Winterausrüstungspflicht in Österreich

Auf was muss ich als Autofahrer achten?

Salzburg - Vom 1. November 2017 bis 15. April 2018 gilt auf Österreichs Straßen wieder eine witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht. Auf was muss man als Autofahrer achten?

Im Jahr2008 wurde das österreichische Kraftwagengesetz geändert - seitdem gelten diese Bestimmungen für Autos, Autos mit leichtem oder schwerem Anhänger und Klein-Lastwagen. "Eine situative oder auch witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht bedeutet, dass Sie bei winterlichen Wetterbedingungen - also Schnee, Schneematsch oder Eis - an allen vier Rädern Winterreifen montiert haben müssen oder - was auch erlaubt ist - Sommerreifen mit Schneeketten an zwei Antriebsrädern." - so Friedrich Eppel, ÖAMTC-Reifenexperte, auf der Internetseite des österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclubs. Außerdem sei es möglich, auch bei schlechten Wetterbedingungen, sein Auto mit Sommerreifen nur zu parken.

Diese Bestimmungen gelten:

  • Winterreifen: Bei schlechten Wetterbedingungen müssen an allen Rädern Winterreifen angebracht sein. Wetterberichte sollten regelmäßig verfolgt werden. Einfache Straßennässe beispielsweise kann bei Absinken der Temperatur zu Glatteis führen; Als Winterreifen werden gesetzlich solche anerkannt, die mit den Bezeichnungen 'M+S', 'M.S.' oder 'M & S' gekennzeichnet sind und mindestens 4 mm, bei Diagonalreifen 5 mm Profiltiefe aufweisen. Das gilt auch für so genannte Ganzjahresreifen, Allwetterreifen sowie Spikereifen.
  • Sommerreifen mit Schneeketten: Als Alternative zur Winterbereifung kann man Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern montieren. Das ist allerdings nur erlaubt, wenn die Straße durchgängig oder fast durchgängig mit Schnee oder Eis bedeckt ist. Die Ketten sind auf den Rädern der Antriebsachse zu montieren. Wer Sommerreifen am Auto hat, sollte bei längeren Fahrten auf jeden Fall Schneeketten im Kofferraum mitführen.
  • Anhängerbetrieb: Gemäß dem Kraftwagengesetz gilt kein ausdrückliches Verbot, am Zugfahrzeug Winterreifen und am Anhänger Sommerreifen zu benützen (und umgekehrt). Hinsichtlich Spikes gibt es aber die Vorschrift, Anhänger mit gleichartigen Reifen wie das Zugfahrzeug auszurüsten. Der ÖAMTC empfiehlt deshalb im Zweifel an einem Anhänger, der nicht nur im Sommerhalbjahr genützt wird, eher Winter- oder Ganzjahresreifen zu verwenden.
  • Ausgenommen von der Winterausrüstungspflicht sind: Mopeds, Mofas und Motorräder
  • Für Busse und Lastwagen: Bei Bussen von über 3,5 Tonnen gilt eine witterungsunabhängige Ausrüstungspflicht vom 1. November bis 15. März 2018; Bei Lastwagen von über 3,5 Tonnen gilt selbige Verpflichtung vom 1. November bis 15. April 2018. Zusätzlich müssen in den gleichen Zeiträumen Schneeketten mitgeführt werden. 

Welche Konsequenzen drohen bei Missachtung?

Strafen:

Wer bei winterlichen Fahrbedingungen nun doch mit den Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einer Strafe von 60 Euro rechnen. Bei Gefährdung Anderer drohen sogar bis zu 5.000 Euro Bußgeld. Die Polizei kann außerdem bei besonders uneinsichtigen Bürgern die Fahrzeuge einfach aus dem Verkehr ziehen.

Wie sieht es mit der Versicherung aus?

Verursacht der Fahrer eines nicht ordnungsgemäß mit Winterreifen ausgestatteten Autos einen Schaden, muss die Haftpflichtversicherung des Geschädigten für den Schaden aufkommen. Eine Rückzahlung kann die Versicherung vom Fahrer des sommerbereiften Autos derzeit nicht verlangen. Bezüglich der situativen Winterausrüstungspflicht liegen allerdings noch keine Urteile vor.

Bei zusätzlich grob fahrlässigem Fahrverhalten wie erhöhtem Tempo oder Handy-Telefonie kann der Versicherer hingegen eine Zahlung verweigern.

Welche Bedingungen gelten in Deutschland?

Auch in Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Ein Verstoß wird ebenfalls mit mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro geahndet. Außerdem wirdein Punkt im Verkehrszentralregister eingetragen. Bei zusätzlicher Behinderung werden daraus 80 Euro Bußgeld und ein Punkt im Register. Ab dem ersten Januar 2018 ändern sich allerdings die Bestimmungen für die Kennzeichnung von Winterreifen: Nur noch solche werden als wintertauglich gesehen, die mit dem "Alpine-Symbol" versehen sind.

Was Sie außerdem wissen sollten:

Ramona Reiter

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Salzburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser