Schwimmen und Saunen mit Festungsblick

Paracelsus-Bad Salzburg feiert Eröffnung

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Am Samstag wird das neue Paracelsusbad eröffnet, genügend Parkplätze gibt es vorerst nur in der nahen Mirabellgarage, einer der teuersten Tiefgaragen der Stadt.
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Salzburg - Nach zwei Jahren Bauzeit wird das 60-Millionen teure Paracelsus-Hallenbad am Samstag eröffnet. Bert Brugger als Geschäftsführer rechnet mit 200.000 bis 250.000 Besucher pro Jahr, „wenn wir 250.000 Besucher pro Jahr haben könnten wir im dritten Betriebsjahr eine schwarze Null schreiben“.

Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner erinnerte an die lange Planungsgeschichte des neuen Hallenbades und die vielen Orte, wo es hätte gebaut werden sollen.

Der Eintritt kostet 5 Euro für zwei Stunden, die Sauna kostet 19 Euro für vier Stunden. Einziger Wehrmutstropfen: es gibt weniger Parkplätze als beim alten Hallenbad, eine fertige Tiefgarage unter dem Bad hat zwar 70 Plätze, aber noch keine Zufahrt. Die kann erst gebaut werden, wenn das alte Kurhaus an der Schwarzstraße abgerissen ist. Ursprünglich wollte man die Tiefgarageneinfahrt des Hotel Sheraton mitbenutzen, doch Hotel und Stadt Salzburg konnten sich nicht einigen.

Salzburgs Bürgermeister Harry Preuner erinnerte bei einer Pressebegehung launisch an die vielen geplanten und gewünschten Standorte für das neue Paracelsusbad, „zuerst wollte man es in Leopoldskron, dann im Volksgarten, dann wieder in Liefering, anschließend beim Europark, nach einer Unterschriftenaktion und Gemeinderatswahlen einigten sich alle darauf, dass das neue Paracelsusbad im Kurgarten in unmittelbarer Nähe des weltberühmten Mirabellgartens bleiben solle. „Dann war die Frage, wohin mit dem Kurhaus und den Heil- und Mooranwendungen, auch hier meinten einige, das könne man ins Unfallkrankenhaus verlegen, dort gebe es schließlich auch Badewannen“.

Einen Architektenwettbewerb gewann zwar ein Büro aus Berlin, doch das Projekt ließ sich auch aus finanziellen Gründen einfach nicht umsetzen. Es dauerte drei Jahre, bis sich die Stadt auf den Zweitgereihten im Wettbewerb, Berger und Parkkinen, verständigte. Anfang 2017 wurde die alte Schwimmhalle abgerissen, im Sommer 2017 starteten die Bauarbeiten zum Neubau, fast zeitgleich mit dem Neubau des Badylon in Freilassing, weshalb auch immer die Frage interessant war, welches Hallenbad den früher fertig werde.

Für den ressortzuständigen Vizebürgermeister Bernhard Auinger ist das neue Hallenbad „einzigartig in Europa, nicht wegen der Größe sondern wegen der Lage mitten in der Stadt und wegen der Architektur“, hier sei „Schwimmen mit Festungsblick“ möglich. Wie auch beim Neubau des Badylon in Freilassing landete die Stadt Salzburg bei den geplanten Kosten eine Punktlandung, „und das in einer Zeit der Explosion der Baukosten“, so Auinger. 

Das Paracelsusbad ist nicht nur ein Hallenbad, sondern auch ein Kurhaus mit Heilanwendungen und Moorbädern, während das alte Hallenbad abgerissen wurde blieb das alte Kurhaus stehen und wird erst jetzt dem Erdboden gleichgemacht.

Auch der ehemalige Planungsstadtrat Johann Padutsch von den Grünen soll sich gefreut haben, er wurde nach seinem Rückzug aus der Stadtpolitik noch als Konsulent weiterbeschäftigt. Am Bau waren rund 80 Unternehmen beteiligt, 14 Prozent der Aufträge blieben in der Stadt Salzburg, 12 Prozent im Bundesland, 72 Prozent in Österreich, „nur zwei Prozent der Aufträge würden ins EU-Ausland vergeben, nach Italien und Deutschland“, so Projektmanager Heinz Rossmann. Die Kassensysteme kommen von einer deutschen Firma, am Donnerstag war ein Mitarbeiter aus Ulm noch mit der Einschulung der Kassiererinnen beschäftigt.

Das neue Paracelsusbad bietet eine Wasserfläche von 700 m², die Badelandschaft ist insgesamt 1.800 m² groß. Neben dem Sportbecken mit vier Bahnen gibt es ein Sprungbecken mit einer drei Meter hohen Plattform, ein Familien-Relax-Becken mit Strömungskanal, ein Kleinkinderbecken und eine Röhrenrutsche. Das Bad ist ab Samstag geöffnet, täglich von 10-21 Uhr geöffnet sein, die Saunen bis 22 Uhr, der Eintritt in das Hallenbad kostet für Erwachsene 5 Euro für zwei Stunden, 9 Euro für eine Tageskarte, zum Vergleich: in Freilassing kostet eine Tageskarte 7 Euro.

hud

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