Bekenntnis zum "Hoteldorf Zell"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Bürgermeister Claus Pichler (links) und Michael Franke von der Tui AG nehmen das Miniatur-Modell des "Hoteldorfs Zell" in Augenschein.

Ruhpolding - Soll das "Hoteldorf Zell" gebaut werden? Verkehrs- und Kulturverein sowie der Wirtschaftsverband im Kurhaus haben nun erneut für die Initiative geworben.

Aktuell spaltet das 30-Millionen-Projekt die Gemeinde in Befürworter und Gegner. Das letzte Wort haben die Ruhpoldinger in ihrem ersten Bürgerentscheid am Sonntag, 27. Februar. Am Donnerstagabend haben Verkehrs- und Kulturverein sowie der Wirtschaftsverband im Kurhaus für die Initiative geworben, am Mittwoch, 23. Februar, will die Bürgerinitiative "Hoteldorf Zell - so nicht" ab 19 Uhr im "Weltcup Stüberl", St. Valentin, das letzte Mal die Argumente für den Bürgerentscheid verdeutlichen.

Helmut Müller, der Vorsitzende des Verkehrs- und Kulturvereins, freute sich eingangs, der Kurhaussaal sei schon lange nicht mehr so voll gewesen. Nur: Die Tourismuszahlen seien rückläufig, "obwohl Ruhpolding so viel zu bieten hat". Michael Mayer, der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes, sekundierte: "Mit dem Hoteldorf kann die Übernachtungskapazität um mehr als 500 qualitativ hochwertige Betten erweitert werden." Unterm Strich bedeute dies bis zu 90.000 zusätzliche Übernachtungen und darüber hinaus jährliche Mehreinnahmen von bis zu 500.000 Euro.

Dies ermögliche der Gemeinde nicht nur den Schuldenabbau, sondern auch die Deckung der jährlichen Fixkosten beziehungsweise die finanzielle Sicherung der bestehenden Freizeiteinrichtungen wie Vita Alpina, Eissporthalle und Unternbergbahn.

"Es ist Zeit, aufzubrechen und dem Wandel entgegenzuwirken", sagte Müller noch. Dazu müsse man jedoch von solchen "einzigartigen Chancen" wie dem Dorfhotel Gebrauch machen und an seine Erfolgspotenziale glauben. "Sich trauen heißt, anderen zu vertrauen", bekräftigte Müller, der damit gleichzeitig an die Bürger appellierte, der Kooperation mit der Tui AG, die sich als Betreibergesellschaft für das "Hoteldorf Zell" anbietet, Vertrauen zu schenken.

Interview mit dem Ruhpoldinger Bürgermeister Claus Pichler:

Michael Jacobs von der Bürgerinitiative:

Auch Bürgermeister Claus Pichler ist von der Zusammenarbeit überzeugt. "Natürlich ist ein solches Projekt auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Es gibt kein risikoloses Projekt, auch nicht für Ruhpolding. Und wenn wir wollen, dass es funktioniert, dann müssen wir uns halt anstrengen."

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung ging Helmut Müller zudem auf die bis dato ungeklärte Frage nach dem Investor des Dorfhotels ein. Die Antwort überließ er jedoch Michael Franke, der die Tui AG als Geschäftsführer des Tui-Ressorts "Dorfhotel" vertritt. "Sobald es einen Betreiber gibt, ist auch ein Investor da", gab Franke an.

Es bestehe jedoch keine Verpflichtung, den Namen des Investors schon jetzt zu nennen, der für das Projekt rund 29,5 Millionen an Kapital bereit stelle. "Zunächst muss die Frage nach dem Ja oder Nein geklärt sein." Den Schlusspunkt der Veranstaltung behielt sich Ruhpoldings Zweiter Bürgermeister Ferdinand Fiedler vor, der an die langwierigen Vorverhandlungen erinnerte. Man habe "viel Zeit und Herzblut" ehrenamtlich investiert, um das "Hoteldorf Zell" auf den Weg zu bringen. Fiedler sprach dabei vor allem die positive Zusammenarbeit mit der Tui AG an, die Ruhpolding zunächst nicht als Standort für ein mögliches Dorfhotel auf dem Zettel hatte. Am Schlusspunkt mehrerer Anläufe, einiger Besichtigungstermine und weiteren Gesprächen sei man jedoch darin überein gekommen, dass Ruhpolding schließlich doch der ideale Standort für ein Vier-Sterne-Hotel des Ressorts "Dorfhotel" sei.

"Wir brauchen, wir wollen und wir holen das 'Hoteldorf Zell' nach Ruhpolding", sagte Fiedler abschließend, bevor er gemeinsam mit Michael Franke eine Miniatur-Ausgabe des Dorfhotels enthüllte, bestehend aus 14 kleinen Häusern mit Nebengebäuden in landschaftlich angepasstem Baustil. Das Modell visualisiere bereits die in den wesentlichen Punkten geänderten Baupläne der Projektgesellschaft, welche in der Gemeinderatssitzung vom 25. Januar bekannt gegeben wurden.

bjs/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser