Am Freitag gab es bereits Proteste

Salzburger befürchten Klinik-Schließung: Folgen auch für uns?

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Foto von den Protesten am Freitag in Salzburg. 
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Salzburg/Traunstein/Bad Reichenhall - 1500 Menschen zogen am Freitag durch Salzburg: Sie fürchten Sparmaßnahmen bei Krankenhäuser und auch Schließungen - wir haben mit dem BRK darüber gesprochen.

Rund 500 Millionen Euro will die Koalition aus ÖVP und FPÖ bei der österreichischen Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) einsparen, die Regierung rechnet mit der Auflösung der Versicherung. Die AUVA betreibt wiederum die Unfallkrankenhäuser (UKHs), eines davon in Salzburg nahe dem Eishockeystadion. Gewerkschaften und SPÖ befürchten, dass es im schlimmsten Fall auch zu Schließungen der Unfallkrankenhäuser kommt. Das größere  Salzburger Landeskrankenhaus ist in der Debatte aber kein Thema.

Mögliche Folgen für BRK in Bad Reichenhall und Traunstein?

Die grenznahen bayerischen Rettungsdienste steuern das Salzburger Unfallkrankenhaus regelmäßig an. Im Fall der Fälle: Welche Auswirkungen hätte eine UKH-Schließung auf die Arbeit der Sanitäter und ihre Patienten? "Das Unfallkrankenhaus ist für uns eine zusätzliche Kapazität, vor allem wenn es beispielsweise an Sommertagen viele Verletzte gibt", so Markus Leitner vom Roten Kreuz im Berchtesgadener Land. 

Die Salzburger Kliniken sind je nach Unfallort für die Sanitäter im Berchtesgadener Land oft erste Wahl - fiele ein Krankenhaus weg, müsste der Rettungsdienst also oft weitere Wege auf sich nehmen, dementsprechend müssten Patienten länger auf eine Behandlung im Krankenhaus warten und die Rettungswägen des BRK wären länger gebunden. Konkret spricht Leitner aber von einem "fiktiven Szenario", wenn es um eine mögliche UKH-Schließung geht.

Bildergalerie: Mitarbeiter des Unfallkrankenhauses demonstrieren

Die Kollegen des Rettungsdienstes in Traunstein zeigen sich im Gespräch zurückhaltend. Für den "bodengebundenen Rettungsdienst", also Sanka und Co., würden sich durch eine Klinik-Schließung in Salzburg "keine deutlich spürbaren Änderungen" ergeben, so Jakob Goëss, Leiter des Traunsteiner Rettungsdienstes. 

Die Auswirkungen auf die Flugrettung könnten dagegen deutlich spürbarer sein: Der in Traunstein stationierte Hubschrauber "Christoph 14" ist regelmäßiger Gast im Salzburger UKH. Das für "Christoph 14" zuständige BRK-Landesgeschäftsstelle in München verlässt sich dabei aber auf eine Aussage der FPÖ-Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein: "Im Fall der Auflösung der Unfallversicherung garantiert das Gesundheitsministerium den Weiterbestand der Unfallkrankenhäuser." Bleibt zu hoffen, dass dieses Versprechen eingehalten wird und die Befürchtungen von Gewerkschaft, Krankenhaus-Belegschaft und Rettungsdiensten unbegründet sind. 

xe

Quelle: rosenheim24.de

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