Prozess in Salzburg

Überfall auf Schüler (16) – Prozess vor dem Schöffengericht 

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Hier auf dieser Treppe nahe des Uniparks sollen die beiden Paschtunen auf den Schüler eingeschlagen und ihn beraubt haben.

Salzburg - Am 13. Oktober sollen zwei 20-Jährige einen 16- jährigen Schüler überfallen und beraubt haben. Einer der Angeklagten, gibt den Raub zu, „er bot uns Marihuana an, ich wollte es ihm wegnehmen“, der zweite Angeklagte will nicht dabei gewesen sein sondern mit seiner Mutter zuhause ferngesehen haben. Das Opfer kann sich nur an einen Namen erinnern, den er am Tatort gehört hatte. 

Es ist der 13. Oktober 2019, 22 Uhr, das spätere Opfer ist mit seinem Longboard unterwegs, vom Unipark in Richtung Akademiestraße, auf einer Treppe sitzend sollen ihn zwei Burschen angehalten, geschlagen und beraubt haben. Seine Geldbörse mit rund 150 Euro sei danach verschwunden gewesen sowie einige Gramm Marihuana zum Eigengebrauch. 


Einmal sei der Vorname eines Angeklagten gefallen, auf Instagram habe er ihn später wiedererkannt. Den Zweiten will er nur von Erzählungen seiner Freunde her kennen, „er ist wohl in der Drogenszene bekannt und soll einige Freunde ‚abgezogen‘, also betrogen haben“. Bei einer Gegenüberstellung verwechselte er allerdings die beiden Angeklagten, es sei am Tatort dunkel gewesen und den Erstangeklagten habe er dann später auf Instagram eindeutig wiedererkannt, nachdem Freunde ihm gesagt hätten, dass das nur dieser Bursche sein könne.

Der Hauptangeklagte, ein 20-jähriger Österreicher, geboren in Afghanistan, gesteht den Raub und die Faustschläge, „das Opfer hat mich provoziert“. Außerdem soll der Schüler zuvor den Beiden Drogen zum Kauf angeboten haben, der Zweitangeklagte habe das Opfer wohl gekannt. Bei der Polizei hatte der Erstangeklagte den Raub bereits zugegeben, „wir wollten ihn abziehen“, also ihm die Drogen wegnehmen. Vor dem Schöffengericht wiederholte der 20-Jährige dieses Geständnis erst nachdem er sich kurz mit seinem Anwalt beraten hatte.


Der zweite Angeklagte, ein afghanischer Staatsbürger mit Asyl in Österreich, leugnet jede Beteiligung, „ich war an diesem Abend zuhause und habe Fernsehen geschaut, meine Mutter und mein Bruder waren dabei“. Warum ihn sein ehemaliger Freund, der Erstangeklagte, belaste, könne er sich nicht erklären.

Allerdings hat der Zweitangeklagte bereits zweimal mit einem Gericht zu tun gehabt, unter anderem wegen einer Nötigung. Dass er leugnet könnte auch damit zu tun haben, dass er bei einer Verurteilung wegen Raubes seinen positiven Asylstatus verlieren könnte. 

Die Verhandlung wurde auf Anfang März vertagt. Die Richterin wird nun bei einem neuen Termin die Mutter und den Bruder befragen.

hud

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