Ruhpoldinger "Waldameisen" auf Platz zwei

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Chur/Ruhpolding - Die Waldameisen, eine Kindergruppe des Bergwalderlebniszentrums Ruhpolding, fuhr zur Preisverleihung des alpinen Schutzwaldpreis 2010 in die Schweiz nach Chur.

Das Bergwalderlebniszentrum erhielt erneut eine Auszeichnung für die geleistete Arbeit in der Umweltbildung. Thomas Dankemeyer, der Leiter des Bergwalderlebniszentrums in Ruhpolding zeigte sich sehr erfreut über den zweiten Platz. Das Bergwalderlebniszentrum wurde 2003 gegründet. Nach der Forstreform 2005 wurde es personell aufgestockt. Seit dieser Zeit arbeitet der Wald- und Erlebnispädagoge mit Hochdruck an der Errichtung eines Umweltbildungszentrums.

Letztes Jahr wurde mit dem Bau begonnen. Noch in diesem Jahr soll es fertig gestellt werden. In die thematische Arbeit wurde gleich nach der Reform mit Volldampf eingestiegen. Mittlerweile durchlaufen fast 6000 Schüler und ca. 2000 Erwachsene das vielseitige Programm des Umweltbildungszentrums. Neben unzähligen Projekten mit den umliegenden Schulen der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land gründete Thomas Dankemeyer auch eine Ruhpoldinger Kindergruppe, die sich den Namen „Waldameisen“ gab.

Die Kinder treffen sich regelmäßig im Wald und erfahren spielerisch so einiges über die Zusammenhänge in der Natur. Im Jahr 2010 hatten sie sich dem Thema Schutzwald zugewandt. Ein ganzes Jahr lang widmeten sie sich intensiv diesem für die Region so bedeutsamen Thema. Tatkräftig arbeiteten die Kinder im Schutzwald mit, bauten Steige, setzten Dreibeinböcke zusammen und erkannten die Zusammenhänge zwischen der Nutz- und Schutzfunktion der Wälder. Gegen Ende des Jahres wurden dann die von den Kindern gemachten Erfahrungen künstlerisch in Form von Bildern verarbeitet.

Aus diesen Kunstwerken entstand dann ein Kalender für das Jahr 2011, der wiederum in der Öffentlichkeit Verbreitung fand, so dass dieses Thema auf eine kreative Art und Weise weit gestreut werden konnte. Die Jury, der alpenländischen Forstvereine fand dieses Projekt so gut, dass es für den alpinen Schutzwaldpreis nominiert wurde.

So starteten die „Waldameisen“ am Donnerstag voller Aufregung zur Preisverleihung nach Chur in die Schweiz. Herr Dankemeyer war beeindruckt von der wohlwollenden Unterstützung des Projekts seitens der betroffenen Schulen und der Gemeinde Ruhpolding. Immerhin mussten ja die Schüler vom Unterricht befreit werden. Im Chiemgaugymnasium ebnete die Schulleitung für die teilnehmenden Kinder den Weg in die Schweiz, indem sie eine angesagte Schulaufgabe vorverlegte. Der Ausflug nach Chur war für die Waldameisen ein spannendes Abenteuer.

Insbesondere die kostengünstige Übernachtung in der Zivilschutzanlage sorgte bei den Kindern für Reaktionen, die von „cool“ bis „komisch“ alle Facetten aufwiesen. Nach der Besichtigung des Naturkundemuseums in Chur ging es dann zur Preisverleihung ins Auditorium der Graubündener Kantonalbank. Die Waldameisen hatten speziell für die Siegerehrung ein Lied vorbereitet, welches sie dann unter großen Applaus auf der Bühne darboten. Dankbar zeigte sich Thomas Dankemeyer auch über die selbstlose Unterstützung durch die Gemeinde Ruhpolding, die sehr erfreut auf den Erfolg ihres Kooperationspartners reagierte.

Viele Projekte laufen mittlerweile in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ruhpolding. Nach der räumlichen Etablierung in Ruhpolding ist geplant, diese Zusammenarbeit mit der Gemeinde weiter auszubauen. Ruhpolding stellt einen idealen Ort für ein Umweltbildungszentrum dar! Eingebettet in eine bezaubernde Landschaft bietet dieser Ort neben den vielen sportlichen Highlights auch das ideale Umfeld, um die forstliche Bildungsarbeit glaubwürdig zu vermitteln. In der Umweltbildungsszene ist das Bergwalderlebniszentrum mittlerweile kein unbeschriebenes Blatt mehr.

Im Jahr 2005 ging der Bayerische Innovationspreis an die Gemeinde Ruhpolding und das Bergwalderlebniszentrum, 2008 ging der alpine Schutzwaldpreis an das Bergwalderlebniszentrum für ein gelungenes Projekt in Zusammenarbeit mit der freien Waldorfschule Chiemgau. 2009 erhielten die „Waldameisen“ des Zentrums von der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt einen Preis in der Kategorie „kreativ kommunizieren“ für das verwirklichte Kasperltheaterstück „Hexenwasser“. Und nächstes Jahr? Thomas Dankemeyer hat zunächst einmal die Fertigstellung des Gebäudes im Fokus. Allerdings hat er schon wieder einige Projektideen im Kopf.

Malte Hauß

Quelle: chiemgau24.de

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