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Strenge Einreiseregeln für vier Länder – Sperrstunde auch an Silvester um 22 Uhr

„Die Branche ist am Boden zerstört“: Omikron-Variante würgt Wintertourismus in Salzburg ab

Die Skilifte in Obertauern sind in Betrieb, aber es sind weit nicht so viele Gäste da wie sonst unmittelbar vor Weihnachten.
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Die Skilifte in Obertauern sind in Betrieb, aber es sind weit nicht so viele Gäste da wie sonst unmittelbar vor Weihnachten.

Strengere Einreiseregeln für Skiurlauber aus den Omikron-Hotspots Großbritannien, Niederlande, Dänemark und Norwegen, sowie eine Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr bringen die Wirte und Hoteliers trotz Minusgraden zum Kochen.

Salzburg/Obertauern - „Die Branche ist am Boden zerstört“, so ein Sprecher, man verstehe die kurzfristigen Verordnungen nicht, Omikron sei ohnehin schon längst in Österreich angekommen, die Gastronomie und Hotels seien das sicherste Umfeld. Eine Mehrheit der Bevölkerung reagierte allerdings vor den neuen Regeln allerdings mit Unverständnis darauf, dass die Regierung Urlauber aus den Virusvariantengebieten ungebremst ins Land lässt und dass eine Sperrstunde zu Silvester erst nicht gelten sollte.

Zu den neuen Regeln: Ab dem 1. Weihnachtsfeiertag dürfen Urlauber aus vier Omikron-Hotspots nur mehr einreisen wenn sie drei Impfungen und einen aktuellen, negativen PCR-Test nachweisen können, ansonsten ist eine 10-tägige Quarantäne im Hotel anzutreten, die erst ab dem fünften Tag mit einem negativen Test beendet werden kann. Für den Vizepräsidenten der Österreichischen Hotelvereinigung, Walter Veit, sind die neuen Regeln nicht nachvollziehbar, „wer kommt schon wenn er dann fast eine Woche im Hotelzimmer bleiben muss“.

Walter Veit (li.) ist „stinksauer“ wegen der seiner Meinung nach zu kurzfristig verkündeten, schärferen Regeln, „so soll ein Brite sich vor dem Abflug auf die Schnelle PCR testen lassen“.

Er hat erneut eine Stornowelle ausgemacht, denn eine spontane Umfrage unter 450 Mitgliedsbetrieben seiner Vereinigung in ganz Österreich habe eine Stornierungsquote von 45 Prozent ergeben, vor allem in Wintersportregionen die bei Briten und Holländern sehr beliebt sind wie Saalbach-Hinterglemm oder das Gasteinertal. In seinem Hotel in Obertauern seien treue Stammgäste zwar angekommen, statt 150 Gästen werden heuer an Weihnachten aber nur rund 90 Gäste in seinem Haus sein. 

„Winter schon wieder gelaufen“

Dass sich die Saison nach einer erwarteten Omikron-Welle und bis zu 15.000 Neuinfektionen pro Tag ab Anfang Februar noch retten lässt glaubt Veit indes nicht, „die Wintersaison ist schon wieder gelaufen“, denn auch der Großteil der Gäste in Obertauern, die Deutschen, würden wegen großer Unsicherheiten und einer Quarantäneregel für Kinder bei der Wiedereinreise nach Deutschland heuer nicht kommen. Österreich ist von Deutschland nach wie vor als Hochrisikogebiet eingestuft. Der Hotelier-Sprecher fordert die Österreichische Bundesregierung auf, die finanziellen Hilfen für die Betriebe aufzustocken und rasch auszuzahlen.

Silvesterfeier am Zimmer

Ebenfalls am Freitag hatte die neue, Gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination, kurz GECKO, die Sperrstunden-Ausnahme für Silvester wieder einkassiert, ab 27. Dezember müssen alle Lokale um 22 Uhr zusperren. Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein begründete dies mit neuen Erkenntnissen zur hohen Ansteckungsgefahr durch die neue Mutation. „Außerdem müssen wir Zeit gewinnen und auch die Intensivstationen noch mehr entlasten, bevor Mitte Jänner die Infektionszahlen wieder sehr stark ansteigen werden“

Eine Sperrstunde um 22 Uhr geht für Wirte naturgemäß gar nicht, „ich hatte auf meiner Alm schon einmal alle 100 Plätze für die Silvestergala voll, dann mussten wir alles absagen, dann hieß es, Silvester ist eine Ausnahme, und jetzt muss ich allen Gästen das Geld das zweite Mal zurückzahlen“, ärgert sich Veit. „Wir drängen die Leute in den ungeschützten Bereich, bei uns im Hotel ist alles sicher, jetzt muss ich meine Gäste um 22 Uhr auf die Zimmer schicken“. Anwesende Stammgäste aus Dänemark in seinem Hotel scheinen sich daran nicht zu stören. Auch Gastwirte in der Stadt sind erbost, der Sprecher der Wirte, Ernst Pühringer meint etwa, seine Gäste würden jetzt eben kistenweise Sekt kaufen und im privaten Rahmen feiern.

Auch er ist überzeugt davon, dass Feiern in Lokalen wegen der geltenden 2G-Regeln der sicherere Ort sind. Allerdings haben sich auch schon in den Wochen davor nicht wirklich alle Wirte an die Kontroll- und Registrierungspflichten gehalten. Dass sich angeblich „nachweislich niemand“ in der Gastronomie anstecken würde liegt dem Vernehmen nach aber auch daran dass Infizierte beim Contact Tracing entweder keine oder kaum noch Angaben machen, wo sie sich in den letzten Tagen aufgehalten haben.

Silvesterparty schon im Herbst abgesagt

Es gibt aber auch Gastronomen, die die Anti-Corona-Maßnahmen nachvollziehen können und schon frühzeitig im ‚Team Vorsicht‘  geblieben sind, „wir haben uns schon im Herbst entschieden auch heuer keine Silvesterparty bei uns zu veranstalten“, so Doresia Krings von der gleichnamigen Alm in Obertauern. „Es war uns einfach zu unsicher und wir glaubten schon im Herbst nicht dass die Pandemie in diesem Winter vorbei sein wird“.

Bereits im Herbst hat Doresia Krings von der gleichnamigen Alm im Skigebiet Obertauern die Silvesterparty abgesagt, „das war uns alles zu unsicher, auch wenn damals von Omikron noch keiner etwas wusste“.

Keine großen Polizeikontrollen

Die Polizei plant unterdessen keine großangelegten Kontrollaktionen an Silvester, „wir kontrollieren weiter im Rahmen unserer normalen Streifentätigkeit und überprüfen die Sperrstunden wie sonst auch“, sagt Polizeisprecher Hans Wolfgruber, „außer eine Gesundheitsbehörde würde eine großangelegte Schwerpunktaktion anordnen dann würden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten die Mitarbeiter der Gesundheitsämter unterstützen“.

Während am Flughafen ankommende Gäste lückenlose von Soldaten des Österreichischen Bundesheeres kontrolliert werden bleiben Urlauber, die mit dem Auto über die Grenzübergänge von Bayern kommen, in der Regel unbehelligt, auch hier wird nur stichprobenartig kontrolliert, „so wie es vom Gesundheitsministerium gewünscht ist“

hud

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