"Schatten"- Ausstellung soll erhellen und wachrütteln

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Ausstellungseröffnung in der Berufsschule I Traunstein: Die ADAC-Ausstellung „Schatten – ich wollte doch leben“ ist bis zum 20. Mai während der Schulöffnungszeiten für den Publikumsverkehr geöffnet.

Traunstein - Die ADAC-Ausstellung „Schatten – ich wollte doch leben!“ in der BS I soll junge Verkehrsteilnehmer wachrütteln

In der Staatlichen Berufsschule I Traunstein wird derzeit eine Ausstellung gezeigt, die sich mit dem Verkehrstod auseinandersetzt. Auf sechs lebensgroßen, geschwärzten Figuren wird der Unfallhergang geschildert, der zum Tod der jungen Menschen geführt hat. „Die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit Müttern, die durch das Schicksal ihres verstorbenen Kindes andere Leben retten möchten, mit Wut, Trauer und Verzweiflung hat mich nachhaltiger beeinflusst, als es jede Info-Broschüre oder Unfall-Statistik je gekonnt hätte. Diese Erfahrung möchte ich gerne weitergeben“ beschreibt die Ideengeberin der Ausstellung, Marlene Schlund die Gründe für die Ausstellung, die ihr während ihres Studiums gekommen waren.

ADAC-Ausstellung „Schatten – ich wollte doch leben!“

Vor rund 50 geladenen Gästen aus der Regionalpolitik, der Polizei, der Berufsschule und den Motorsportverbänden der Region wurde die Ausstellung am Montag Vormittag in der BS I vom Vorsitzenden des ADAC Südbayern, Dr. August Markl eröffnet. Bewusst hatte man auch eine Reihe von Schülern der BS I eingeladen – richtet sich die Ausstellung doch insbesondere auch an junge Leute.

Schulleiter Willi Barke wies in seinen einführenden Worten darauf hin, dass es auch an der Berufsschule im vergangenen Jahr zehn Wegeunfälle gegeben habe. „Verkehrssicherheit ist ein öffentliches Anliegen. Ankommen geht über alles.“ Da dürften die Schüler auch lieber einmal einige Minuten zu spät zur Schule kommen, als unnötige Risiken einzugehen.

Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser wies darauf hin, dass gerade bei Führerschein-Neulingen aufgrund mangelnder langjähriger Fahrpraxis eine größere Unfallgefahr bestehen würde und oft eine überhöhte Risikobereitschaft vorhanden sei. Auf die Zahlen der Sicherheitskonferenz in der vergangenen Woche zurückgreifend, erläuterte er nochmals kurz die Zahlen der Verkehrsunfallbilanz 2009 im Landkreis. Den um 4,1 Prozent auf 4259 angestiegenen Unfällen stünde mit 1147 verletzten Verkehrsteilnehmern eine Reduzierung um 5,1 Prozent Verletzten gegenüber. Es habe 20 Todesfälle im vergangenen Jahr gegeben. Ein vor vielen Jahren tödlich ausgegangener Verkehrsunfall in seiner Familie habe auch sein Leben geprägt und verändert wie der stellvertretende Landrat in bewegenden Worten schilderte.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke wies darauf hin, dass auch im Stadtgebiet Traunstein Marterl und Gedenkkreuze am Straßenrand an zumeist junge Menschen erinnern würden, die durch einen Unfall aus dem Leben gerissen wurden und nannte hier exemplarisch die Einmündung von der Südspange in die B306 oder die TS 1 mit den „Todeskurven“ Richtung Kammer, die nun entschärft würden.

„Kinder, Jugendliche und Fahranfänger für den Straßenverkehr zu sensibilisieren ist auch ein wichtiges Anliegen der Stadt Traunstein“ so der Oberbürgermeister. Deshalb freue man sich über die Ausstellung. „Ich bin dankbar, dass der ADAC mit dieser Ausstellung die Schattenseiten und Gefahren des Straßenverkehrs darstellt.“

ADAC-Vorsitzender Dr. August Markl ging in seiner Eröffnungsrede auf die hohe Zahl an Verkehrstoten auf den deutschen Straßen ein, Gedenkkreuze seien ein sichtbares Zeichen dafür. „Diese Kreuze markieren nicht nur Unfallorte, sondern sind Ausdruck menschlicher Tragödien und unendlichen Leids.“ Der ADAC stehe nicht nur für die positiven Seiten der individuellen Mobilität, sondern wolle auch die Schattenseiten und Gefahren darstellen.

„Wir wollen mit dieser Wanderausstellung vor allem Jugendliche ansprechen, die vom Verkehrstod, ob als Opfer oder Täter, besonders gefährdet sind.“ Man hoffe, dass die „Schatten nachwirken“ und sich bei den Besuchern der Ausstellung mehr Vorsicht im Straßenverkehr einstelle. Verstärktes Angurten sowie Fahren ohne vorherigen Alkoholkonsum würden genauso dazugehören, wie die Weigerung von Beifahrern bei alkoholisierten Fahrern in das Auto zu steigen.

Traunstein ist jetzt die siebte Station der Wanderausstellung, die bis zum 20. Mai zu den regulären Öffnungszeiten der BS I in der Wasserburgerstraße zu sehen.

awi

Quelle: chiemgau24.de

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