Die Folgen des Ärztemangels im Chiemgau

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Landkreis - Die ärztliche Bereitschaftsgruppe Tittmoning-Palling-Kirchweidach-Tengling wurde jetzt aufgelöst. Doch welche Konsequenzen hat das für die Patienten?

Weil es schlichtweg zu wenig Ärzte in der Region gibt, musste am Dienstag die ärztliche Bereitschaftsgruppe Tittmoning-Palling-Kirchweidach-Tengling aufgelöst werden. Zum Ende bestand die Gruppe nur noch aus sechs Medizinern - zu wenige, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Für die über 30.000 Einwohner in diesem Bereich soll ab dem Frühjahr eine zentrale Bereitschaftspraxis im Krankenhaus Fridolfing eingerichtet werden. Doch wie sieht die Versorgung der Patienten bis dahin aus? Wir haben mit dem Obmann der Bereitschaftsgruppe, Dr. med. Michael Hüller, gesprochen.

Dr. Michael Hüller.

Wie kommt es, dass sich auf dem Land immer weniger Ärzte für den Bereitschaftsdienst finden?

Die meisten Mediziner drängen in die Städt, aus welchem Grund auch immer. Und viele wollen auch nicht rund um die Uhr erreichbar sein. Bei unserer Bereitschaftsgruppe war das Problem, dass einige Ärzte altersbedingt - die Grenze beim Bereitschaftsdienst liegt jetzt bei 64 Jahren - aufhören mussten. In Tittmoning beispielsweise gibt es nur noch einen Arzt der den Dienst macht.

Wieso musste die Gruppe gerade jetzt aufgelöst werden?

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns hat jüngst eine neue Bereitschafts-Dienstordnung erlassen. Demnach muss eine Bereitschaftsgruppe aus mindestens 15 Ärzten bestehen.

Wie gestaltet sich derzeit der Bereitschaftsdienst?

Für das Gebiet zwischen dem Abtsdorfer See, bis hoch nach Weibhausen sind wir jetzt 25 Ärzte, die sich den Dienst teilen. Dabei hat jeder Arzt jeweils eine Woche lang Bereitschaft.

Was für Konsequenzen hat das für die Patienten?

Dadurch wird die Fläche, die ein Arzt abdeckt, deutlich größer. Für die Patienten hat das den Nachteil, dass sie im Einzelfall eine weitere Anfahrtsstrecke zum nächsten Bereitschaftsdienst haben.

Wie findet man als Patient jetzt den nächstengelegenen Bereitschaftsdienst?

Sie melden sich bei der zentralen Stelle unter der Telefonnummer 116-117 und werden dann entsprechend zum nächstgelegenen Arzt, der auf Bereitschaft ist, weiterverbunden.

Im Krankenhaus Fridolfing soll im Frühjahr eine zentrale Bereitschaftspraxis entstehen. Wie sehen die Planungen dafür aus?

Bislang stehen wir noch am Anfang. Aber bis Mai oder Juni soll die Praxis stehen, die dann genau in der Mitte des Gebiets liegt. Wieviele Ärzte sich daran beteiligen, ist bislang noch unklar.

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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