Salzburg will die stark befahrene B156 sperren

"Ein Schlag ins Gesicht": Lkw-Aufkommen droht in der Region zu steigen

Salzburg - Es droht erneut ein Verkehrsstreit zwischen Bayern und Österreich. Denn die Salzburger Landesregierung will ab März die stark befahrene B156 für Lkw sperren. Dadurch könnte der Schwerlastverkehr in der Region zunehmen.

Nachdem das Nachbarland Österreich am 15. Dezember die Vignette bis Salzburg und Kufstein aufgehoben hat, schien sich der Verkehrsstreit zwischen beiden Ländern etwas zu beruhigen. Und das, obwohl das Land Tirol weiter an seinen Fahrverboten auf Landstraßen festhalten will, genauso wie Deutschland die Grenzkontrollen nicht beenden will. Doch nun droht ein neuer Ärger zwischen Salzburg und den bayerischen Nachbarn.


Die Salzburger Landesregierung will die stark befahrene Landesstraße B156 im nördlichen Flachgau ab März für Lkw sperren. Die Lastwagen könnten dann über Oberbayern ausweichen, allen voran die Landkreise Traunstein, Altötting und Berchtesgadener Land wären stark betroffen.

Politiker aus der Region zeigen sich enttäuscht

"Wir haben an sich ein gutes Verhältnis in unserer Region und sind in einem guten Austausch vor allem zwischen den Gemeinden", sagt Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner (CSU) gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. "Wenn dann staatliche Stellen eine solche Entscheidung ohne Beteiligung treffen, dann ist das natürlich schon auch ein Schlag ins Gesicht." Schupfner zeigt sich enttäuscht und wurde vorab nicht informiert, erfuhr erst aus den Medien von dem Vorhaben.


Im Berchtesgadener Land werden erste Gegenmaßnahmen überlegt. „Man muss den Salzburger Nachbarn einmal deutlich machen, dass es mit einseitigen Aktionen sicher nicht getan ist", so Landrat Georg Grabner (CSU) gegenüber dem BR. Auch er habe erst aus Salzburger Medien davon erfahren. "Bei uns durchs kleine Deutsche Eck fahren jede Menge österreichischer Lkw. Da müsste man auch mal nachdenken, was man machen kann, um das zu reduzieren.“

Verkehr für die Anwohner nicht mehr tragbar

Laut dem ORF ist die Lärmbelästigung für die Anwohner enorm hoch, sie könnten beispielsweise nur bei geschlossenen Fenstern telefonieren. Nun sei eine Grenze erreicht. "„Wir werden es großflächig einsetzen, damit das Ausweichen innerhalb von Salzburg keinen Sinn mehr macht", so Verkehrslandrat Schnöll gegenüber dem ORF. "Die Situation, wie sie derzeit ist, war für uns jedenfalls nicht mehr tragbar. In den betroffenen Gemeinden ist es nämlich kaum mehr möglich, ordentlich zu leben." 

Für Lkw, die ihren Start und Ziel in Salzburg haben, gelte das Fahrverbot nicht. "Wir haben uns noch immer zusammengerauft, und so wird es auch bei diesem Thema sein“, sagt Schnöll über den möglichen Ärger mit den bayerischen Nachbarlandkreisen.

ma

Quelle: rosenheim24.de

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