„Ich wollte mein Auto hören“ – Zwei Verletzte

Mit 269 km/h durch Katschbergtunnel – 15 Monate Bewährung

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Mit 269 km/h ist der 26- jährige Deutsche durch den Katschbergtunnel in Richtung Salzburg gerast und ist dabei auf einen Skoda aufgefahren.
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Salzburg - Bereits im Juni 2017 raste ein 26-jähriger Maurer aus Rheinland-Pfalz mit 269 km/h durch den Katschbergtunnel, bei einem Auffahrunfall im Tunnel wurden zwei Personen leicht verletzt. Wegen „vorsätzlicher Gemeingefährdung“ verurteilte ihn am Freitagnachmittag ein Schöffensenat am Landesgericht Salzburg zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 26-Jährige sagte vor Gericht, er sei am Unfalltag mit seinem 300 PS starken Mercedes auf der Heimfahrt von einem Sportwagentreffen am Wörthersee gewesen. Im Katschbergtunnel sei die Fahrbahn trocken gewesen, darum habe er sein Fahrzeug beschleunigt. "Ich wollte einmal mein Auto hören und gab Gas", so der Deutsche, er hätte aber niemanden gefährden wollen, „das habe ich in keiner Weise vorgehabt“. 

Der Staatsanwalt sah das anders, denn zum Unfallzeitpunkt sei im Katschbergtunnel Richtung Salzburg reger Verkehr gewesen, zudem gelten im Tunnel generell 100 km/h, wie in allen Tunnels in Österreich. Schon eine Richterin am Bezirksgericht Tamsweg hatte eine Gemeingefährdung gesehen da der 26-Jährige die Insassen von rund 20 Fahrzeugen einer Gefahr ausgesetzt habe, sie hatte daher den Fall an das Landesgericht abgetreten.

Der Anwalt des Unfalllenkers wies den Vorsatz der Gemeingefährdung allerdings zurück, der Mercedes sei für eine hohe Geschwindigkeit ausgelegt und habe Spezialbremsen, zudem sei sein Mandant ein „sehr guter Fahrer“. Außerdem habe der Angeklagte abgebremst, nachdem er einen Wagen vor ihm mit 100 km/h bemerkt habe, beim Aufprall auf diesen Wagen sei der Mercedes des Deutschen nur mehr 120 km/h schnell gewesen. Der Deutsche selbst war noch der Meinung, er habe durch sein Bremsen den Auffahrunfall „nahezu vermeiden können“. Die beiden Insassen des Skoda erlitten Prellungen und ein Schleudertrauma.

Im Laufe der Verhandlung zeigte der Fahrer Reue, „es ist schon total deppert im Tunnel so schnell zu fahren“, räumte er gegenüber dem Richter und den beiden Schöffen ein, er habe schlichtweg nicht auf den Tacho gesehen. 

Bei den Unfallbeteiligten habe er sich entschuldigt, den Totalschaden des Skoda habe seine Versicherung beglichen, der Schaden bei seinem 100.000 Euro teuren Mercedes habe rund 87.000 Euro betragen. Dieser Eigenschaden interessierte das Schöffengericht weniger als vielmehr die Gemeingefährdung, denn laut einem Verkehrsgutachter sei der Fahrer rund 500 Meter im Tunnel mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 269 km/h unterwegs gewesen. 

Wegen der generellen Abschreckung hat sich das Gericht am Ende für eine Haft von 15 Monaten entschieden, allerdings auf Bewährung. Der 26- Jährige hat die Bedenkzeit von drei Tagen in Anspruch genommen, das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

hud

Quelle: rosenheim24.de

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