"Polizeivirus": Vorsicht, Internet-Betrug!

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Salzburg - Ein Virus legt den PC lahm, danach erhält das Opfer von der "Polizei" per Mail eine Zahlungsaufforderung von 100 Euro für ein vermeintliches Vergehen.

Die Polizei Salzburg verzeichnete in den letzen Wochen und Monaten einen merkbaren Anstieg von Anfragen betroffener Internetuser, die um Information ersuchen, ob die Forderung der vom Virus ausgewiesenen 100 Euro „Strafe“ zu Recht besteht. Die User ersuchen letztlich auch um Information, was sie nun mit den Computern machen können, welche durch den Virus gesperrt wurden.

 

Der “Polizeivirus“ ist eine Schadsoftware, die von mindestens einer kriminellen Gruppierung vor allem auf Webseiten verbreitet wird, auf denen sich die Benutzer eher leichtfertig bewegen, wie das zum Beispiel auf pornografischen und Glücksspielseiten der Fall ist. Aber auch Anhänge von E-Mails können potenziell gefährlich sein. Der Virus verwendet seit mindestens Mitte 2011 auch das Logo der Österreichischen Bundespolizei und gibt vor, dass illegale Zugriffe mit den Computern der Geschädigten aufgezeichnet wurden. Der Virus sperrt die betroffenen Computersysteme völlig. Es wird vorgetäuscht, dass nach einer Bezahlung von 100 Euro die Computer wieder entsperrt würden, was natürlich nicht der Fall ist! Als Überweisungsquellen werden anonyme Zahlungssysteme verwendet.

 

Den Ermittlern für Informationstechnologie und Cybercrime des Landeskriminalamtes Salzburg ist dabei aufgefallen, dass durch die Verwendung des Polizeilogos die Bürgerinnen und Bürger den Virus offensichtlich durchaus für echt erachten. Die Mehrheit der Anfragen erfolgt aber zum Glück  noch vor der Bezahlung. Durch Präventionsgespräche können erhebliche Schäden abgewehrt werden. In Fällen, wo die Überweisung bereits erfolgt und eine Anzeige erstattet worden ist, sind die Kolleginnen und Kollegen auf den Polizeiinspektionen entsprechend geschult, diese Anzeigen koordiniert an die Justiz weiterzuleiten.

 

Auffällig wurde auch, dass ein Großteil angibt, keinen aktiven täglich aktuellen Virenschutz zu verwenden und dass Windows-Updates sowie Updates des Dienstes Java vernachlässigt oder unterlassen werden. Auch die permanente Sicherung wichtiger Daten wird bei solchen Schadensfällen für die Betroffenen zum greibaren Problem. Aus diesem Grund sollten zumindest Kopien auf eine andere Festplatte zum Standard gehören.

 

Diese Presseaussendung soll für jene den Umgang mit der Situation erleichtern, deren System vom Virus gesperrt wurde. Kurz sei festgestellt, dass eine Neuinstallation des Windowssystemes der einzige wirkliche seriöse Weg ist um dem eigenen Computer wieder voll zu vertrauen und darauf auch sensible Anwendungen wie E-Banking zu betreiben ! An der Installation eines seriösen Virenschutzes mit täglicher Aktualisierung darf nach der Attacke nicht gespart werden. Die Hilfe eines Fachmannes kann hier unerlässlich sein.

 

Versierte Benutzer können mit Hilfe von zum Beispiel Google und den Begriffen „polizei virus rettungscd" brauchbare Hilfe bei der Entfernung erhalten, wird aber auch diesen Benutzern eine Neuinstallation empfohlen. Die Salzburger Polizei ersucht um Verständnis, dass auf den Dienststellen außer dem Hinweis der Neuinstallation keine aktive Hilfe bei der Beseitigung des Virusschadens erwartet werden kann.

 

Pressebericht: Bundespolizei Österreich

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