Toter identifiziert

Untersberg-Skelett: Das große Rätsel ist gelöst!

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Diese Teil der Skiausrüstung konnten im November 2014 gefunden werden.
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Anif - Im November 2014 brachten Höhlenretter die Skelettteile ans Tageslicht. Gerichtsmediziner versuchten seitdem herauszufinden, wer der Tote ist. Nun ist es geglückt!

Nun weiß man, wer der Mann ist, der in einem Loch im Untersberg-Massiv sein Ende fand: Es handelt sich um dem 21-jährigen Salzburger Karl Kammerer, der seit dem 21. März 1929 vermisst wurde.

Offenbar war er damals auf einer Skitour in das Einstiegsloch der Höhle gefallen und rund 50 Meter tief abgestürzt. Durch Schmelz- und Regenwasser wurden die Überreste des Mannes sowie Ausrüstungsgegenstände weiter in die Tiefe gespült.

Schnell gab es eine heiße Spur

Wie von uns berichtet, wurde nach dem spektakulären Fund des Skeletts ein DNA-Profil erstellt, was mehrere Wochen dauerte. Schnell gab es jedoch eine heiße Spur. Experten datierten die Skiausrüstung auf die 1920er oder 1930er-Jahre und tatsächlich wurde in den Archiven ein passender Fall gefunden: 1929 kam ein Skitourengeher von einem Ausflug am Untersberg nie mehr zurück.

Doch bis zur Auflösung des Rätsel gab es noch einen Rückschlag: Zwar lebte der Bruder des damals Verunglückten noch, Ferdinand Kammerer, doch ein DNA-Abgleich mit dem 99-Jährigen brachte überraschend keine eindeutige Übereinstimmung.

Fotos von der Bergung:

Bergungsaktion am Untersberg

Dann jedoch die Wende: Wie sich herausstellte, war Ferdinand nur der Halbbruder des seit 1929 vermissten Karl Kammerer. Ein DNA-Abgleich mit der 94-jährigen Schwester brachte Gewissheit. Der Test ergab zu 99,99 Prozent, dass sie und Ferdinand Vollgeschwister und jeweils Halbgeschwister von Karl sind. Der Fall war gelöst.

Der Hintergrund: Karls Mutter hatte nach dem Tod ihres Mannes seinen Bruder, also ihren Schwager geheiratet. Aus dieser zweiten Ehe entstammte Ferdinand, der heute 99-Jährige.

Dem Kurier erklärte Ferdinand, dass er sich zeitlebens immer Vorwürfe gemacht habe. Am Abend vor dem verhängnisvollen Ausflug war sein Bruder auf einer Tanzgesellschaft. Weil es später wurde, sollte ihn Ferdinand am 21. März wecken - doch er verschlief! So brach Karl zu spät zu seiner Skitour mit Freunden auf und machte sich alleine zum Untersberg auf. Nun aber könne er mit der Geschichte abschließen. "Dass ich das noch erleben darf ", wird er vom Kurier zitiert.

Der ORF berichtet, dass die Familie um Ferdinand Kammerer jetzt ein Begräbnis für Karl plant - fast 86 Jahre nach dessen Tod soll er seine letzte Ruhestätte in einem richtigen Grab finden.

mg/ro24

Quelle: rosenheim24.de

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