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Abfahrtssperren sollen Verkehr in Salzburg verringern

Hitzige Diskussion um Blockabfertigung am Walserberg - Sind Einheimische selbst schuld am Stau?

Tauernautobahn A10 Salzburg Blockabfertigung Walserberg Österreich Berchtesgadener Land
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Zahlreiche Straßen abseits der Tauernautobahn sind an den Sommerwochenenden für den Transitverkehr gesperrt. Die Polizei kann dies nur sporadisch kontrollieren. Im Sommer sollen private Securitys die Sperren permanent überwachen.

Hausgemachter Stau oder sind die Deutschen schuld? Über Sinn und Unsinn von Abfahrtssperren und einer Blockabfertigung am Walserberg diskutieren die Salzburger Anwohner-Gemeinden und Landesrat Stefan Schnöll.

Salzburg - „Die Polizei hat zu wenig kontrolliert, die Abfahrtssperren haben nicht funktioniert“, so der Vorwurf von Tennengauer Bürgermeistern nach den Staus am Pfingstsamstag. Die Polizei schiebt den schwarzen Peter von sich, „die Abfahrtssperren haben großteils funktioniert, an den Staus in den Orten sind maßgeblich die Einheimischen beteiligt gewesen, die wegen des  Reiseverkehrs auf der Autobahn eben auf der Bundesstraße geblieben sind“, so Salzburgs Polizeidirektor Bernhard Rausch.

Macht eine Blockabfertigung am Walserberg Sinn?

Auch Wals-Siezenheims Bürgermeister Joachim Maislinger meinte in einem ORF-Talk, „der Stau ist schon auch hausgemacht, in Reichenhall habe ich am Samstag sehr viele Zeller-Kennzeichen gesehen“, also Pinzgauer die über das Kleine Deutsche Eck in die Stadt kommen. Maislinger ist daher auch skeptisch, ob eine Blockabfertigung am Autobahngrenzübergang Walserberg einen Sinn macht. „Wenn es eine Blockabfertigung am großen Walserberg geben würde, müsste man auch den Kleinen Walserberg sperren und Großgmain“. 

„Aus Sicht der Polizei ist das Wochenende gut gelaufen, aber wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass Salzburg generell ein sensibler Zentralraum ist und hier viele Verkehrsströme zusammenkommen. Aber nicht jede Kolonne ist gleich ein Ausweichverkehr“, so Rausch. Wenn die Autobahn überlastet ist, würden die Einheimischen naturgemäß auf der Bundesstraße bleiben, auch das habe zum Beispiel zum Stau in Hallein geführt.

„Beim Thema Ausweichverkehr werden wir aber noch an dem einen oder anderen Schräubchen drehen müssen“, so Rausch. „Aber auch im Sommer werden wir ein zu viel an Verkehr und so machen Stau erdulden und ertragen müssen, wie an anderen Orten im öffentlichen Raum ja auch“. Einer Blockabfertigung können Polizisten vor Ort nicht viel abgewinnen, es würde sich dann auf der anderen Seite stauen, offiziell will sich Rausch aber dazu mangels genauer Pläne noch nicht äußern. 

Die Einschätzung von Wals-Siezenheims Bürgermeister 

Joachim Maislingers Einschätzung zum Pfingstwochenende ist eher milde, „schon am Freitag war viel Verkehr und manche sind vom kleinen Walserberg kommend über Gemeindestraßen Richtung Grödig ausgewichen, aber es war nicht so schlimm wie wir es uns vorgestellt haben“. 

Abfahrtssperren „zum Teil funktioniert“

Die Kritik, dass Abfahrtsperren nicht mehr funktionieren würden, lässt auch Landesrat Stefan Schnöll nicht gelten, in manchen Gemeinden habe sie gut funktioniert. „Aber wir haben einfach erheblich mehr Verkehr als vor Corona, und ich habe manchen Gemeinden angeboten, die Abfahrten zur Gänze zu sperren, also baulich, aber das wollten die Gemeinden wegen der Einheimischen nicht“. Die Kontrollen würden im Sommer sehr viel besser werden, weil dann ein Sicherheitsdienst permanent im Einsatz wäre. Dass auch der Sicherheitsdienst Urlauber mit einem „glaubhaften Grund“, also zum Beispiel „wir gehen zum Essen“, von der Autobahn fahren lassen müssen, verschwieg der Landesrat. Grundsätzlich stellte Schnöll fest, „es rollen einfach Verkehrsmengen auf die Tauernautobahn zu, auf die sie nicht ausgelegt ist“, es bräuchte mehr Bewusstseinswechsel wie mehr Züge nutzen, „aber es sei jedem der Urlaub gegönnt, aber dann muss er den Stau eben in Kauf nehmen“. 

50 Prozent kommt von der Westautobahn

Schnöll verteidigte einmal mehr die von ihm schon im vorigen Jahr ins Spiel gebrachte Blockabfertigung für Autos am Walserberg, „diese Idee haben wir gemeinsam auch mit Halleins Bürgermeister entwickelt, also dass wir nur so viele Autos einreisen lassen, wie die A10 verträgt“. Aber, so Schnöll weiter, rund die Hälfte des Verkehrs auf der Tauernautobahn komme von der A1, also von Ostösterreich kommend, „es sind also nicht nur die Deutschen“. In Tirol habe man mit der Blockabfertigung für Lkw gute Erfahrungen gemacht, ob es auch für Pkw erfolgreich sein kann werde die Zukunft zeigen. 

Maislinger gegen Blockabfertigung

Die Blockabfertigung hat aber nicht nur Anhänger, Wals-Siezenheims Bürgermeister Joachim Maislinger lehnt sie ab, „denn dann fahren die Urlauber eben bei Piding oder noch früher ab und kommen über den kleinen Walserberg, dann müsste es auch hier eine Art Sperre geben, genauso wie in Großgmain“. Er sei am Samstag in Reichenhall gewesen und habe da auf der Bundesstraße sehr viele Zeller-Kennzeichen gesehen, „es sind also bei uns nicht nur die deutschen Freunde, sondern auch Salzburger, die vom Pinzgau kommen“. 

Urlaub trotz hoher Spritpreise

Zahlreiche Anrufer in der ORF-Livesendung wunderten sich, dass trotz des hohen Spritpreises und des allgemeinen Jammerns über die Teuerung alle auf Urlaub fahren können, einer schlug vor, auch das Abfahren von der Autobahn mit einer Art Maut zu belegen, „für 20 oder 30 Euro sollten dieser Ausweichverkehr dann einen Gutschein bekommen, mit dem er dann im Ort an der A10 einkaufen kann“. Schnöll fand die Idee interessant, meinte aber auch, dass die Höhe des Spritpreises anscheinend nicht die wichtige Rolle spiele, „die Menschen wollen nicht auf Mobilität verzichten, sie fahren mehr mit dem Rad, mehr mit dem Zug und auch mehr mit dem Auto“. 

hud

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