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Salzburger Stadt-Tourismus in Reichenhaller Hand

Bürgermeister Preuner: „Schon wieder eine Deutsche, aber da sie aus Bayern kommt haben wir sie akzeptiert“ 

In Anspielung auf die neue Festspielpräsidentin aus Karlsruhe stellte Bürgermeister Harry Preuner die Reichenhallerin Christina Schönhuber launisch vor mit: „Schon wieder eine Deutsche“.
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In Anspielung auf die neue Festspielpräsidentin aus Karlsruhe stellte Bürgermeister Harry Preuner die Reichenhallerin Christina Schönhuber launisch vor mit: „Schon wieder eine Deutsche“.

„Schon wieder eine Deutsche, aber da sie aus Bayern kommt, haben wir sie akzeptiert“, so launisch stellte Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner die neue Tourismus-Chefin der Stadt, Christine Schönhuber vor. Die 44-jährige Reichenhallerin wurde von einem Head-Hunter zur Teilnahme am Auswahlverfahren überredet und setzte sich vor allem mit ihren Wissen in der Strategieentwicklung durch. 

Salzburg – Schönhuber ging im April dieses Jahres als Erstgereihte eines mehrstufigen Bewerbungsprozesses hervor, an dem sich 14 Männer und fünf Frauen für die Nachfolge von Bert Brugger bewarben, der sich nach 22 Jahren an der Spitze der stadteigenen Tourismus-Salzburg-Gesellschaft (TSG) in den Ruhestand verabschiedete. 

Schönhuber selbst kommt aus Bad Reichenhall, geboren in Traunstein, mit 18 Jahren ist sie in die USA ausgewandert und hat dort erst aus Au-Pair und später im Tourismus gearbeitet, unter anderem im Hilton Hotel. „Das Leben in den USA hat mich stark geprägt, man lernt dort internationales Denken“, so die 44-Jährige heut.

Als sie 2003 nach Bad Reichenhall zurückkommt, bleibt sie dem Tourismus treu, kümmert sich in Tirol um US-Skitouristen des Reiseveranstalters Thomas Cook, „nebenbei habe ich bei der Max Aicher-Akademie meinen MBA (Master of Business Administration. Anm.) gemacht und in Rosenheim abgeschlossen“. Es folgte ein Ruf in den Schwarzwald und zuletzt leitete sie den Marketingbereich der Tourismus-Gesellschaft Baden-Württemberg. „Ich habe überall viel Erfahrungen gesammelt, ob bei den Amerikanern, den Tirolern oder den schwäbischen Beamten in Stuttgart, überall menschelt es“. 

„Salzburg, eine der besten Städte“

Jetzt habe sie allerdings ihren Traumjob gefunden, „denn Salzburg ist eine der besten Städte, die man Touristen in Europa anbieten kann, mit Kultur als klarem Alleinstellungsmerkmal“, so Schönhuber. Viele andere Städte würden um einen USP, also das Alleinstellungsmerkmal kämpfen, Salzburg habe es schon, „und darum kommen auch so viele internationale Touristen“. Sie wolle die Marke Salzburg weiter aufbauen, konkrete Ziele, wie es mit dem Städtetourismus weitergeht, wollte die 44-Jährige allerdings nicht verraten, „ich bin erst den dritten Tag hier und habe noch viel zu lernen“. Dass sie die Ausschreibung ohne konkrete Ziele gewonnen hat, ist kaum anzunehmen. In Baden-Württemberg hat sie nach eigener Aussage Erfahrungen im Change-Management gesammelt und dort für zahlreiche Städte Strategien ausgearbeitet, „2020, kurz vor der Pandemie, eine zweite Umstrukturierung für den Tourismus des Landes Baden-Württemberg“. 

„Habe Salzburg immer schon geliebt“

Schönhuber selbst hatte bis vor kurzem ihren Lebensmittelpunkt wieder in Bad Reichenhall, „meine Familie, meine Freunde leben da, erst kürzlich hatten wir eine Abi-Feier“. Trotzdem hat sie sich bereits eine Wohnung in unmittelbarer Nähe ihres neues Arbeitsplatzes, des Kongresshauses, gesucht, nicht weil es die neue Funktion verlangt „sondern weil ich diese Stadt einfach immer schon geliebt habe und möglichst nahe am Geschehen und meiner Arbeit wohnen will“.

 Fast wieder 3 Mio. Übernachtungen

Der scheidende Geschäftsführer, der Pinzgauer Bert Brugger, konnte bis vor Corona Jahr um Jahr neue Rekorde verkünden, 2019 waren es 3,3 Millionen Nächtigungen und damit doppelt so viele wie bei seinem Beginn 2001. Der wachsende Tourismus, vor allem die mit Bussen anreisenden Tagestouristen, führten vor der Pandemie aber auch zu immer schärferer Kritik. Brugger stellte sich dieser „Overtourism“-Diskussion immer mit dem Argument, dass auch Tagestouristen Geld im Land lassen, und wenn sie nicht in der Stadt übernachten würden, dann doch in der näheren Umgebung. Auch Preuner erinnerte sich an die Diskussionen, „immer wenn ich meinte, ein bisschen weniger wären gut, meinte Brugger, ein bisschen mehr könnten es schon noch sein“.

Die Vorarbeit hat Brugger in 22 Jahren geleistet, er hat die richtigen Märkte bearbeitet. Auch wenn sich die Stadt in den vergangenen Pandemie-Jahren wieder auf die nahen Märkte wie Deutschland konzentrieren musste, ist davon auszugehen, dass auch die Gäste aus den USA und Asien wieder vermehrt kommen. „Die Richtung stimmt schon wieder“, fasste zumindest Bürgermeister Preuner den Trend zusammen.

hud

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