Kriminalstatistik 2018 aus Salzburg

Drei Morde und steigende Cyber-Kriminalität

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Polizeidirektor Franz Ruf (li.) freut sich über die höchste Aufklärungsquote seit Jahren, Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt sieht ein weiteres Ansteigen der Cyber-Kriminalität voraus.

Salzburg - Die Polizei im Bundesland klärte 2018 genau 53,9 Prozent aller angezeigten Straftaten auf, dazu zählen auch Fahrraddiebstähle und Ladendiebstähle.

„Mit der Quote von 53,9 Prozent haben wir im langjährigen Bereich den höchsten Wert im Bundesland Salzburg“, so Landespolizeidirektor Franz Ruf. 

Bei Gewaltdelikten wie zum Beispiel Körperverletzung liegt die Aufklärungsquote bei 85 Prozent. Die Statistik für 2018 weist auch drei Morde auf, darunter der Mord an einer jungen Frau aus Zell am See im Oktober. 

Bei einem weiteren „Mord“ handelt es sich eigentlich um den Doppel-Selbstmord eines Paares aus dem bayerische Pfarrkirchen im November 2018 in einem Wald bei Lamprechtshausen. Hier geht die Polizei von einem Mord aus, da der Mann zuerst auf die Frau geschossen haben dürfte. 

Der Mord einer 20- Jährigen Frau aus dem Drogenmilieu in Zell am See ist einer von drei Morden im Jahr 2018.

Der dritte Mord wurde von einem afghanischen Asylbewerber glaubhaft als Fluchtgrund angegeben, aufklären kann die Polizei den mutmaßlich in Afghanistan verübten Mord allerdings nicht.

Insgesamt wurden 2018 bei der Polizei in Stadt und Land Salzburg fast 32.000 Straftaten angezeigt, diese Zahl entspricht etwa dem Niveau des Jahres 2012, die meisten Straftaten gab es übrigens 2006 mit rund 36.000, und das lange vor der Migrationsbewegung, die oft für einen „Anstieg der Kriminalität“ herhalten muss. Tatsächlich sieht Polizeidirektor Franz Ruf aber dennoch ein Ansteigen der Kriminalität bei Migranten, „denn ein gewisser Anteil an Migranten tritt erst nach einiger Zeit in Erscheinung“. Gemeint sind hier vor allem Eigentumsdelikte, denn abgelehnte oder untergetauchte Asylbewerber ohne wöchentliches Taschengeld oder auch Asylberechtigte, die schneller den westlichen Lebensstandard erreichen wollten, könnten in die Kriminalität abrutschen. Empirische Studien würden dies belegen.

Deutsche auf Platz 1 der Tatverdächtigen

Tatsächlich ist im Bereich Eigentumsdelikte, also auch Ladendiebstähle und Fahrraddiebstähle, fast jeder zweite Tatverdächtige Nicht-Österreicher, die größte Gruppe bilden dabei die Deutschen mit 1.428, das sind bezogen auf insgesamt 20.104 Tatverdächtige aber gerade einmal 7 Prozent, auf Platz Zwei folgen Afghanen mit 721 Tatverdächtigen, das sind 3,5 Prozent aller Tatverdächtigen im Bereich Eigentumsdelikte. „Ein Täter aus Bosnien war alleine für 37 Wohnhauseinbrüche verantwortlich, vier albanische Einbrecher für 32 Straftaten mit einem Gesamtschaden von 310.000 Euro“, so Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt.

Hohe Aufklärung bei Gewalt

Straftaten mit Körperverletzung wurden 2018 rund 4.900 Mal angezeigt, bei 683 Fällen blieb es allerdings bei einem Versuch. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich ist deutlich über den 53,9 Prozent, und zwar bei 85,3 Prozent. „In über 1.500 Fällen gab es ein Bekanntschaftsverhältnis zwischen Täter und Opfer und in 1.111 Fällen sogar eine familiäre Beziehung“, so Voggenberger. Bei den Gewaltdelikten zählte die Polizei im vergangenen Jahr 3.545 männliche und 2.318 weibliche Opfer.

Kriminalität verlagert sich ins Internet

Während bei den meisten Delikten die angezeigten Fälle sinken, ist der Bereich Cyber-Kriminalität weiter stark im Steigen, von 2017 auf 2018 um 21,3 Prozent auf 1.044 Fälle. Die Aufklärungsquote liegt hier nur bei knapp 40 Prozent. „Der Tatort Internet steht weltweit und rund um die Uhr zur Verfügung, Täter können weitgehend anonym auftreten“, erklärt Voggenberger den dramatischen Anstieg. Dabei stellen Hacker-Angriffe und Datenmissbrauch nicht einmal den größten Teil der Delikte dar sondern der Internetbetrug, „also der Betrug mit Tatort Internet“, dazu zählen auch Erpressung und pornografische Darstellung Minderjähriger.

Gute Zusammenarbeit mit Bayern

Die Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landespolizei bezeichnet Franz Ruf als sehr gut, „wir treffen uns mit dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim halbjährlich, spezielle operative Fälle werden laufend besprochen, bei Alarmfahndungen steht unserer Leitzentrale mit dem Gegenüber in Rosenheim sofort in Kontakt“.

hud

Quelle: rosenheim24.de

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