Nach Großbrand in Werkstatt bei Traundorf

Andreas Lerch vor den Trümmern seiner Existenz

+
Nach dem Brand steht Andreas Lerch vor einem Trümmerhaufen aus Autowracks und Müll

Traundorf - Eine Million Euro geschätzter Schaden und keine Versicherung, die den Schaden übernimmt. Ein Alptraum, der nach dem verheerenden Großbrand jetzt für Andreas Lerch wahr geworden ist.

Verzweifelt steht er vor den Trümmern. Hebt ein verkohltes Lenkrad in die Höhe, guckt traurig auf den Ascheberg. Andi Lerch aus Traunstein steht vor den Trümmern seiner Existenz. Ein Nachbarsbub (11) hatte gezündelt und seine komplette Hobbywerkstatt in Brand gesetzt. Alles ist vernichtet. Der Schaden geht in Millionenhöhe. Die größte Katastrophe: Die Familie des Buben ist nicht versichert.

Es ist vergangene Woche, Sonntagmittag. Während Andi Lerch (36) in Südtirol beim Motorradfahren ist, bricht daheim in Traundorf, einem Ortsteil von Siegsdorf, das Chaos aus. „Großbrand auf einem Bauernhof“, heißt es im Feuerwehrfunk. Die kompletten Stallungen stehen in Flammen, die Oldtimer-Werkstatt, die Andi Lerch in den gepachteten Stallungen untergebracht hat, ebenfalls. Autos fackeln ab, das Wohnhaus wird beschädigt. Menschen werden glücklicherweise nicht verletzt, doch der Schaden ist immens. „Wir gehen derzeit von mindestens einer Million Euro Schaden aus“, sagte die Polizei am Freitag. Der Verursacher: ein elfjähriger Bub. Er hatte gezündelt und den Großbrand ausgelöst.

Andi Lerch eilt noch Sonntagnacht nach Hause. Seine Oldtimer, sein Auto, sein Rad und die Oldtimer seiner Freunde, die er in seiner Freizeit restaurierte – alles Schutt und Asche. Er ist verzweifelt. Dann der größte Schock: Die Familie des Kindes ist nicht haftpflichtversichert, der Vater in Privatinsolvenz. Keine Chance auf Entschädigung. Andi Lerchs Versicherung zahlt in diesem Fall nicht. Für den 36-Jährigen ein Albtraum: „Ich bin ruiniert, komplett pleite.“ Einzig die Brandschutzversicherung des Gebäudeeigentümers greift. Doch Andi Lerch als Pächter geht leer aus. „Das sind bestimmt 300 000 Euro Schaden allein für mich“, sagt er verzweifelt.

Unterstützung von den Freunden

Während er am liebsten nur weinen will, packen seine Freunde an. Sie richten ein Spendenkonto ein, besorgen ihm ein Auto und unterstützen ihn. „Die Leute, die für mich da sind, sind toll“, sagt der 36-Jährige unter Tränen.  Noch ist Andi Lerch verzweifelt: „Ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll.“ Seine Freunde sind sich aber sicher: „Gemeinsam packen wir das.“

Die österreichischen Freunde von Andi Lerch haben nicht lange gefackelt. Als sie von der Nachricht hörten, richteten sie sofort ein Spendenkonto für ihren Freund ein. Wer helfen mag, kann an Käferverlosung, IBAN AT72 3828 5477 0010 3713, BIC RZSTAT2G285, Raiffeienbank Pischelsdorf-Stubenberg eGen, Verwendungszweck „Spende Brandopfer Lerch“ (unbedingt angeben) spenden.

Bilder vom Bauernhof: Während des Brands und danach

Großalarm für die Rettungskräfte in Traundorf

Bauernhof-Brand: Am Tag danach

Das sagen die Versicherungen zum Fall

Claudia Scherer von der Bayerischen Versicherungskammer sagt: „Wer die Werkstatt nutzt, sollte diese mit einer Betriebseinrichtungshaftpflicht absichern.“ Diese könne dann greifen, sofern der Verursacher nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Die Versicherungsexpertin empfiehlt den Autobesitzern, den Feuerschaden an ihren Oldtimern der Teilkasko-Versicherung zu melden: „In der Regel übernimmt diese den Schaden, egal wie das Feuer entstanden ist.“ Das Problem: Viele Autos bei Andi Lerch waren bereits abgemeldet.

Andi Lerch ist verzweifelt. "Das sind Summen, die ich nie in meinem Leben erwirtschaften kann." Sein Blick wandert auf das Haus des Vermieters, das direkt angrenzend zu seiner ehemaligen Werkstatt steht. Auch dort entstand beträchtlicher Schaden an Fassade und Dachstuhl. Durch das Löschwasser wurden Mauern und Einrichtung in Mitleidenschaft gezogen. Andi Lerch ist sich sicher. Sein Vermieter soll auf jeden Fall auch bei möglichen Spenden mit ins Boot geholt werden. "Ich weiß gar nicht, wie ich das jemals wieder gutmachen soll."  

Antonia Wille/Sascha Ludwig

Anmerkung der Redaktion: Da unter diesem Artikel einige Kommentare leider nicht unserer Netiquette entsprachen, mussten wir für diesen Artikel die Kommentarfunktion beenden. Wir bedauern das sehr für diejenigen, die eine sachliche Diskussion führten.

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion

Live: Top-Artikel unserer Leser