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Neue Holzhäuser für Asylbewerber in Salzburg

Regierung von Österreich will keine „Durchmischung“ von Ukrainern und anderen Nationen

Das Rote Kreuz hat 2016 insgesamt zehn Holzhäuser im Auftrag des Landes aufgestellt, das Land hat auch die finanzielle Haftung übernommen. (Archivbild)
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Da das Land am freien Markt nach wie vor keine neuen Unterkünfte für Asylbewerber findet will der zuständige Landesrat Heinrich Schellhorn nun weitere Holzhäuser aufstellen, wie es sie derzeit bereits in Tamsweg, Seekirchen und im Süden der Stadt Salzburg gibt.

Salzburg - „Wir sind aktiv auf der Suche nach geeigneten Grundstücken. Das Land möchte drei weitere Standorte mit jeweils zwei Holzhäusern umsetzen“, so Schellhorn gegenüber InfomediaWorx. Das wären dann rund 220 neue Plätze.

Die Zahl der Asylbewerber steigt, laut Innenministerium haben in diesem Jahr bis einschließlich Mai fast 22.000 Flüchtlinge einen Asylantrag gestellt, darunter allerdings rund 1000 Personen, die bereits in Österreich waren und einen zweiten Asylantrag mit einem neuen Grund gestellt haben. Ukrainerinnen sind übrigens nicht unter den Antragstellern, da sie nach Beschluss der EU-Innenminister sofort einen Vertriebenenstatus erhalten und auch sofort arbeiten dürfen.

Die Flüchtlinge 2. Klasse, also alle anderen die um Asyl ansuchen müssen, kommen nach wie vor zum Großteil aus Afghanistan (rund 5500), wobei diese nicht unmittelbar aus Afghanistan kommen müssen sondern auch schon Jahre im Iran oder der Türkei gelebt haben können. Knapp dahinter mit 5.140 Personen sind Syrer, gefolgt von Tunesiern und auffallend immer mehr Pakistani, derzeit auch zu beobachten im Verteilzentrum des Bundes in Bergheim. 

Asylbewerber Afghanistan Abtenau Flusshaubhof(13) (1).jpg

In diesem Verteilzentrum warten derzeit rund 300 Asylbewerber, darunter auch immer wieder junge Männer, die zum Beispiel bereits mehrere Jahre in Deutschland oder Frankreich waren und jetzt nach Österreich zurückgeschickt werden, da hier das erste Asylverfahren eröffnet wurde.

Das Land Salzburg kann aus dieser Bundes-Unterkunft derzeit allerdings nur Asylsuchende in die sogenannte Grundversorgung übernehmen, wenn Plätze in den Unterkünfte des Landes frei werden, also wenn ein Asylbewerber zum Beispiel einen positiven Bescheid bekommt und nach einer maximalen Zeit zur Wohnungssuche von vier Monaten aus einer Unterkunft auszieht oder wenn ein Asylbewerber das Land verlässt, entweder freiwillig weiterzieht oder abgeschoben wird. 

Keine Durchmischung Ukrainer und andere Nationen

Mit Stand 6. Juli sind im Land Salzburg knapp 4000 Personen in der Grundversorgung, darin sind allerdings rund 2600 Ukrainerinnen, für diese offiziell als Kriegsvertriebene bezeichnete Personengruppe hat das Land von der Bundesimmobiliengesellschaft und einer Versicherung relativ rasch zwei große, damals leerstehende Hotels in Puch und Wals-Himmelreich kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Diese beiden Quartiere sind jetzt voll belegt, aber selbst wenn Platz wäre dürften dort keine Syrer & Co. einziehen, „auf Wunsch des Innenministeriums findet keine Durchmischung der Zielgruppe ukrainische Kriegsvertriebene mit Personen anderer Staatsangehörigkeit statt“, so Schellhorn.

Neue Unterkünfte nur für Ukrainerinnen

Den bundesweiten Verteilungsschlüssel nach Bevölkerungsanteil für alle Flüchtlinge, also Ukrainer und die anderen Nationen erfüllt Salzburg derzeit nur zu 71 Prozent, „da ist gleich wie zum Jahresanfang 2022“. Seit Jahresbeginn wurden zwar 58 neue Quartiere mit rund 1.100 Plätzen geschaffen, die allerdings nur von ukrainischen Kriegsvertriebene genutzt und nur für diese gemeldet wurden. Während die Ukrainerinnen also relativ schnell privat oder in den beiden großen, ehemaligen Hotels untergekommen sind bleiben Syrer, Afghanen und die anderen Nationen auf der Strecke, müssen also im Verteilzentrum des Bundes auf einen freien Platz des Landes warten. Hier heißt es von Seiten des Landes, „bei der Quartiersuche fehlen realisierbare Angebote“.

Gründe dafür seien die hohen Immobilienpreise und Mieten im Bundesland Salzburg sowie auch die gute Buchungs- und Auslastungssituation im Tourismus. „Es wurden beispielsweise über die Wirtschaftskammer alle Beherbungsbetriebe und auch alle Jugendgästehäuser kontaktiert“, es hätten sich daraus allerdings keine Angebote für neue Flüchtlingsquartiere ergeben. Außer den beiden leer stehenden Hotels habe es aber auch für die Ukrainerinnen keinen Platz in Hotels gegeben. 

„Wir sind laufend auf der Suche nach Quartiersplätzen für geflüchtete Menschen. Gesucht sind sowohl Privatwohnungen wie auch organisierte Quartiere wie – ob Hotels, Pensionen oder größere Wohn-Häuser. Jeder Platz hilft uns, der gemeinsamen humanitären Verpflichtung Österreichs nachzukommen“, so Schellhorn. Angebote für freie Quartiere sind jederzeit an die Grundversorgungsstelle des Landes möglich. 

Wenn allerdings weiter keine privaten Unterkünfte gefunden werden will das Land wieder selbst Unterkünfte zur Verfügung stellen und, wie erstmals 2016, wiederverwendbare Holzhäuser aufstellen lassen. Ob die sechs neuen Häuser dann wieder vom Roten Kreuz 24-Stunden lang betreut werden ist noch offen, derzeit werden noch Grundstücke gesucht. 

Erst vor wenigen Wochen waren Kommunalpolitiker aus dem bayerischen Laufen im Flussbauhof im Süden der Stadt Salzburg und haben sich hier das umfassende Betreuungskonzept, auch für Kinder und Jugendliche, zeigen lassen und als Beispielgebend bewertet. 

hud

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