Asfinag präsentiert neues System

Maut für Tauern und Brenner im Nachhinein bezahlen: So funktioniert's 

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Ohne Stau vor der Mautstelle ist die Videospur ganz links ohne Anhalten zu passieren, bezahlt werden kann jetzt auch im Nachhinein, wenn das Kennzeichen im Online- System der Asfinag erfasst ist.

Salzburg - Für alpine Autobahnen kassiert Österreich eine zusätzliche Streckenmaut, zum Beispiel für die Brennerautobahn oder die Tauernautobahn. Diese Maut können Autofahrer jetzt auch im Nachhinein zahlen, wenn ihr Kennzeichen Online im System ‚Flex‘ registriert ist.

Der Autobahnbetreiber "Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs- Aktiengesellschaft‘, kurz Asfinag, verspricht „kein Anhalten mehr“, was allerdings nur stimmt, wenn es vor den Mautstellen keinen Stau gibt, denn dann ist auch die Zufahrt zu den Videomaut-Abschnitten nicht möglich. Anders als in Italien kann man in Österreich nicht auf dem Pannenstreifen vor fahren, da die Videomaut- Streifen auf der linken Seite sind.

Den neuen Zahl-im-Nachhinein-Service bietet die Asfinag in ihrem Webshop an. Wenn der Autofahrer und sein Kennzeichen hier bereits erfasst sind kann die ‚Digitale Streckenmaut FLEX‘ aktiviert werden. Abgerechnet werden die Fahrten dann über das im Webshop hinterlegte Zahlungsmittel wie etwa Kreditkarte oder Lastschrift. Das erfasste Kennzeichen kann jederzeit aktiviert und deaktiviert werden, es wird auch sofort freigeschalten, eine Wartezeit gibt es nicht.

Wartefrist ja und nein

Anders bei der Maut für die allgemeinen Autobahnen, also zum Beispiel die Westautobahn von Wien nach Salzburg. Hier gilt die allgemeine Maut von derzeit 9,20 Euro für zehn Tage, 26,80 Euro für zwei Monate oder 89,20 für die Jahresvignette. Beim Kauf einer Klebe- Vignette, dem „Pickerl“, können die Autobahnen und Schnellstraßen sofort genutzt werden, beim Kauf der digitalen Vignette nicht. Hier gilt eine Wartefrist von 18 Tagen. 

Diese Wartezeit kann nur durch den Kauf an einem Automaten, zum Beispiel an der Shell-Tankstelle Walserberg-Süd oder von Freilassing kommend an der OMV-Tankstelle in der Münchener Bundesstraße umgangen werden, denn bei einem Sofortkauf greift nicht das Rückgaberecht von 14 Tagen wie bei einem reinen Online- Kauf. 

Warum gilt diese Frist nicht auch bei der digitalen Streckenmaut? „Bei den Streckenfahrten handelt es sich um Einzelfahrten, also unsere Leistung wird sofort erbracht“, erklärt Alexander Holzedl von der Asfinag. „Hier greift das Konsumentenschutzgesetz nicht, wir haben die Mautordnung entsprechend angepasst“. Anders bei der digitalen Jahresvignette, „hier wird ein Großteil der Leistung ja erst nach der Bestellung erbracht, daher das gesetzliche Rückgaberecht von 14 Tagen“, mit der Berücksichtigung des Postweges sind es dann 18 Tage.

Extra Streckenmauten gibt es in Österreich für die Phyrnautobahn von Linz nach Graz, die Tauernautobahn von Salzburg nach Villach und für die Brennerautobahn von Innsbruck bis zum Brenner, sowie für die Karawankenautobahn von Villach nach Slowenien und die Arlberg-Schnellstraße.

Die Asfinag, ist zu 100 Prozent im Besitz der Republik Österreich, 2018 haben alleine die kilometerabhängigen LKW- und Bus-Mauten fast 1,5 Milliarden Euro in die Asfinag-Kasse gespült, der Verkauf der Pkw-Vignetten – Klebevignette und digital - brachte 502 Millionen Euro, die Sondermauten wie zum Beispiel für die Tauernstrecke oder den Brenner noch einmal 189 Mio. Euro. Gegenüber 2017 sind die Einnahmen jeweils um rund 6,5 Prozent gestiegen. Mit den Einnahmen werden der Ausbau und die Sanierung bestehender Strecken bezahlt, aus dem Staatsbudget gibt es keine Zuschüsse.

hud

Quelle: rosenheim24.de

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