Letzte Saison für Manja Wolf am Schellenberg/Bergen

"Ich habe was bewirkt": Erster vegetarischer Biergarten schließt wieder

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Seit 2017 steht das Gasthaus Schellenberg unter ihrer Führung, doch nach der Biergartensaison in der zweiten Septemberhälfte hört Manja Wolf auf und sucht sich neue Herausforderungen.
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Bergen - Ein bayerischer Biergarten ganz ohne Wurstsalat und Speck? Mit dieser Idee brachte es Manja Wolf innerhalb von drei Jahren zu deutschlandweiter Bekanntheit - doch heuer wird ihre letzte Saison am Schellenberg.

"Ja, es gab tatsächlich welche, die deswegen wieder gegangen sind", erzählt Manja Wolf im Gespräch mit chiemgau24.de - klar eckt man mit dem Konzept eines vegetarischen Biergartens an, aber trotzdem waren die vergangenen Jahre ein voller Erfolg: "Ich glaube schon, dass ich was bewirkt hab. Und auch einige Fleischesser konnte ich überzeugen, vegetarischem Essen etwas abzugewinnen."

Ein vegetarischer Biergarten? "Manche glaubten, das wäre ein Scherz"

Nach der Biergartensaison 2019, in der vorletzten Septemberwoche, ist für Manja Wolf auf dem Schellenberg bei Bergen aber Schluss. Der erste vegetarische Biergarten Bayerns wird Geschichte sein. Allein das Wirtshaus zu leiten wurde ihr zu viel, außerdem hatte Wolf den Betrieb nur gepachtet und sucht nun wieder Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.

Ein schöner Ausblick auf Bergen und in die Chiemgauer Alpen und auf der Speisekarte "Kohlrabi Cordon Bleu", Brennesselknödel oder Gulasch mit Kichererbsen und Süßkartoffeln.

Der Stern, Servus TV, das ARD-Morgenmagazin, die Zeit oder Bayern2 - mit dem vegetarischen Biergarten schaffte es Manja Wolf zu bundesweiter Berichterstattung. Und das, obwohl sie den Betrieb erst 2017 übernahm. "Im ersten Jahr war ich fast nur am Erklären, warum es nur Vegetarisches gibt. Manche glaubten sogar, das wäre ein Scherz", so Wolf. Doch mit dem Konzept hatte Manja Wolf ein Alleinstellungsmerkmal, das auch viele Urlauber auf der Durchreise anzog.

Fleischlos seit der Kindheit - und deshalb schon früh selbst gekocht

"Die Zeit drängt. Es dringt zu immer mehr Leuten durch, dass es auch zwischen der Ernährung und dem Klima einen Zusammenhang gibt. Vegetarisches Essen ist keine Modeerscheinung mehr", so Manja Wolf zufrieden, die schon auf Fleisch verzichtet, seit sie elf Jahre alt ist. Heute lebt sie überwiegend vegan. Fleischlose Gerichte würden sich auf immer mehr Speisekarten finden lassen, "die Akzeptanz dafür wird größer".

Manja Wolf vor den altehrwürdigen Gemäuern des Wirtshauses am Schellenberg bei Bergen. Rund 150 Jahre alt ist das Gebäude, seit 110 Jahren wird dort gekocht und bewirtet. 

Die klassische Lehre als Köchin hat Wolf nicht hinter sich: "Aber ich stamme aus einem Fleischhaushalt und hab' deswegen schon früh selbst gekocht", schmunzelt Wolf. Mit 25 Jahren hat sie sich dann mit ihrer "Cantina" in Traunstein selbstständig gemacht und zwischenzeitlich auch das Schul-Catering in Bergen übernommen. Dass am Schellenberg für sie bald Schluss ist, sei schon schade - doch Manja Wolf wird der Gastro-Szene in der Region erhalten bleiben.

Wo man Manjas Gerichte auch künftig finden wird

Beim Neuwirt in Surheim wird Manja bald einmal wöchentlich die Kochlöffel schwingen, mit ihrem Foodtruck ist sie weiterhin unterwegs und zusammen mit zwei Freunden startet sie bald die regionale Catering-Plattform "Fancy things to eat". Und das Wirtshaus am Schellenberg? Wird's weiterhin geben - nur unter neuer Führung und dann wohl auch wieder mit Fleischgerichten auf der Speisekarte. "Schade", sagt Manja Wolf: "Ich hät's ja gerne gesehen, wenn der Schellenberg vegetarisch bleibt." 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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