Baukonferenz: Kasernen, Mautflucht und Kirchholztunnel

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Baukonferenz in Altenmarkt mit weitreichender Themenpalette: Die Spitzen der Politik und der Baubehörden informierten über die anstehenden Projekte. v.l. MdL Klaus Steiner, Bundesminister und Wahlkreisabgeordneter Dr. Peter Ramsauer, Regierungspräsident Obb Christoph Hillenbrand, Leitender Baudirektor Sebald König (Staatl. Bauamt) und Altenmarkts Bürgermeister Stephan Bierschneider.

Altenmarkt - Zum achten Mal lud Peter Ramsauer die Spitzen des Traunsteiner Bauamtes und politische Mandatsträger zu einem Austausch über die anstehenden Bauvorhaben in der Region ein.

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Beim diesjährigen Fachgespräch nahm auch der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, teil, der im Rahmen der Sitzung den Planfeststellungsbeschluss über den ersten Bauabschnitt der Ortsumfahrung Altenmarkt überreichte. Damit ist ein weiterer Schritt hinsichtlich der Verwirklichung des verkehrsentlastenden Aubergtunnels getan, für den sich Peter Ramsauer und Altenmarkts Bürgermeister Stephan Bierschneider sowie der Gemeinderat seit Jahren einsetzten.

Sanierung und Erweiterung der Kasernen auf gutem Weg

Die Bereichsleiterin Hochbau am Staatlichen Bauamt Traunstein, Doris Lackerbauer, schilderte anschließend die Situation der Kasernen in Bad Reichenhall und Bischofswiesen: Von der hohen Investitionssumme von insgesamt 100 Millionen Euro seien bislang etwa 60 bist 70 Prozent verbaut. Gerade die Sanierungsmaßnahmen für die alten Gebäude benötigten diese Mittel, um für die geplante Aufstockung von 2.500 auf 3.400 Soldaten bestens gerüstet zu sein. Peter Ramsauer zeigte sich über den Stand der Sanierungen erfreut und betonte: „Mit jedem Stein, der zusätzlich verbaut wird, verfestigt sich auch die Zukunftschance der Standorte.“

Nach 40 Jahren: Bahnunterführung Mühlreit/B304 kommt

Ein weiterer Erfolg für alle Verkehrsteilnehmer ist die Beseitigung des Bahnübergangs in Mühlreit/B 304. Der erste Spatenstich kann voraussichtlich noch im September dieses Jahres erfolgen. Im Schnitt 168 Züge fahren pro Tag auf dieser Strecke München – Salzburg und blockierten damit am beschrankten Bahnübergang massiv den Straßenverkehr. Seit den 70er Jahren im letzten Jahrhundert plante man an dieser Bahnunterführung, die nun bewilligt wurde und Baurecht hat. Auf 2,4 Kilometer wird die Straße verlegt und von den anliegenden Wohnhäusern weggeführt. „Es ist aber nicht meine ‚älteste‘ Baustelle im Ministerium“, führte Peter Ramsauer aus.

Mautflucht: Zahlen sprechen für sich

Über 20.000 Autos am Tag passieren diese Kreuzung. Eine Entlastung der Altenmarkter Bürger ist der Aubergtunnel: Regierungspräsident Christoph Hillenbrand überreichte den druckfrischen Planfeststellungsbeschluss am Schneeweißeck in Altenmarkt. v.l. MdL Klaus Steiner, Leitender Baudirektor Sebald König (Staatl. Bauamt), Bundesminister und Wahlkreisabgeordneter Dr. Peter Ramsauer, Regierungspräsident Obb Christoph Hillenbrand & Bürgermeister Stephan Bierschneider.

Zum Dauerthema Mautflucht beschrieb der Leiter des Bauamtes Sebald König die automatischen Verkehrszählungen mittels Induktionsschleifen in den Straßenbelägen und führte aus: Die objektiven Zahlen dieser technischen Erfassung brächten keine mautbedingten signifikanten Zunahmen an LKW-Verkehr in der Region. Seit der Mauteinführung am 01.01.2005 war lediglich bei der Kontrollstelle an der Rupertusbrücke in Freilassing/Mitte eine überdurchschnittliche Steigerung zu verzeichnen. Die anderen Erfassungspunkte verhielten sich sogar umgekehrt: In Mayerhofen/Laufen auf der B20, in Baumgarten/Schneizlreuth und in Melleck auf der B 21 habe es in den letzten fünf Jahren sogar tendenziell eine Abnahme der LKW-Fahrten pro Tag gegeben (Vergleichszahlen 2005/2010). Wie Untersuchungen der Wirtschaftsförderungs-GmbH Traunstein ergaben, seien dabei insbesondere auf der Traun-Alz-Achse B299/B304 mit rund 34.000 Arbeitsplätzen, Quell- und Zielverkehr Hauptursachen für den Transport auf der Straße. Die Exportquote heimischer Unternehmen sei sehr hoch, zudem würden die Anlieferungen mit Rohstoffen zum überwiegenden Teil per LKW erfolgen. Die Herkunftsländer der anliefernden Spediteure lägen in ganz Europa. Deutlich sichtbar sei dieser Zusammenhang zwischen heimischer Exportquote und Verkehrsaufkommen in der zurückliegenden Wirtschaftskrise geworden: Fast parallel zum Rückgang der Wirtschaftsleistung nahmen die LKW-Fahrten ab und stiegen nun in Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs wieder an.

Ortsumgehung Bad Reichenhall: eine Chance für Jahrzehnte

Großen Raum im Fachgespräch nahm noch die Ortsumfahrung Bad Reichenhall ein: Sebald König merkte an, dass am 15. Juni die Einwendungsfrist zum Planfeststellungsverfahren geendet hätte. Es würden nunmehr 800 Einwendungen vorliegen. Diese würden zügig bearbeitet werden. Aus Sicht des Bauamtes wäre für eine entscheidende Entlastung der Ortsdurchfahrt, zur Verlagerung des Transit-LKW- Verkehrs und zur Reduzierung der Schadstoffe der Tunnel dringend notwendig. Dem schloss sich Bundesminister Peter Ramsauer an: „Der jetzt geplante Tunnel vermindert im Reichenhaller Talkessel Lärm und Schadstoffe. Mit Blick auf die Luftqualität hilft keine Überdachung oder Tieferlegung der derzeitigen Straße, mit diesen Alternativen wird ein wesentliches Planungsziel - nämlich die Reduktion der Immissionen im Talkessel von Bad Reichenhall - nicht erreicht. Denn die Luft bleibt weiterhin im Tal hängen. Wenn dann bis 2030 nichts passieren sollte, sehe ich echte Probleme auf das weltbekannte Staatsbad zukommen“, so Peter Ramsauer.

Pressemitteilung Dr. Peter Ramsauer MdB

Quelle: chiemgau24.de

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