Gericht entscheidet nach erbittertem Streit in Salzburg

Mönchsberggarage wird ab 2020 ausgebaut

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Salzburg - Eine der beiden Garagen im Mönchsberg soll um 650 Plätze ausgebaut werden, die Garagen „Nord“ und „Mitte“ bieten dann zusammen knapp 2.000 Parkplätze in der Altstadt.

Nach einem jahrelangen Streit zwischen Befürwortern und Gegner hat das Bundesverwaltungsgericht in Wien nun entschieden, dass keine Prüfung der Umweltverträglichkeit notwendig ist.

Bürgermeister Harry Preuner hofft jetzt auf einen Baubeginn noch im nächsten Jahr, die Parkgaragengesellschaft will nun die Arbeiten ausschreiben und im Frühsommer 2020 mit dem Aushub des Baustollens beginnen, danach soll fast zwei Jahre lang der neue Stollen aus dem Mönchsberg heraus gefräst werden, die im Februar 2012 veranschlagten Baukosten von rund 20 Millionen Euro dürften jetzt allerdings bereits auf bis zu 28 Millionen gestiegen sein.

Im Februar 2012 präsentierte der damalige Bürgermeister Heinz Schaden seinen Plan, die Altstadtgarage Mitte – mit direktem Zugang zum Festspielhaus – auszubauen und die Stellplätze in dieser Garage zu verdoppeln. Die Kosten in Höhe von damals 20 Millionen Euro könne die Parkgaragengesellschaft aus eigenen Mitteln bestreiten. Doch die Gegner formierten sich schnell, neben den Grünen in der Stadt und der damals zuständigen, Grünen- Landesrätin Astrid Rössler auch eine Bürgerinitiative mit knapp 60 Mitgliedern, die sich vor allem gegen die Baustelle außerhalb des Berges am Fuße der Festung in Nonntal wehrte. 

Die Reaktionen auf das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes sind unterschiedlich, Wirtschaft und ÖVP-Bürgermeister begrüßen das Urteil, „erfreulich ist auch, dass ein jahrelanges Verhindern und Blockieren nunmehr sein Ende findet“. Preuner will durch neue Parkplätze im Berg Stellplätze in der Altstadt reduzieren, auch die Bewohner in der Altstadt würden damit Plätze erhalten. Mit dem Ausbau der Parkgarage hofft der Bürgermeister auch, das Verkehrschaos an regnerischen Sommertagen in den Griff zu bekommen.

Garagenausbau vs. Klimaschutz

Genau das glauben die Gegner nicht, ihr Credo: Mehr Parkplätze ziehen noch mehr Verkehr in die Altstadt. Vor allem die Grünen in der Stadt haben sich gemeinsam mit der Bürgerinitiative gegen den Ausbau gestemmt, „die Entscheidung des Gerichts ist ein Rückschlag für den Klimaschutz in unserer Stadt. Umso entschiedener bleiben wir bei unserem Einsatz gegen den weiteren Ausbau der Mönchsberggarage“, so Grünen-Stadträtin Martina Berthold. 

Die 650 zusätzlichen Parkplätze würden Gesundheit, Natur und Klima belasten. Die von den Befürwortern als Argument für den Ausbau gebrachte hohe Auslastung der beiden Garagen zweifeln die Grünen an, von Mai bis Juli dieses Jahres seien die beiden Garagen im Mönchsberg nur an sieben Tagen voll ausgelastet gewesen. „In Zeiten der Klimakrise ein derartiges Megaprojekt durchzuziehen, ist wider die Vernunft und ein katastrophales Erbe für nachfolgende Generationen“, so Berthold. Noch mehr Autos in der Innenstadt würden noch mehr Lärm und Belastung sowie verstopfte Straßen bedeuten.

Geschichte der Garagen

In den Jahren 1974 und 1975 wurden die beiden Mönchsberggaragen gebaut, die Garage „Nord“ mit direktem Ausgang zur Getreidegasse, sowie die Garage „Mitte“ mit direktem Zugang zum Festspielhaus. Diese Garage soll nun ausgebaut werden, zwei neue Kavernen sollen dafür entstehen. „Wie in der bestehenden Garage werden die neuen Stellplätze in zwei Kavernen zu je vier Geschossen errichtet. Die Kavernen werden je 130 Meter lang und etwa 17 Meter hoch sein“, so Alfred Denk, Geschäftsführer der Parkgaragengesellschaft. Der neue Garagenteil soll auch einen neuen, direkten Ausgang zum Toscaninihof erhalten. Im Vergleich zu den ersten Bauten aus den 1970-er Jahren sollen jetzt auch dieTreppenhäuser, als auch der Kassenbereich großzüger ausgelegt werden, auch die Größe der einzelnen Parkplätze wird den immer größer werdenden Fahrzeugen angepasst. Die Parkgaragengesellschaft gehört zu 60 Prozent dem Land Salzburg, 40 Prozent gehören der Stadt.

hud

Quelle: rosenheim24.de

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