Traunsteiner Homöopathie-Tage

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Traunstein - Über 300 Interessierte fanden sich von Freitag bis Sonntag in Traunstein zu den 3. Homöopathie Tagen ein. Ein Thema war das Gesundheitswesen in der Region.

Veranstaltet wurden die "3. Traunsteiner Homöopathie-Tage" im großen Saal des Traunsteiner Rathauses vom "Arbeitskreis klassische Homöopathie Chiemgau".

Neben Fachteilnehmern aus allen Bereichen des Gesundheitswesens waren viele Bürger anwesend, die sich über klassische homöopatische Behandlungsmöglichkeiten für Menschen sowie die Tier- und Pflanzenwelt informieren wollten. Der Schirmherr der Veranstaltung, Oberbürgermeister Manfred Kösterke, ging in seiner Begrüßungsrede auf die Bedeutung des Themas "Gesundheit" in der heutigen Zeit und für die Stadt Traunstein im Speziellen ein und brach in seiner Eröffnungsrede auch eine Lanze für die Homöopathie: "Patienten vertrauen immer mehr auch auf die alternativen Heilmethoden - und das ist auch gut so."

Das Gesundheitswesen sei in Traunstein daneben ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. So würden bis zur Hälfte aller Arbeitsplätze in der Stadt direkt oder indirekt vom Gesundheitswesen abhängen, wobei alleine das Klinikum Traunstein mit rund 1700 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber sei. Den nach 2004 und 2007 nun zum 3. mal und in diesem Jahr erstmalig dreitägig ausgerichteten Homöopathie-Tagen komme ein hoher Stellenwert zu: "Die Tage sind die 1. Adresse für einen Erfahrungsaustausch und daneben auch für fachliche Beratungen.

Ihre Veranstaltung ist ein Mosaikstein für das Gesundheitsangebot der Stadt Traunstein." Traunsteins 2. Landrat Sepp Konhäuser gab einen Überblick über die medizinischen Einrichtungen in der Region und wies darauf hin, dass das Gesundheitssystem finanziell und medizinisch großen Umbrüchen unterworfen sei. "Und das ist gut so" stand er ganz im Einklang zu den Ausführungen des Oberbürgermeisters.

Langfristig erhoffe er sich in der Region eine Fachhochschule im Bereich Gesundheitswesen und plädiere für eine Annäherung zwischen der klassische Schulmedizin und der Homöopathie gäbe: "Ich wäre froh, wenn es ein stärkeres 'Miteinander' gäbe." Der Traunsteiner Heilpraktiker Josef-Karl Graspeuntner , der mit seinem "Qualitätszirkel klassische Homöopathie" maßgeblich für die Durchführung des Kongresses Verantwortung trug, wies darauf hin, dass Traunstein eine Stadt mit "homöopathischer Tradition" sei. "Pfarrer Kneipp war oft in Traunstein und hat mit seinem homöopathischen Denken die Bevölkerung begeistert."

Er wies darauf hin, dass viele Bereiche in der Homöopathie erst am Anfang stünden: "In manchen Bereichen wissen wir noch viel zu wenig und müssen das Wissen weiterentwickeln." Begeistert zeigte er sich über die Zusammenarbeit im Rahmen des Bildungszentrums der Kliniken Südostbayern in der Herzog-Friedrich-Straße in Traunstein: "Wir haben ein 'Kompetenzzentum Homöopathie'. Das war 20 Jahre ein Traum für mich. Diese Zusammenarbeit ist weltweit wohl einzigartig" freute sich Graspeuntner, dessen langfristige Zielsetzung ist, das gebündelte regionale Wissen in einer Europäischen Fachhochschule für Homöopathie in Traunstein zusammenzuführen und auszubauen.

Den fachlichen Unterschied, zwischen den Behandlungsmethoden der Homöopathie und der "Allöopathie", die in alternativmedizinischen Kreisen als "Schulmedizin" bezeichnet wird, benannte der sonst um einen Schulterschluss der verschiedenen Behandlungsmethoden bemühte Heilpraktiker so: "Die Homöopathie ist Medizin für etwas, die Allöopathie gegen etwas."

20 Vorträge für Mensch, Tier und Pflanzen

20 Fachvorträge fanden an den drei Tagen statt, in denen es neben der Gesundheit für Menschen auch um die Tier- und Pflanzenwelt ging. Der Lebensmittelkaufmann Georg Sedlmaier aus Kempten setzte sich beispielsweise für die Produktion und den Verbrauch von gesunden Lebensmittel ein. "Das sind Mittel zum Leben und das sollen sie auch bleiben. Er forderte die Verbraucher auf, zu lesen, aus welchen Zutaten die gekauften Lebensmittel hergestellt werden. "Jeder Einkauf ist ein Stimmzettel" wies er auf die Macht der Verbraucher hin, die durch ihr Kaufverhalten massgeblichen Einfluss auf das Lebensmittelangebot nehmen könnten.

Da passte gut dazu, dass der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM im Foyer des Rathauses "Faire Milch" ausschenkte. Den Weg als Ärztin zur klassischen Homöopathin beschrieb Dr. Barbara Lienbacher aus Laufen. Eltern, die zu Hause mit "Zappeligen Kindern" ihre Not haben, bekamen zum Krankheitsbild ADS und ADHS Hilfen und Tipps vom Facharzt für Kinder- un d Jugendmedizin Stefan Köhler aus Prien, der darauf hinwies, dass Behandlungen in diesem Krankheitsbild in der Schulmedizin oft zuerst die medikamentöse Behandlung vorsehe.

Gemäß der Ausführungen von Köhler sollten in der Reihenfolge der Behandlung jedoch zuerst die Elternarbeit sowie pädagogische und nichtärztliche Maßnahmen stehen, ehe mit Medikamenten behandelt werde, die noch dazu aufgrund ihrer Amphetaminähnlichkeit unter das Betäubungsmittelgesetz fallen würden.

Elisabeth von Wedel von der Organisation "Homöopathen ohne Grenzen e.V." aus Hamburg, schilderte den Einsatz der Homöopathie in Kriegs- und Krisengebieten. Heilpraktiker Josef-Karl Graspeuntner aus Traunstein legte das Schwergewicht seines Fachvortrages auf die rasant erwartete Steigerung von Krebserkrankungen, die gemäß einer WHO Studie in 10 Jahren um 50 Prozent ansteigen sollen: "Da kann sich jeder von uns ausrechnen, welches Leid und welche finanziellen Belastungen da auf uns zukommen."

Dass sich die Schulmedizin und die klassische Homöopathie gut ergänzen können, zeigte die "Homöopathische Sprechstunde" am Sonntag Vormittag, die den Höhepunkt der umfangreichen Fachvorträge bildete, in der vier Ärzte mit elf Heilpraktikern rund um das Thema Gesundheit Rede und Antwort standen und auf die Fragen der rund 50 anwesenden Besucher eingingen, sich aber auch in persönlichen Gesprächen den Fragen der Besucher stellten und den großen Rathaussaal quasi in eine große Behandlungspraxis verwandelten.

Heilpraktikerin Beate Bolz aus Bad Endorf ermutigte die Zuhörer sich kritisch mit den Behandlungsmethoden von Ärzten aber auch von Heilpraktikern auseinanderzusetzen: "Werden sie mündiger!" Dass die klassische Homöopathie stark in die Tierwelt hineinspielt, wurde bei den Verträgen der Tierheilpraktikerinnen Angela Lamminger aus Teisendorf, Birgit Gnadl aus Übersee und Astrid Förg-Gnadl aus Grassau deutlich. Eine Behandlung ohne Antibotika von Rindern beispielsweise, würde auch dem Verbraucher zu Gute kommen. "Wenn es den Tieren besser geht, dann geht es uns auch besser" war von einem interessierten Besucher zu hören.

Den Schwenk zu den Pflanzen, zur Agrohomöopathie machte der Diplom-Biologe Ralf Massanés aus Burghausen der in seinem Vortrag, der ein klares Statement gegen die Gentechnik beinhaltete, vor Allem Landwirte, Gärtner und Naturverbundene ansprach, dabei aber auch klar machte, dass sich das Krankheitsbild der Menschen ebenfalls in Tieren und Pflanzen wiederspiegle.

Auch das Zusammenwirken zwischen homöopatischer Beratung und den Apotheken war Thema in einzelnen persönlichen Gesprächen: "Die Homöopathie findet auch unter den Apotheken eine immer größere Anhängerschaft" erläuterte Inge Schmidt, die in Traunstein eine Apotheke betreibt und "Werbung" für ihren homöopathischen Arzneimittelkoffer für den Hausgebrauch machte.

2000 Euro für gemeinnützige Vereine

Freuen durften sich über die Veranstaltung auch der gemeinnützige Verein "Homöopathen ohne Grenzen" und der Kinderschutzbund Traunstein die sich eine Spende in Höhe von 2000 Euro zu gleichen Beträgen teilen konnten. Der Kinderschutzbund wird in dem Rahmen "Soziale Homöopathie im Chiemgau" sozial schwachen Kindern eine homöopathische Behandlung ihrer Erkrankung ermöglichen.

"Die drei Tage waren inhaltlich so viel, dass wir uns einige waren, dass die vielen Anregungen erst einmal verarbeitet werden müssen. Als Mitinitiator habe ich mich über die gute Resonanz sowohl auf der fachlich-medizinischen Ebene als auch von interessierten Bürgern gefreut, denen wir hoffentlich viele Impulse geben konnten ihr wichtigstes Gut zu erhalten: Und das ist nun einmal die Gesundheit" freute sich Graspeuntner über den guten Verlauf des Kongresses, dessen Fortsetzung für 2013 fest eingeplant ist.

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Quelle: chiemgau24.de

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