Afghanistan – was geht uns das an?

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Traunstein - Dr. Reinhard Erös hielt an zwei Gymnasien einen seiner zahlreichen Vortrage bezüglich des Afghanistan-Konfilkts. Die Aufmerksamkeit der Schüler gewann er schnell:

Einen ganz neuen Blick auf die Hintergründe und Folgen des Afghanistan-Konflikts bekamen die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Chiemgau- und des Annette-Kolb- Gymnasiums am Freitag, dem 26. März, bei einem vom Lions-Club organisierten Vortrag des ehemaligen Oberstarztes Dr. Reinhard Erös.

Wie bereits viele Jahre, ist Dr. Erös auch derzeit in Afghanistan im Einsatz. Aktuell kümmert er sich um den Ausbau der schon mehr als dreißig von ihm und seiner Hilfsorganisation erbauten Schulen. Weitere solcher Institutionen sollen demnächst errichtet werden. Einen tiefen Eindruck bei uns Schülern hinterließ die Schilderung über die medizinischen Hilfeleistungen fernab jeder medizinischer Einrichtung, auch in großer Höhe. Kaum vorstellbar war für uns auch das Ausmaß des logistischen Aufwandes, um die Versorgung (z.B. mit Trinkwasser, Benzin und Strom) zu gewährleisten. Durch Dr. Erös’ Schilderung der Lage in Afghanistan wurde den Schülern deutlich, dass dies in jeglicher Hinsicht ein Land der Extreme ist.

Um Afghanistan besser zu verstehen, muss man sich auch die gesellschaftlichen Strukturen vor Augen führen. Sprachliche und ethnologische Unterschiede erschweren das Zusammenleben und nähren seit vielen Generationen währende Konflikte. Auch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Klans sind seit Jahrhunderten bekannt. In Afghanistan werden etwa 49 Sprachen und über 200 verschiedene Dialekte gesprochen, davon sind Persisch und Paschtu als offizielle Landes- und Regierungssprachen anerkannt. Sehr oft spaltet auch die Religion. Der Islam, die Religion der Muslime, wird je nach ethnischer Gruppe und Bildungsstand unterschiedlich verstanden und interpretiert. Von den Afghanen ist der Islam über die Jahrhunderte sehr konservativ ausgelegt worden, wobei das Stammesrecht der Paschtunen eine Rolle gespielt hat.

Dr. med. Reinhard Erös, der für verschiedene Hilfsorganisationen in Afghanistan arbeitet, hielt bereits 2500 Vorträge über seine Erlebnisse und Eindrücke während seiner Afghanistan-Einsätze. Dies sei sein Beitrag zur politischen und kulturellen Bildung, so Erös. Uns für die Vorgänge in Afghanistan im Speziellen zu interessieren, ist ihm sofort gelungen. Sein Engagement ist nicht nur bewundernswert, sondern aufgrund seiner – so scheint es uns – tief empfundenen Sympathie und Empathie mit den Afghanen auch außerordentlich erfolgreich.

Dunia Reshad, Tim Benkner, Christoph Treiner

Quelle: chiemgau24.de

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