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Protestaktion von Klimaaktivsten

Klimakleber blockieren Nordbahn des Münchner Flughafens

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26.000 Euro Monatsmiete bei Leerstand

Früher Luxushotel, jetzt nicht mal als Salzburgs Asylunterkunft nutzbar

Kobenzl mit Blick auf Salzburg
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Bis 2006 war das Kobenzl ein Luxushotel, von 2015 bis 2018 wurde es als Asylunterkunft des Bundes genutzt, jetzt reicht es offensichtlich nicht einmal mehr dafür.

Das Österreichische Innenministerium ist für die Erstversorgung von neu ankommenden Flüchtlingen und damit auch für deren Unterbringung zuständig. Aber derzeit sind alle Bundes-Quartiere wie zum Beispiel in Traiskirchen oder Bergheim überfüllt, auch weil die Bundesländer, die nach der Annahme des Asylgesuchs zuständig sind, keine neuen Quartiere schaffen können oder wollen.

Salzburg – Darum stellt das Innenministerium jetzt, wie schon 2015, wieder Zelte auf, nur in Salzburg sind statt Zelten Container am Gelände der ehemaligen Autobahnmeisterei in Liefering geplant, wo schon 2015 ein großes Flüchtlings-Transferzentrum eingerichtet wurde. Viele fragen sich allerdings, warum das Innenministerium nicht die leer stehende Asylunterkunft am Gaisberg, dem früheren Hotel Kobenzl nutzt, für das es immerhin 26.000 Euro Miete pro Monat zahlt.

Bis 2006 war das Hotel Kobenzl am Gaisberg eine der nobelsten Hoteladressen in Salzburg, Stars wie Peter Ustinov oder Placido Domingo und Politgrößen wie Richard Nixon, Wladimir Putin oder Franz Josef Strauss gingen dort ein und aus. Nach Jahren des Leerstands, erfolglosen Verkaufsversuchen und einer gescheiterten Wieder-Inbetriebnahme durch die Eigentümerfamilie mietete 2015 das Innenministerium das Hotel und baute einige Zimmer zu Asylunterkünften um, damals wurde auch in Österreich alles angemietet, was angeboten wurde. Doch die Flüchtlingszahlen sanken. Zuletzt waren nur noch neun Bewohner in dem abgelegenen Haus, sodass das Innenministerium Ende 2018 die Einrichtung zusperrte. Der Mietvertrag war allerdings bis Ende 2026 abgeschlossen, mit einer damals monatlichen Miete von rund 30.000 Euro. Schon vor Jahren einigten sind Eigentümer und Innenministerium, dass der Vertrag schon Ende 2024 endet und die Miete auf rund 26.000 Euro pro Monat reduziert wird. 

Das Haus ist desolat 

Jetzt, da wieder Bedarf an Unterkünften besteht und das Innenministerium sogar wieder Zelte aufstellen muss, fragen sich viele, warum das ehemalige Hotel Kobenzl nicht wieder aktiviert wird. Das Innenministerium sagt, das Haus sei schlichtweg nicht mehr bewohnbar. Wenn man das Haus wieder nutzen wolle, müssten Millionen Euro investiert werden. Das Haus sei sogar so desolat, dass es gesundheitsgefährdend sei, dort jemand unterzubringen. Es ist also davon auszugehen, dass es sich nicht um kleinere Schäden am Inventar handelt. Es sei günstiger, den Vertrag auslaufen zu lassen. Bis Ende 2024 überweist der Staat damit noch rund 650.000 Euro, für nichts, außer der Einhaltung des 2015 mit heißer Nadel gestrickten Vertrages. Dieser ist offensichtlich auch so kompliziert, dass der Vermieter nicht gezwungen werden kann, ein bewohnbares Mietobjekt zur Verfügung zu stellen. 

Neues Containerdorf in Liefering

Dessen ungeachtet hat der Bund den Mietvertrag dem Land Salzburg zur Übernahme angeboten, dort lehnte man dankend ab, wenn das Haus für den Bund nicht bewohnbar sei, dann würde es auch nicht den Standards des Landes entsprechen. Die Sozialabteilung des Landes setzt vielmehr auf Container, die am nach wie vor leer stehenden Gelände der ehemaligen Autobahnmeisterei in Liefering aufgestellt werden könnten. Dort warteten 2015 mehrere tausend Flüchtlinge in Zelten und alten Lagerhallen auf die Weiterreise nach Deutschland, am Ende wurde sie mit Bussen im Asfinag-Camp abgeholt und direkt in das Verteilzentrum in Freilassing gefahren.

hud

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