BRK-Einsatz an Corona-Teststelle Hochfelln-Nord bei Bergen

Über 20.000 Tests in elf Tagen - Ehrenamtliche Helfer leisten gemeinsam Enormes

Helfer des BRK Traunstein.
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Ehrenamtliche Helfer*innen der heimischen Hilfsorganisationen haben die Teststelle an der Autobahnraststätte Hochfelln-Nord binnen kurzer Zeit aufgebaut und während der ersten elf Tage 20.759 Personen getestet

Bergen - Wegen Corona und Hochwasser waren die ehrenamtlichen Helfer des BRK in den letzten Tagen und Wochen im Dauereinsatz

Die Pressemitteilung im Wortlaut


Ehrenamtliche Helfer*innen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), des Malteser Hilfsdienstes (MHD) und des Technischen Hilfswerks (THW) aus dem Landkreis Traunstein und anderen bayerischen BRK-Kreisverbänden haben einen umfangreichen Einsatz an der Corona-Teststelle an der Autobahnraststätte Hochfelln-Nord geleistet. Nach dem zügigen Aufbau der Teststelle entnahmen sie in elf Tagen von insgesamt 20.759 Personen Abstriche. Erschwert wurde der Einsatz durch die kurze Vorbereitungszeit und die hochsommerlichen Temperaturen.

Das Rote Kreuz war von der bayerischen Staatsregierung gebeten worden, kurzfristig mehrere Teststellen für Urlaubsrückkehrer*innen aufzubauen und zu betreiben, bis ein geeigneter privater Betreiber gefunden sei – eine davon an der Raststätte Hochfelln Nord an der A8. Da der offizielle Startschuss für das Vorhaben erst rund 18 Stunden vor der anvisierten Inbetriebnahme erfolgte, mussten die Helfer*innen eine arbeitsintensive Nachtschicht einlegen, um die nötige Infrastruktur aufbauen und am 30. Juli um 7 Uhr morgens mit der Testabnahme beginnen zu können.


Der Aufbau lief unter Federführung von Kreisbereitschaftsleiter Jakob Goëss vom BRK-Kreisverband Traunstein und war nur durch das gute Zusammenspiel der Helfer*innen von BRK, THW und Kreisbrandinspektion in dieser kurzen Zeit möglich. Unterstützt wurden sie von den heimischen Betrieben Berger Baubedarf, Siegsdorfer Petrusquelle und Lamminger Kühlanhängerverleih sowie der Autobahnmeisterei und der Verkehrspolizeiinspektion Siegsdorf.

Die Teststelle wurde nach dem „Drive-In“-Prinzip aufgebaut. Die Autofahrer*innen werden am ersten Schalter über die Testung aufgeklärt und reihen sich dann mit ihrem Fahrzeug in die Teststrecke ein. Am zweiten Schalter wird dann von einer Einsatzkraft in voller Schutzkleidung die Probe entnommen. Dies geschieht durch einen Abstrich mit einem Teststäbchen im Mund-Nasen-Raum. Nach der Testung werden die getesteten Autofahrer*innen und -insassen wieder zurück auf die A8 geleitet. Die entnommenen Proben wurden vom BRK an Laborunternehmen übermittelt. Die hieraus erhobenen Befunde werden an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel und das örtliche Gesundheitsamt gemeldet. Die Behörden informieren dann die getesteten Personen über ihr jeweiliges Testergebnis.

Betrieb der Teststelle und Testabnahme als Hauptaufgaben der Helfer*innen

Das Rote Kreuz war an der Teststelle primär für deren Betrieb sowie die Abnahme der Proben zuständig. Pro Tag waren bis zu 33 ehrenamtliche Helfer*innen im Einsatz. Helfer*innen der BRK-Bereitschaften aus Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf, Ebersberg, Garmisch-Partenkirchen und der Wasserwacht-Ortsgruppen aus dem Landkreis Traunstein arbeiteten dabei mit Kolleg*innen der DLRG Traunstein, des MHD Traunstein und des THW Traunstein zusammen. Gewürdigt wurde ihr großes Engagement unter anderem vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann und von BRK-Präsident Theo Zellner, die sich vor Ort ein Bild über den Betrieb der Teststelle machten.

Um sich selbst vor einer möglichen Infektion zu schützen, mussten die Helfer*innen bei der Probenentnahme einen Schutzanzug, Handschuhe, eine FFP2-Maske sowie ein Visier bzw. eine Schutzbrille tragen. „Das war bei Temperaturen jenseits der 30 Grad kein Vergnügen. Bei dieser Hitze beginnt man im Schutzanzug bereits innerhalb weniger Minuten massiv zu schwitzen, sodass der Schweiß bald in den Sicherheitsschuhen steht. Um künftig ausreichend Wechselkleidung bereitstellen zu können, werden wir mehr finanzielle Mittel benötigen“, berichtet Einsatzleiter Goëss.

Hotline für Befundanfragen eingerichtet

„Uns erreichen derzeit viele Anfragen von Personen, die sich an der Teststelle an der Raststätte Hochfelln-Nord testen lassen haben und noch auf ihr Testergebnis warten. Unsere Helfer*innen waren jedoch nur für den Betrieb der Teststelle - sprich primär die Testabnahme und Weiterleitung der Abstriche – zuständig. Daher kann das Rote Kreuz keine Auskunft bezüglich der Testergebnisse geben. Auch für Verzögerungen bei der Testauswertung sind wir nicht verantwortlich. Für Befundanfragen wurde beim bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine Hotline eingerichtet“, berichtet Kreisbereitschaftsleiter Goëss. Die Nummer lautet 09131/6808 5101.

Der Betrieb der Teststelle wird im Übrigens ab sofort von einem privaten Betreiber fortgesetzt. Die Testungen dort erfolgen nach wie vor freiwillig und für den/die Getestete*n kostenlos, jedoch für Reisende aus einem Risikogebiet ist die Testung verpflichtend oder man begibt sich selbst für 14-Tage in häusliche Quarantäne.

Einsatzkräfte auch bei Hochwasser gefordert

Aber nicht nur die sommerlichen Temperaturen haben den Helfer*innen der verschiedenen Hilfsorganisationen im Landkreis Traunstein in den vergangenen zwei Wochen viel abverlangt. Die zwischenzeitlich massiven Regenfälle riefen neben den zahlreichen Helfer*innen der Feuerwehren im Landkreis auch Spezialeinheiten der Wasserrettung (u.a. Taucher*innen und Strömungsretter*innen) von BRK-Wasserwacht und der DLRG auf den Plan. Insgesamt waren fünf Schnelleinsatzgruppen mit 36 Wasserretter*innen viele Stunden im Einsatz, um kleinere Verklausungen an Wehrbauten zu entfernen, Deichläufer der Kommunen abzusichern und im Bedarfsfall schnell reagieren zu können, falls Personen aufgrund unerwarteter Hochwassersituationen in Gefahr geraten wären.

Bei der Hochwasserlage im Landkreis Traunstein waren zahlreiche Wasserretter*innen von BRK-Wasserwacht und DLRG im Einsatz.

Zudem waren viele Straßen witterungsbedingt nicht passierbar oder so stark frequentiert, dass auch Verzögerungen bei der Zuführung von Rettungskräften nicht auszuschließen waren. Daher wurden durch den Einsatzleiter Rettungsdienst die BRK-Rettungswachen in Inzell, Grassau und Traunstein durch ehrenamtliche Einsatzkräfte der BRK-Schnelleinsatzgruppen Traunstein und Inzell verstärkt.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Traunstein

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