minister auf einer CSU-Weihnachtsfeier mal als "Zar Peter" verhöhnt hatte.

Enttäuschung auch bei der CSU im Chiemgau

Es sei "jammerschade", so Klaus Steiner

"Kaum ein Minister hat je so viel für Oberbayern und die Region getan", sagte Klaus Steiner, der Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes Traunstein der Süddeutschen Zeitung. Daher sei es "jammerschade", dass Peter Ramsauer nicht mehr Verkehrsminister in Berlin sei. Offene Kritik an der Personalentscheidung des CSU-Chefs wollte Steiner aber nicht äußern: "Das ist der Lauf der Dinge". In der Politik gebe es immer ein Auf und Ab, sagte er der Zeitung.

Statement von Ramsauer

Nun liegt auch ein Statement von Ramsauer vor. Sein Abgeordnetenbüro veröffentlichte eine entsprechende Pressemitteilung am frühen Montagnachmittag. "Ich übergebe ein gut geführtes Haus", heißt es darin.

Welche Ämter er jetzt in Berlin übernehmen werde, entscheide sich erst über Weihnachten. Als direkt gewählter Abgeordneter wolle er sich aber weiterhin für die Menschen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land einsetzen.

Er verweist in seiner Pressemitteilung auch auf seine Erfolge für die Region: "In meiner Zeit als Minister konnte ich zahlreiche wichtige Verkehrsprojekte in unserer Heimat verwirklichen und auf den Weg bringen. Die Nordumfahrung von Traunstein sowie der barrierefreie Umbau der Bahnhöfe in Traunstein und Bad Reichenhall sind Beispiele für erfolgreich abgeschlossene Projekte. Für andere Vorhaben wie den Aubergtunnel in Altenmarkt, die Ortsumfahrungen von Trostberg und Obing, den Ausbau der A8, das dritte Gleis in Freilassing und die Durchführungsverordnung für den Flughafen Salzburg habe ich unumkehrbar die Weichen gestellt."

Das sagen unsere User

Bei den Usern unserer vier Regionalportale und auch auf unseren Facebook-Seiten gab es höchst unterschiedliche Reaktionen.

So schrieb Reinhard R. auf Facebook: "Schade, er hat in unserer Region einiges beschleunigt und in Grabenstätt wäre ohne ihn mit Sicherheit nicht so schnell die Autobahn wieder repariert worden nach dem Hochwasser". Auch Bine G. hat ein positives Bild von dem Christsozialen "Ich fand seine Aktivitäten grad bei uns sehr lobenswert! Kein Sprücheklopfer, sondern ein Macher!"

Ganz anders beurteilt das dagegen Manuel S.: "Anstatt endlich eine PKW-Maut zu schaffen und mal ein Konzept vorzulegen, läuft er nur bei irgendwelchen Eröffnungen von Prestigebauten rum!"

Eine grundlegende Kritik an der Straßenbau-Politik des bisherigen Verkehrsministers äußerte unser User Philodendron: "Es ist gut, wenn so manches (eben auch von Ramsauer mit geplantes) größenwahnsinnige und Steuergelder fressende Infrastrukturprojekt, wie beispielsweise die B15 neu, der achtspurige Ausbau der A8 und die dritte Startbahn am Flughafen München, nicht realisiert wird. Für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und Natur."

ro24/mg

Quelle: chiemgau24.de

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