Ab Samstag 6 Uhr

Fahrverbote auch in Salzburg: Landesregierung sperrt sämtliche Abfahrten der A10

+
  • schließen

Salzburg - Ab den kommenden Samstag sperrt die Salzburger Landesregierung zahlreiche Ausfahrten. Die Fahrverbote gelten an jedem Wochenende bis zum 18. August. Währenddessen geht der Ärger zwischen Deutschland und Österreich weiter.

Vor drei Wochen führte die Landesregierung Tirol die ersten Fahrverbote im Bezirk Innsbruck ein. Am vergangenen Wochenende wurden die Maßnahmen auf die Bezirke Kufstein und Reutte ausgeweitet. Jetzt zieht auch die Salzburger Landesregierung nach. 

Ab dem kommenden Samstag, den 13. Juli, werden an jedem Wochenende bis 18. August sämtliche Abfahrten an der A10 zwischen Puch-Urstein und St. Michael im Lungau gesperrt. Die Fahrverbote gelten samstags und sonntags von 6 bis 20 Uhr in beide Fahrtrichtungen auf der Tauernautobahn, wie der ADAC auf seiner Homepage vermeldet

Mit diesen Fahrverboten soll der Stau-Problematik entgegengewirkt werden. "Um die Anrainer vor dem massiven Ausweichverkehr zu schützen, werden alle Abfahrten entlang der A10 zwischen Puch und St. Michael an den sechs Testwochenenden zwischen 6 und 20 Uhr nur für Zielverkehr offen sein“, sagte Salzburgs Verkehrslandrat Stefan Schnöll gegenüber krone.at.

Zunächst war der Plan, die Abfahrten nur stundenweise zu sperren. „Das ist praktikabler als wechselnde verkehrsbedingte Sperren", begründet Schnöll gegenüber salzburg24.de die Maßnahmen. "So zeigen Navigationsgeräte rechtzeitig an, dass es keine Alternativrouten durch Abfahren von der Autobahn gibt.“

Für Salzburger und Gäste, die in der Umgebung eine Unterkunft gebucht haben, gilt das Fahrverbot nicht. Wie in Tirol wird auch in Salzburg die Polizei Autos kontrollieren. Sollten Autofahrer, die auf der Durchreise in den Urlaub sind, erwischt werden, werden sie von der Polizei direkt zurück auf die Autobahn geschickt.

Außerdem betroffen ist die B1 Wiener Straße in Wals-Siezenheim. Diese wird ab dem Kreisverkehr in Richtung Kleiner Walserberg nur für den Zielverkehr offen sein. Die beiden Abfahrten Puch-Urstein Richtung Norden und Kuchl in Richtung Süden sollen nur bei Bedarf gesperrt werden. Sobald der Stau am Walserberg bis zum Knotenpunkt der A10 und A1 zurückreicht, werden die Ortsdurchfahrten Grödig und Wals gesperrt. 

Verkehr soll nicht über Marktschellenberg umgeleitet werden

Derzeit wird die dritte Kontrollspur am Walserberg auf deutscher Seite gebaut. Während die Landesregierung Bayern zugesagt hat, das intelligente Grenzmanagement so schnell wie möglich umzusetzen, verzichteten die Salzburger auf die Umleitung des Verkehrs über die B160 durch Marktschellenberg. Dieser Deal soll laut salzburg24.de weiterhin Bestand haben.

Der Ärger mit Deutschland geht weiter

Während Deutschland und Italien mit einer Klage bei der EU in Brüssel drohten, zog Tirols Landeschef Platter seit den Fahrverboten ein positives Fazit: "Die Fahrverbote wirken. Wir verzeichnen bereits eine deutlich spürbare Entlastung in den betroffenen Tiroler Gemeinden." Dass nun auch die Salzburger Regierung nachzieht, überrascht Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart. "Mit uns abgesprochen ist das nicht. Wir werden weiterhin die Gespräche mit Salzburg und Tirol suchen", sagte Reichhart gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

"Was die Landesregierung von Tirol derzeit auf der Inntalautobahn betreibt, ist an Willkür und Selbstherrlichkeit nicht zu überbieten. Seit längerer Zeit versucht das Bundesland Tirol, Verkehrsprobleme einseitig und zu Lasten der Nachbarländer zu lösen", sagt CSU-Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin Daniela Ludwig in einer Pressemitteilung. Äußert empört zeigt sie sich von der Ankündigung Tirols, dass in Zukunft der Lkw-Verkehr an der Grenze zu Kufstein durch ein automatisiertes System gebremst oder komplett zum Stillstand gebracht werden kann. "Das Problem muss aber im Dialog mit den Nachbarländern gelöst werden und nicht durch einseitige und willkürliche Straßensperrungen. Deutschland, Österreich und Italien sind Mitglieder der Europäischen Union und bekennen sich zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum", so Ludwig weiter. 

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Salzburg

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT