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Wirtschaftskammer-Präsident: „Wollen uns solidarisch zeigen“

Start der 2G-Kontrollen in Salzburg – auf einmal funktioniert‘s

2G-Kontrollen bei Geschäften in Salzburg
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Dank einer Verordnung geht’s jetzt doch, seit Montag werden nun auch im Europark alle Kunden nach einem Impf- oder Genesenen-Nachweis gefragt, außer sie wollen zu einem Lebensmittelgeschäft, Drogerie oder Apotheke.

Der Lockdown für Ungeimpfte in Österreich funktioniert mehr schlecht als recht – das liegt auch daran, dass kaum kontrolliert wird. Der Handel war noch im Dezember zwar für eine Kontrolle ermächtigt, aber eben nicht verpflichtet. Der Unmut war groß, Salzburgs Landeshauptmann hat reagiert und eine Verordnung erlassen: So muss der Handel seit 3. Januar den 2G-Nachweis verpflichtend kontrollieren, entweder schon beim Betreten eines Geschäftes oder spätestens an der Kasse. Und siehe da, was für viele im Handel vor der Verordnung noch unmöglich schien funktioniert auf einmal wunderbar.

Salzburg – Noch im Weihnachtsgeschäft klagte der Handel Österreichweit, dass sie rund 50 Prozent des Umsatzes verlieren würden, weil Nicht-Geimpfte nicht mehr einkaufen dürften, kontrolliert hat freilich fast niemand – bei den Shops in den Einkaufszentren ohnehin nicht, weil dort auch Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken und anderen Geschäfte sind, die von der Nachweispflicht ausgenommen sind.

Die Betriebe sagten, die Kontrolle sei nicht machbar, außerdem habe man dafür kein Personal. Geklagt wurde auch, dass so immer mehr Geld zu den Online-Unternehmen ins Ausland wandern würde, tatsächlich bieten auch viele österreichische Unternehmen mittlerweile einen Online-Versand an, sodass rund 45 Prozent des Online-Umsatzes ohnehin in Österreich bleiben.

Stempel wie früher in der Disco

Seit Montag (3. Januar) funktioniert es auf einmal doch. In Salzburgs größtem Einkaufszentrum, dem Europark, gibt es sogar sechs „Service-Points“, wo Kunden freiwillig ihren 2G-Nachweis schon vor dem Einkaufen vorzeigen können, „und bitte ihren Ausweis dazu“. Danach gibt’s einen „Europark 2G gecheckt“-Stempel auf den Handrücken, viele erinnert das an vergangene Discozeiten.

„Die Kunden nehmen das sehr gut an und wenn sie einmal kontrolliert sind, müssen sie nicht in jedem Geschäft wieder ihren Nachweis am Handy oder ihren Impfausweis zeigen“, so Center-Manager Manuel Mayer. Vor den großen Filialisten wie Mediamarkt, C&A oder Deichmann steht plötzlich eigenes Sicherheitspersonal, das bei jeder Kundin und jedem Kunden den Nachweis schon vor dem Betreten des Geschäfts verlangt – oder eben den Stempel.

Bei einer nicht repräsentativen Umfrage finden alle Kunden die Kontrollen gut, manche meinten sogar: „Warum nicht schon früher, warum muss immer erst eine Verordnung her“. Nur eine Kundin fühlte sich durch die Kontrollen eingeengt, „also entspannt ist das Einkaufen mit den ständigen Kontrollen nicht“. Ein offensichtlich nicht geimpfter Schüler wollte mit seinem Ninja-Ausweis, also den Schultests, einen Stempel erhalten, er schaffte es nicht und verließ die Mall wieder.

„Wollen solidarisch sein“

Peter Buchmüller, Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg, sieht den Sinn der Kontrollen ein, „auch wenn ich es nicht fair finde, dass sie nur im Bundesland Salzburg angeordnet wurden“. Hier müssen nun Betriebe bis zu 3600 Euro Strafe zahlen, wenn Kunden ohne 2G-Nachweis erwischt werden, bisher mussten die Kunden bis zu 150 Euro Strafe bezahlen.

Während der Sprecher des Handels in der Wirtschaftskammer, Johann Höflmaier, noch mit Unverständnis reagierte und meinte, der Handel würde nun bestraft wenn sich Ungeimpfte nicht an den Lockdown hielten, zeigte sich der Präsident verständnisvoller, „wir wollen solidarisch sein und keinen Lockdown mehr“.

Seit dem Ende des allgemeinen Lockdowns in Österreich für alle am 13. Dezember vergangenen Jahres gibt es einen Lockdown nur für Personen, die nicht geimpft oder nicht genesen sind, dieser wurde erst bis 10. Januar verlängert. Kontrolliert wurde allerdings kaum, weder von der Polizei in Schwerpunktkontrollen noch vom Handel selbst. Nur einige große Ketten wie zum Beispiel das deutsche Modehaus Adler hat auch in Salzburg sofort ab Mitte Dezember alle Kundinnen vor dem Betreten kontrolliert.

In sozialen Medien und auch in Leserbriefen hatten sich viele wegen der Nicht-Kontrollen beschwert, Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat dann noch vor Weihnachten als einziger Landeschef Österreichs auch aus Angst vor der noch ansteckenderen Omikron-Variante verpflichtende Kontrollen des Handels per Verordnung angekündigt.

hud

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