Dritte Spur am Walserberg endlich offen

Landrat Georg Grabner: "Habe grobe Briefe geschrieben" 

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Salzburg/Berchtesgadener Land - Um Punkt 11 Uhr fuhr am Montag der erste Lkw offiziell durch die neue, 3. Spur am Walserberg an die Grenzkontrollen. Rund 500.000 Euro hat diese Spur gekostet, die erst auf Druck aus Salzburg schneller als geplant gebaut wurde.

Geöffnet wird die dritte Spur derzeit noch manuell, von Asfinag-Mitarbeitern, „wenn wir einen Anruf aus der Leitzentrale bekommen drehen wir die Tafeln um“, so Gregor Jadin von der Autobahnmeisterei. Wer das Kommando zum Öffnen gibt ist scheinbar noch unklar, Edgar Dommermuth von der Bundespolizei sagt, „wir geben das Kommando zum Öffnen“, der zuständige Verkehrslandesrat Stefan Schnöll ist der Meinung, dass „wir die Spur im Einvernehmen mit den deutschen Behörden öffnen, also wenn bei uns in Salzburg Stau ist rufen wir an“.

Mit der nun eröffneten dritten Spur am Walserberg fühlt man sich fast schon wieder an das alte Grenzregime vor dem Schengen-Beitritt Österreichs und dem Wegfall der Grenzkontrollen 1995 erinnert, statt orangen Kontrollhäuschen sind jetzt Container da, aber die sichtbare Polizeipräsenz ist gefühlt höher als früher. Der Bau der dritten Spur sei auf Druck aus Österreich rascher über die Bühne gegangen, „auch wir im Landkreis haben gesagt, das muss schneller gehen“, so Landrat Georg Grabner bei der Eröffnung, „da habe ich schon einige grobe Briefe geschrieben“. Nun sind die Baukosten auf zuerst geschätzt einer Million Euro doch auf 500.000 Euro geblieben, für die Asphaltierung eines wenige hundert Meter langen Stücks, für Leitschienen und für eine Ampel.

Lkw-Spur auch für Pkw

Die ursprünglich für Brummis vorgesehene, dritte Spur kann auch für Pkw genutzt werden, „wir haben auf österreichischer Seite das Schild, dass Lkw die Spur nutzen müssen, Pkw können sie aber auch nutzen“, so Gregor Jadin, Autobahnmeister. „Wenn die Spur offen ist kann ich mir vorstellen, dass Pendler bald checken, dass es in dieser Spur schneller geht“.

Eröffnung der dritten Spur am Walserberg

Wann und vor allem wer diese Spur geöffnet wird scheint noch etwas unklar, beim Pressetermin am Montagmittag wurden noch fleißig Visitenkarten zwischen den Verantwortlichen ausgetauscht. Edgar Dommermuth von der Bundespolizei ist überzeugt davon, dass alleine die Bundespolizei die Spur öffnen könne, „wenn es die Lage erfordert rufen wir bei den Österreichern an“. Verkehrslandesrat Stefan Schnöll sieht das etwas anders, „wir machen das im Einvernehmen, also wenn es sich auf Salzburger Seite staut rufen wir an, dass die dritten Spur geöffnet werden soll“.

Sensible Kontrolle oder keine Kontrolle?

Auch die Frage, wann und wie am Walserberg am Wochenende eigentlich kontrolliert wird bleibt nebulös, selbst die Frage, ob denn zum Beispiel am vergangenen Wochenende kontrolliert wurde mag Dommermuth nicht wirklich beantworten. „Wir kontrollieren immer“, so sein Standardsatz, hinzufügend dass das eben nicht heißen muss, dass Beamte an der Autobahn stehen und in jedes Auto sehen. „Wir haben auch immer wieder Tempo 50 für die beiden Kontrollspuren angezeigt, bei diesem Tempo können Sie nicht mehr den fließenden Verkehr vom Container aus kontrollieren“. Soll heißen, dann stellt die Bundespolizei auf das System der Schleierfahnder um, die Beamten kontrollieren die einreisenden Fahrzeuge vom Rand aus und fahren bei Bedarf nach, die Kontrolle ist dann bei der Ausfahrt Piding. 

Wie das von der Politik vereinbarte „sensible Grenzmanagement“ also in Wirklichkeit aussieht will die Bundespolizei aus taktischen Gründen nicht verraten, „aber noch einmal, seit September 2015 kontrollieren wir immer“. Landrat Georg Grabner beantwortet die Frage, ob diese Grenzkontrollen überhaupt noch notwendig seien ausweichend, es würde am Walserberg schon viel herausgeholt, „aber ich glaube, dass es auf absehbare Zeit eine andere Lösung geben wird“, so Grabner kryptisch. Was „absehbar“ und welche „anderen“ Kontrollen er meint sagt er nicht, nur so viel, „es hat früher mit den Schleierfahndern auch gut funktioniert“.

hud

Quelle: rosenheim24.de

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