Heftiger Wintereinbruch in der Region

Schneechaos in Salzburg und Tirol - Jäger bleibt auf 1.500 Meter Höhe stecken

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Stainach: Feuerwehrleute besprechen ihr Vorgehen im Einsatz eines im Schnee liegen gebliebenen Autos.
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Salzburg/Innsbruck - Während der Wintereinbruch in der Region weitestgehend glimpflich ausgefallen ist, sieht es in vielen Teilen Österreichs ganz anders aus. Dort sorgte das Italien-Tief "Detlef" für Chaos in Tirol, im Salzburger Land, in Kärnten und der Steiermark.

Update, 16.04 Uhr - Jäger (77) bleibt wegen Wintereinbruch im Schnee stecken

Ein 77-jähriger Jäger machte sich am Montag zu seiner Jagdhütte auf der Feldereralm in Rauris (Pinzgau) auf. Dort wollte der Mann zur Gamsjagd. Der 77-Jährige beschloss aufgrund des einsetzenden, massiven Schneefalls in der Nacht auf Mittwoch ins Tal abzusteigen, wie die Bergrettung Rauris vermeldet. Doch wegen der Schneemassen, die bis zur Hüfte gingen, blieb der Jäger bei etwa 1.500 Metern Höhe stecken und bat einen Kollegen um Hilfe. Dieser musste aber auf 1.200 Metern umkehren und alarmierte sofort die Bergwacht Rauris. 

Mit Schneeschuhen und Skiern stiegen die Bergretter in Richtung Feldereralm auf. Per Telefon nahmen sie Kontakt mit dem Vermissten auf. Da der 77-Jährige seinen Standort sehr genau beschreiben konnte, wurde er gegen 20.30 Uhr unverletzt im Bereich der so genannten "Ahornleitn" auf gut 1.550 Metern aufgefunden.

Nachdem der Jäger mit Schneeschuhen ausgestattet wurde, konnte er in der gut präparierten Spur selbständig mit den Bergrettern ins Tal absteigen, wo sie gegen 22 Uhr ankamen.

Trotz guter Ausrüstung wäre ein Verbleib über Nacht aufgrund der Kälte und der Lawinengefahr in diesem steilen Gelände problematisch geworden. 17 Bergretter und Lawinen- und Suchhunde waren an der Rettungsaktion im Einsatz.

UPDATE, 12.50 Uhr - Zwei Verletzte in Bischofswiesen

Zwei Verletzte wurden unterdessen aus Bischofswiesen (Landkreis Berchtesgadener Land) gemeldet. Im Ortsteil Engedey waren am Donnerstagmorgen auf der B305 bei winterlichen Straßenverhältnissen zwei Autos kollidiert.

Hinterher stellte die Polizei rasch den Grund für den Crash fest: Am Fahrzeug des Verursachers, einem 26-jährigen Mann aus Herzogenaurach, waren noch Sommerreifen montiert.

UPDATE, 12.45 Uhr - Orkan-Warnung für BGL

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nun eine offizielle Warnungen vor Orkanböen veröffentlicht. Diese gilt (vorerst) für den Landkreis Berchtesgadener Land von Donnerstag, 14. November, 18 Uhr bis Freitag, 15. November, 15 Uhr.

Hinweis auf mögliche Gefahren: Es sind unter anderem verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können zum Beispiel entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Schließen Sie alle Fenster und Türen! Sichern Sie Gegenstände im Freien! Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen. Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien!

UPDATE, 10.30 Uhr: Video zeigt Ausmaß von Wintereinbruch

In einem Video, das auf der Facebook-Seite von Tirol TV veröffentlicht wurde, wird das ganze Ausmaß des Wintereinbruchs noch einmal verdeutlicht: Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen, aber auch Stromausfälle sind die Folge des Schneechaos. Mehrere Schulen müssen geschlossen bleiben. 

Olga Riesner, Bezirkshauptfrau von Lienz, geht davon aus, dass die Einsatzfahrzeuge noch die nächsten Tage im Einsatz bleiben werden. 

Mehrere Unfälle geschahen in Nordtirol. In Oberperfuss ist ein Autofahrer wegen der glatten Straße von der Fahrbahn abgekommen und in die Melach gerutscht. Der Fahrer blieb unverletzt.

In Nordtirol herrscht auf höher gelegenen Straßen nun Kettenpflicht.

UPDATE, 9.50 Uhr - Schneechaos auf der Brennerautobahn A13

Auch auf italienischer Seite in Südtirol fielen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bis zu 50 Zentimeter Neuschnee. Zahlreiche Straßen und eine Eisenbahnlinie im Pustertal seien von umgestürzten Bäumen blockiert worden, hieß es. Neben dem Pustertal seien das Eggental und das Grödner Tal am stärksten betroffen, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldete. In Bozen wurden Keller unter Wasser gesetzt.

Auf der Brennerautobahn (A13) kam es zu immensen Behinderungen wegen des Schnees. Zwischen der Mautstelle Schönberg und Brixen auf italienischer Seite gab es zeitweise lange (Lastwagen-)Staus. Obwohl der Schnee per Wettervoraussage vorhergesagt wurde, versuchten viele Autofahrer die wichtige Nord-Süd-Achse zu überwinden, obwohl sie dafür gar nicht ausgerüstet waren. Deswegen blieben viele Autos hängen und verschärften das Chaos.

Bilder vom Schneechaos auf der Brennerautobahn A13

UPDATE, 8.25 Uhr - Chaos auch in Kärnten und der Steiermark

Auch in Kärnten und in der Steiermark ging es "rund". Im Lesachtal in Oberkärnten mussten rund 100 Trafostationen abgeschaltet werden. Deswegen waren bzw. sind dort 4.000 Haushalte ohne Strom. Elf Schulen wurden vorübergehend geschlossen.

In Murau in der Steiermark waren zwischenzeitlich 600 Personen, davon rund 250 Patienten, im dortigen Landeskrankenhaus eingeschlossen. Zudem waren 2.500 Haushalte ohne Strom. Der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Schladming und Gröbming musste unterbrochen werden. Darüber hinaus meldete die Landespolizeidirektion zahlreiche Unfälle.

Schneechaos in Österreich nach Wintereinbruch

Die Erstmeldung:

Vor allem in Osttirol führte der nasse und dadurch schwere Schnee - es fielen bis zu 75 Zentimeter Neuschnee - zu massiven Problemen. Seit Mittwoch sind dort wichtige Straßen in das Defereggental, ins Tiroler Gailtal und ins Villgratental gesperrt. Zudem ist in Teilen der Region auch der Strom ausgefallen, wie die Tiroler Tageszeitung nun berichtet. Insgesamt sind dort rund 2.500 Haushalte betroffen.

Auch in anderen Teilen Tirols mussten Straßen aufgrund der massiven Schneefälle gesperrt werden. Auf der Inntalautobahn sorgte ein Unfall für Chaos. Auf der Brennerautobahn blieben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zahlreiche Autos liegen, die für den plötzlichen Wintereinbruch augenscheinlich nicht ausgerüstet waren. Im Ötztal und Pitztal wurden bis zu einem Meter Neuschnee gemessen.

SERVICE: Überblick über Straßensperren rund um Salzburg

Im Bundesland Salzburg waren fast 600 Feuerwehrkräfte im Einsatz, um dem Wintereinbruch halbwegs "Herr" zu werden. Vor allem der Bezirk Lungau war betroffen. Am Sonnblick fielen eineinhalb Meter Schnee. Von der Muhrer Landesstraße wurde ein Lawinenabgang gemeldet. Rund 8.000 Haushalte waren nach Angaben von wetter.at ohne Strom. Bei Bad Gastein fiel eine Sendeanlage des Österreichischen Rundfunks (ORF) aus. Deswegen hatten viele Haushalte auch keinen Fernseh- und Radioempfang.

"Die Lage hat sich seit Mittwochmittag kaum entspannt. Es sind zahlreiche Straßen gesperrt, zirka zehn Kinder konnten von der Schule nicht mehr nach Hause, sie kamen bei Verwandten unter und sind wohlauf", sagte Katastrophenschutzreferent Philipp Santner gegenüber salzburg24.de. Auch einige Schulen mussten geschlossen werden.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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