Am Schöffengericht in Salzburg

„Festnahme vergessen“: Sechs Monate Haft für jugendliche Brandstifter (14/15)

Prozess am Schöffengericht Salzburg
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Zu jeweils sechs Monate Haft hat ein Schöffengericht jetzt zwei Teenager verurteilt, beide sollen mehrere Mülltonnen in Brand gesetzt haben und Handys geraubt haben.

Zu jeweils 18 Monaten Haftstrafe, davon zwölf Monate auf Bewährung, verurteilte am Dienstag (12. Januar) ein Schöffengericht zwei Schüler (14, 15), die gestanden mehrmals Müllcontainer angezündet zu haben, den Raub eines Handys gaben sie nicht zu, sie hätten sich das Handy eines anderen Jugendliche nur ausleihen wollen, weil die Polizei ihr Handy bei einer ersten Festnahme nach einem Brandanschlag einbehalten hatte. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, die Verfahrenshelfer der beiden Angeklagten hatten keine Erklärung abgegeben.

Salzburg - Zwei schmächtige Burschen im Alter von 14 und 15 Jahren wurden am Dienstagvormittag (12. Januar) von zwei Justizbeamten aus der U-Haft beim Landesgericht vorgeführt. Beide sollen im November zwei Jugendliche beraubt und zahlreiche Mülltonnen in Brand gesetzt haben. Beide sind zum Teil geständig, den Raubvorwurf wiesen beide zurück, sie hätten sich ein geraubtes Handy nur ausleihen wollen.


Der Erstangeklagte (15) ist vor einem Jahr alleine aus Albanien gekommen und wohnt in einer speziellen Jugend-WG im Flachgau, der Salzburger (14) wohnt bei seiner Oma. Beide sind nicht vorbestraft, aber hatten mit der Justiz schon im Rahmen eines außergerichtlichen Tatausgleichs zu tun. In der U-Haft soll sich der angeklagte Österreicher auch zum Terror-Anschlag von Wien geäußert haben: „Cool, die haben auf Polizisten geschossen“.

Beide gaben zu unter anderem an der S-Bahn-Station Taxham eine Mülltonne angezündet zu haben, sowie Tage später noch eine Tonne und einen Telefon-Verteilerkasten. Am 18. November sollen beide am Bahnhof in Kuchl einem ebenfalls Jugendlichen das Handy weggenommen haben, beide Angeklagten sagen, sie hätten es sich nur ausleihen wollen.


Am 22. November beobachteten Zivilbeamte in der Nacht die beiden im Salzburger Stadtteil Taxham, kurz darauf brannte wieder eine Mülltonne. Die beiden wurden festgenommen, verhört und wieder freigelassen. Am Abend desselben Tages soll dann der zweite Handy-Raub passiert sein. Da sich in diesem Fall das Opfer weigerte das Handy abzugeben soll der Jüngere gesagt haben „gib uns dein Handy mein Freund kennt Leute die werden zu deinem Vater gehen und ihn aufschlitzen“.

Bei der Einvernahme zeigte sich der Vorsitzende Richter erstaunt über den Albaner, „Sie wohnen in einer Super-WG, gehen in die Schule und haben das Angebot für eine Psychotherapie aber Sie fahren lieber nach Salzburg und begehen Straftaten?“ Er wolle das Handy nur aus Spaß weggenommen haben, dass er Stunden zuvor von der Polizei wegen der Brandanschläge festgenommen worden war, habe er wieder vergessen. Dazu der Richter: „Da haben wir in der Justiz große Sorgen wenn einer eine Festnahme vergisst und gleich danach wieder Straftaten begeht“.

hud

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