Fußweg über Kraftwerk-Rott wieder offen

Österreichische Sperre auf deutschem Staatsgebiet aus „praktischen Gründen“

Der Übergang bei der Saalbrücke
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Der Übergang bei der Saalbrücke

Salzburg - Eine Recherche bei der Salzburger Polizei brachte jetzt ein überraschendes Ergebnis: die Sperre des Fußweges über das Kraftwerk Rott wurde aufgehoben, auch wenn er kein offizieller Grenzübergang ist. Die österreichische Sperre auf deutschem Staatsgebiet hatte nach Polizeiangaben ganz praktische Gründe.

Ausgangspunkt der Recherche war die Feststellung, dass auch nach dem Ende der 24-Stunden-Kontrollen der Deutschen Bundespolizei am 15. Mai und dem Abbau ihrer Sichtschutzgitter Fußgänger und Radfahrer noch die Saalbrücke nutzten statt wie üblich den Fußweg über das Kraftwerk der Salzburg AG. Der Grund war schnell klar: Die Bundespolizei hatte ihre Absperrung unmittelbar am Beginn des Kraftwerkes auf deutscher Seite zwar zur Seite geschoben, unmittelbar dahinter befand sich aber ein Absperrband der Salzburger Polizei, sowie ein etwas altertümliches Scherengitter.


Dass diese Absperrungen der österreichischen Behörden allerdings weit auf deutschem Hoheitsgebiet waren erklärt Polizeisprecher Hans Wolfgruber unter anderem damit, dass es sich bei dem Fußweg um keinen offiziellen Grenzübergang handele. „Aus diesem Grund war er zuerst von den deutschen Behörden und letztlich noch von den österreichischen Behörden gesperrt“. Nach dem Wegfall der deutschen Sperre sei das Aufstellen des österreichischen Gitters auf der deutschen Seite „der praktischen Herangehensweise der Kollegen geschuldet, um den Fußgängern rechtzeitig diese Sperre anzukündigen, da sonst die Sperre eventuell erst auf der anderen Seite des Steges erkannt worden wäre und die Personen wieder den ganzen Weg zurück und schließlich doch über die Saalbrücke nach Österreich gehen hätten müssen“, so Wolfgruber. Zudem wären Radfahrer am engen Teil des Stegs zum Umkehren gezwungen gewesen.

Neben der Erklärung für die österreichische Absperrung auf deutschem Boden hatte die Anfrage nun aber den Erfolg, dass die Polizei gleich am ersten Werktag nach Pfingsten die Sperren entfernte, „der Weg über das Kraftwerk wird nun in den temporären Grenzkontrollplan aufgenommen“, erklärt Wolfgruber. Das bedeutet, Fußgänger und Radfahrer können den Weg über das Kraftwerk zur Einreise nach Österreich nutzen, allerdings gelten bis 15. Juni, 24 Uhr, auch auf diesem Weg nach wie vor die Corona- Einreisebestimmungen, auch für Fußgänger und Radfahrer werden stichprobenartig kontrolliert. Die Einreise nach Österreich ist nach wie vor nur für Berufspendler, für den Warenverkehr und bei Vorliegen eines triftigen Grundes möglich, zum Beispiel Besuch der Familie oder des Lebenspartners. Für Österreicher ohne triftigen Grund gilt bei der Einreise in die Heimat, dass sie entweder einen negativen Corona-Test vorweisen müssen oder sich 14 Tage in Quarantäne begeben müssen.


Die Saalach ist ab dem Zufluss der Stoißer Ache bis zur Mündung in die Salzach Grenzfluss, die Staatsgrenze verläuft in der Regel in der Mitte des Flusses, auf allen Stegen und Brücken ist diese Grenze auch durch ein kleines Metallschild mit „Ö + D“ gekennzeichnet.

hud

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