Bergdrama in Österreich

Vier Tote kommen aus Burgkirchen, einer aus Garching!

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Über diese steile Gletscherflanke stürzte die Seilschaft aus dem Raum Altötting/Burghausen in den Tod!
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Krimml - Fünf Bergsteiger sind am Sonntag in den österreichischen Alpen tödlich verunglückt. Die Männer stammten aus den Gemeinden Burgkirchen und Garching an der Alz. Ein 75-Jähriger überlebte schwer verletzt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fünf Männer (34, 56, 65, 69, 70 Jahre) sterben bei Bergunglück am Gabler
  • Sechster Mann (75) liegt schwer verletzt im Krankenhaus
  • Vier Tote stammen aus Burgkirchen, einer aus Garching an der Alz
  • Seilschaft stürzt 200 Meter über steile Flanke ab
  • Polizei befragt Augenzeugen und verursacht Ursache zu ermitteln

UPDATE, 10.15 Uhr - Tote stammen aus Gemeinden Burgkirchen und Garching

Am Vormittag gab es zunehmend widersprüchliche Angaben über die genaue Herkunft der Opfer. Der ORF berichtete davon, dass alle Toten aus Burgkirchen kommen würden. In Radioberichten des Bayerischen Rundfunks war von drei Opfern aus Burgkirchen, einem aus Wald an der Alz und zwei aus Kastl die Rede.

Auf Nachfrage von innsalzach24.de beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd erklärte Sprecher Anton Huber, dass vier Todesopfer aus der Gemeinde Burgkirchen und eines aus der Gemeinde Garching an der Alz stammen würde. Woher der schwer verletzte 75-Jährige genau kommt, konnte Huber zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Der Mann liegt schwer verletzt im Unfallkrankenhaus Salzburg und war bis dato nicht vernehmungsfähig.

UPDATE, 8.20 Uhr - Schwierige Bedingungen auf dem Gletscher

Ein Grund für den Unfall könnte gewesen sein, dass die Bedingungen auf vielen Gletschern in den Alpen derzeit außerordentlich schwierig sind. "Derzeit sind die Gletscher extrem eisig, und es braucht viel Erfahrung. Dazu kommt auch eine große Steinschlaggefahr", erklärte Bergwacht-Einsatzleiter Franz Gensbichler gegenüber dem Österreichischen Rundfunk (ORF). Gensbichler riet nicht erfahrenen Alpinisten bei diesen Verhältnissen von solchen Touren ab.

Bei dem schwierigen Rettungs- und Bergungseinsatz waren auch die Rettungskräfte erheblichen Gefahren ausgesetzt. "Die Einsatzkräfte mussten durch unwegsames Gelände zu Fuß gehen, um an die Unglücksstelle zu kommen", hieß es. Ein Insasse eines Rettungshubschraubers wurde auch durch einen Stein verletzt und musste medizinisch behandelt werden. Es waren die Alpinpolizei, fünf Rettungshubschrauber-Besatzungen und mehrere Bergretter aus Krimml an dem Einsatz beteiligt.

Der genaue Unfallort befindet sich in den Zillertaler Alpen rund eineinhalb Kilometer südlich der Zittauerhütte auf rund 3.000 Metern Seehöhe bei der Mannlkarscharte beim Einstieg zum Wildgerloskees. 

UPDATE, 7.10 Uhr - Polizei ermittelt weiter

Am Montag will die Polizei weiter ermitteln, wie genau es zu der schrecklichen Tragödie kommen konnte. Dazu sollen mehrere Bergführer der Polizei auf den Gabler gebracht werden. Fest scheint bisher nur zu stehen, dass einer der Bergsteiger ausrutschte und die anderen dann über eine 40 Grad steile Gletscherflanke mitriss. Nach rund 200 Metern stürzten die Männer dann in eine Gletscherspalte. Zuvor soll es laut einem Augenzeugen bereits Diskussionen in der Gruppe gegeben haben, ob man die Tour abbrechen und umkehren solle.

Der 3.263 Meter hohe Berg in den östlichen Zillertalen Alpen, direkt an der Grenze zum Bundesland Tirol, gehört zur Reichenspitzgruppe. Der Anstieg gilt als eine der beliebtesten Touren in den Zillertalen Alpen, zumal der schroffe Gipfel im scharfen Kontrast zu den lieblichen Hochgebirgsseen am Bergfuß steht.

Unterdessen berichtet B5 aktuell, dass der Zustand des Überlebenden - entgegen erster, anderslautender Informationen - "stabil" sein soll. So bald der (dennoch schwer verletzte) Mann vernehmungsfähig ist, erhoffen sich die Ermittler von ihm wichtige Erkenntnisse zur genauen Unfallursache. Auch ein Arzt aus des Unfallkrankenhauses Salzburg hat dies inzwischen gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) bestätigt.

UPDATE, Montag, 6 Uhr - Überlebender in kritischem Zustand

Am Morgen verdichten sich die Anzeichen, dass mindestens ein Mitglied der Seilschaft offenbar umkehren wollte, weil ihm der Aufstieg offensichtlich zu riskant wurde. Genau in diesem Moment soll schließlich einer der Bergsteiger auf blankem Eis ins Rutschen geraten sein und die anderen Männer mitgerissen haben, hieß es von Seiten der Bergrettung Krimml.

Fünf Männer aus der Region Altötting und Burghausen starben. Der sechste Mann (75) schwebt in Lebensgefahr! "Der Zustand des Überlebenden ist kritisch", erklärte Martin Reichholf von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Zell am See gegenüber salzburg24.at. Er soll ein Polytrauma erlitten haben und wird derzeit im Unfallkrankenhaus Salzburg behandelt. Zudem musste ein Retter versorgt werden, weil er durch einen Steinschlag verletzt wurde.

Sechs Tote bei Bergsteigerdrama in Österreich

Update 23.08 Uhr: Pressemitteilung Polizei Salzburg

Am 27. August 2017 war eine Seilschaft mit sechs deutschen Bergsteigern im Bereich der Reichenspitze/Gabler unterwegs. Gegen 10 Uhr, in einer Seehöhe von ca. 2.900 Meter, rutschte einer der Bergsteiger der Gruppe auf einem Blankeisgletscher aus und riss die gesamte Seilschaft mit. Die Bergsteiger stürzten über eine ca. 40 Grad steile Flanke, geschätzte 200 Meter ab und kamen letztlich in einer Gletscherspalte zum Liegen. Zeugen des Unfalles verständigten die Einsatzkräfte. 

Es waren die Bergrettung Krimml, fünf Rettungshubschrauber und zwei Polizeihubschrauber im Einsatz. Bei dem Absturz wurden fünf Personen tödlich und eine Person schwer verletzt. Die schwer verletzte Person wurde in das UKH Salzburg geflogen. Derzeit laufen die Erhebungen über den Unfallhergang durch die alpine Einsatzgruppe des BPK Zell am See. Die Bergung der Opfer gestaltete sich auf Grund der in diesem Bereich großen Steinschlaggefahr als sehr schwierig. 

Die fünf tödlich verunglückten Alpinisten im Alter von 34, 56, 65, 69 und 70 Jahren stammen alle aus dem Raum Altötting und Burghausen. Der schwerverletzte Mann im Alter von 75 Jahren stammt ebenfalls aus dem Raum Altötting.

Update 20.10 Uhr: Mutmaßlicher Unfallhergang

Wie salzburg24.at berichtet, habe eine Gruppe von Bergsteigern, die etwa 30 bis 50 Meter hinter der verunglückten Seilschaft, gegangen sei, den Unfall beobachtet. Demnach wollte der Letzte in der Seilschaft offenbar umkehren, weil ihm der Aufstieg zu riskant wurde. Die Gruppe habe zugestimmt und wollte umdrehen. Dabei sei der Zweite am Seil ausgerutscht. “Die letzten Zwei versuchten den Sturz noch mit Pickeln zu halten, jedoch vergeblich”, schilderte Franz Gensbichler, Einsatzleiter der Bergrettung Krimml, den mutmaßlichen Unfallhergang gegenüber salzburg24.at.

Bergsteigerdrama in Österreich am Sonntagvormittag

Die Gruppe soll dann anschließend 200 Meter über den Gletscher und in Folge über Felsen in eine Randkluftgletscherspalte abgestürzt sein. Ein Bergführer, der in diesem Gebiet ebenfalls unterwegs war, habe den Absturz beobachtet und die Rettungskräfte kurz nach 10 Uhr alarmiert.

Vorbericht

Die fünf Toten des schweren Bergunfalls in Österreich sind wahrscheinlich Deutsche. Martin Reichholf von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See bestätigte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir gehen davon aus, dass alle Bergsteiger Deutsche sind.“ Demnach rutschte einer aus der Seilschaft in einem Gletscherbereich aus und riss die anderen mit. Ein sechster Alpinist überlebte das Unglück in etwa 3000 Metern Höhe schwer verletzt und wurde ins Krankenhaus nach Salzburg geflogen.

Reichholf sagte am Sonntagnachmittag, die Gruppe sei 200 Meter über Eis und Geröll abgestürzt. Der Hang sei etwa 40 Grad steil gewesen. Eindeutig identifiziert wurde nach dem Unfall laut Reichholf zunächst nur einer. Es handle sich um einen 34-jährigen Deutschen aus Bayern. Nach Angaben der Landespolizeidirektion in Salzburg vom Abend kamen die Teilnehmer der Gruppe aus dem Raum um die Städte Passau sowie Altötting, so die PNP. Woher genau er kam, blieb zunächst unklar. 

Gegen 15.40 Uhr wurde die letzte Leiche mit dem Rettungshubschrauber ins Tal gebracht. Der Einsatz gestaltete sich schwierig, da die Unfallstelle steinschlaggefährdet war.

Nationalitäten der Verunglückten waren zunächst nicht bekannt

Die Alpinisten hatten ersten Informationen zufolge eine Seilschaft gebildet, die am Berg Gabler nahe der Ortschaft Krimml am Sonntag abgestürzt sein dürfte, wie der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Anton Voithofer, der Nachrichtenagentur APA sagte. Ein Bergsteiger sei bei dem Unglück in dem Land Salzburg schwer verletzt worden.

Die Nationalitäten der Verunglückten sowie weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Die Bergungsarbeiten dauerten an, sagte ein Polizeisprecher in Salzburg der Deutschen Presse-Agentur. Fünf Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Bergsteigerunglück in Österreich

Quelle: rosenheim24.de

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