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Öffentliche Sternwartenführung bei Laufen

Von Roten Riesen, Monden und der Sonne: Die VEGA-Sternwarte am Haunsberg

VEGA-Sternwarte Haunsberg Laufen Obertrum am See Salzburg Haus der Natur Öffentliche Sternführungen
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Die Kuppel geöffnet, das Teleskop gen Himmel gerichtet: In der VEGA-Sternwarte am Haunsberg ist man den Sternen ganz nah.

Wie entstehen Sterne und was bedeutet unsere Sonne für uns? Eine Nacht auf der VEGA-Sternwarte am Haunsberg bei Obertrum ist nicht nur Sternegucken - sondern ein Ausflug in die Welt der Astronomie.

Obertrum a. See - Auf der Terrasse der VEGA-Sternwarte ist nur das Zirpen der Heuschrecken zu hören. Die Besucher hingegen schweigen. Eine Gruppe liegt mit dem Rücken am Boden, die anderen haben den Kopf in den Nacken gelegt. Doch alle blicken in dieselbe Richtung: gen Himmel. Die Nacht ist glasklar. Nicht eine Wolke ist zu sehen - dafür die Sterne und der Mond. Auch ein Roter Riese ist mit dem bloßen Auge zu erkennen. Und durch das meterhohe Teleskop der Sternwarte sind die kleinen grellen Punkte am Himmel plötzlich sehr nah.

Sternwartenführung in der VEGA-Sternwarte am Haunsberg

Es ist ein Mittwochabend im Frühsommer. Eine Gruppe an Besuchern sitzt in dem Veranstaltungsraum der VEGA-Sternwarte am Haunsberg. Die wissenschaftliche Einrichtung gehört zum Haus der Natur in Salzburg und ist eine der leistungsstärksten öffentlichen Sternwarten Europas. Hier wird geforscht, aber auch vermittelt. Dazu bietet das Haus regelmäßig öffentliche Sternführungen an. Die Besucher blicken dabei durch eines der beiden Teleskope, die auch die Astronomen zur Forschung verwenden. Das Teleskop steht am Dach des Gebäudes in einer Kuppel, die sich vollständig öffnen lässt. Damit lassen sich die Himmelskörper nicht nur beobachten, sondern auch fotografieren.

Am Gipfel des Haunsbergs befindet sich die VEGA-Sternwarte. Ein- bis zweimal die Woche können Besucher an einer öffentlichen Führung teilnehmen.

Doch einfach so auf den Himmel losgelassen werden die Besucher nicht. Gegen 22 Uhr gibt es einen Crashkurs zu unserem Sonnensystem, unserer Galaxie und deren Geschichte.

Eine kurze Geschichte der Astronomie

Der Himmel hat schon frühere Hochkulturen fasziniert und ist für sie ein Kalender gewesen, der das Jahr in vier Teile geteilt hat. Die Menschen haben den Himmel beobachtet und bemerkt, dass die Sonne im Frühjahr und im Herbst einen gewissen Punkt am Horizont anstrebt. „Das war wichtig, weil die Leute ja die Aussaat und Ernte bestimmen mussten“, erklärt der Vortragende der Arbeitsgemeinschaft Astronomie. So dienten Megalithen wie Stonehenge bereits zur Bestimmung des Datums. Wenn etwa die Sonne genau zwischen zwei bestimmten Steinen aufgeht, ist es Zeit für die Aussaat. Das war die erste Verbindung, wo der Mensch den Himmel gebraucht hat.

„Die älteste Aufzeichnung des Himmels fand man auf der Himmelsscheibe von Nebra.“ Die in Deutschland gefundene Scheibe zeigt einen Sichelmond, Vollmond, und das Siebengestirn, ein offener Sternhaufen. Wenn ebendiese Plejaden, der Sternhaufen, bei zunehmendem Sichelmond stehen, ist Herbst und damit Erntezeit. Das haben die Menschen verwendet.

In das Wirrwarr der Sterne wollten die Menschen Ordnung bringen. Mit gedachten Linien hat man die Sterne verbunden und Figuren dargestellt. Die Griechen bauten ihre Mythen an den Himmel. So wusste jeder, wovon man spricht. Jeder alte Kulturkreis hat andere Sternbilder verwendet.

Vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild

Anfangs glaubten die Menschen noch, dass die Erde von Sonne, Mond und Sternen in Kreisbahnen umkreist wird. Diese Annahme des geozentrischen Weltbildes hat sich sehr lange gehalten. Dabei spielte vor allem die Kirche eine Rolle. Die Erde sei der Mittelpunkt des Universums, weil der Mensch die Krone der Schöpfung ist.

Bis der Astronom Nikolaus Kopernikus feststellte, dass dazu keine mathematische Rechnung aufging. Johannes Kepler war ein Anhänger von Kopernikus. Mit seinem ersten von drei Keplerschen Gesetzen definiert Keppler, dass die Planeten sich auf elliptischen Bahnen um die Sonne bewegen. Mit der Ellipse geht die Rechnung plötzlich auf. Das keplersche Gesetzt wird auch heute noch in der Raumfahrt verwendet.

An diesem Mittwochabend dominiert der Mond den Himmel. Der Saturn geht erst weit nach Mitternacht auf und ist nicht zu sehen. Alle Sterne, die man sieht, sind Sonnen. Diese leuchtenden Gaskugeln führen meist Planeten mit sich, sogenannte Exoplaneten. Planeten entstehen, wenn sich ein Stern bildet. Sie sind eigentlich ein Abfallprodukt bei einer Sternentstehung. 1923 hat man sich darauf geeinigt, dass auf der Nordhalbkugel der Sternenhimmel der Griechen verwendet wird. Deswegen ist an diesem Abend etwa der große Bär, das Sternbild, in dem auch der Große Wagen vorkommt, zu sehen. Auch der Stern Vega, von dem die Sternwarte ihren Namen hat, ist zu sehen.

Sonne, Roter Riese und Zwergstern

Unser Stern ist unsere Sonne. Doch wie bildet sich eine Sonne? Die meisten entstehen aus einem Nebel aus Staub und Gas, einem interstellaren Nebel. Dieser Staub verdichtet sich und klumpt zusammen. In Millionen von Jahren bilden sich größere Körper aus diesen Klumpen. Je größer dieser Brocken, desto mehr Gravitation hat der Körper und zieht wiederum mehr Klumpen an und wird noch schneller noch größer. Letztendlich bilden sich größere Planeten und irgendwann beginnt die Sonne zu leuchten. Der Druck und die Temperatur sind im Inneren so hoch, dass Wasserstoff zu Helium verschmilzt und ungeheuer viel Energie freisetzt.

Die Sonne hat eine Lebensdauer von etwa 14 Milliarden Jahren. Jetzt hat sie circa 5 Milliarden Jahre hinter sich. Wenn die Sonne altert, wird der Wasserstoff weniger. Das Helium fängt an, zu brennen, die Sonne dehnt sich aus und wird mit 10 Milliarden Jahren ein Roter Riese. Dann kollabiert sie, stößt ihre äußere Hülle nach außen ab und es bleibt ein weißer Zwergstern übrig.

Aber was hat das jetzt mit uns zu tun? Leben auf der Erde ist in etwa vor vier Milliarden Jahren entstanden. Wie lange das Leben auf der Erde weitergeht, ist von der Sonne abhängig. Der Zeitraum des Menschen entspricht nur einem dünnen Strich auf dem Zeitbalken der Sonne. In einer Milliarde Jahren erhöht sich die Temperatur auf der Erde um 30 Grad. Und in 2 Milliarden Jahren gibt es eine Temperaturerhöhung von 100 Grad. Da gibt es kaum Wasser. Wie sich das Leben weiterentwickelt, kann man nicht voraussagen. Doch bei plus 30 Grad wird es wahrscheinlich kaum mehr Leben geben. Der Mensch hat also nur eine begrenzte Zeit im Lebenslauf der Sonne.

Pluto, der Zwergplanet

Während früher die Kinder in der Schule noch neun Planeten lernten, sind es heute nur noch acht. Pluto zählt mittlerweile zur Gruppe der Zwergplaneten. Denn 2005 entdecken Forscher den Zwergplaneten Eris. Mit der Zeit werden noch sieben weitere Zwergplaneten entdeckt. Damit wäre das Sonnensystem sehr groß geworden. Die internationale astronomische Union führte deswegen die neue Gruppe der Zwergplaneten ein. Zwergplaneten haben keine eigene Bahn, sondern fliegen etwa mit anderem Schotter um die Sonne. Planeten haben hingegen eine eigene Umlaufbahn.

Die Entstehung des Mondes

Woher kommt der Mond? Die gängige Meinung ist, dass in der Frühzeit der Erde diese mit einem Planetoiden in Marsgröße kollidiert ist. Das Material für den zukünftigen Mond hat es dabei weggeschleudert und ist dann um die neu geformte Erde gekreist. Innerhalb von einer Millionen Jahre hat sich der Mond formiert. Begründet wird die Theorie mit dem übergroßen Eisenkern der Erde, der vermuten lässt, dass sich der Eisenkern der Erde mit dem des Planetoiden vereint haben. Ein positiver Nebeneffekt ist das dadurch sehr starke Magnetfeld der Erde, das die kosmische Strahlung ablenkt.

Unsere Galaxie, die Milchstraße

Wo ist unser Sonnensystem überhaupt? Wir bewegen uns in unserer Heimatgalaxie der Milchstraße. Diese hat 100 Lichtjahre Durchmesser und zählt rund 300 Milliarden Sterne. Die kosmische Entfernung wird in Lichtjahren gemessen. Licht legt fast 300.000 km in der Sekunde zurück. Ein Lichtjahr zählt damit 9,5 Billionen Kilometer. In der Praxis bedeutet dies, dass man beim Blick in den Himmel immer in die Vergangenheit sieht. Schaut man auf den Mars durchs Fernroher, sieht man ihn wie er vor 20 Minuten ausgesehen hat. Die nächste Galaxie ist bereits 2,8 Millionen Jahre alt, wenn man sie erblickt. Denn den Ist-Zustand sieht man nicht - immer nur die Vergangenheit, weil das Licht diese enormen Entfernungen überbrücken muss.

In der Stunde bis Mitternacht stehen die Gäste dann auf dem Dach der Sternwarte und in der geöffneten Kuppel mit einem Auge am Teleskop. Zu sehen sind zwei kleine Punkte weiße Punkte auf schwarzem Hintergrund, die in Wahrheit so viel größer sind - und die Mondoberfläche mit ihren Kratern. Die Bilder der Astrofotografen sehen die Besucher erst nach dem „echten“ Sternegucken. Denn unser Auge sieht in der Nacht keine Farben. Der Weltraum ist jedoch bunt. Astrofotografie fängt die Farben ein und zeigt die Schönheit der Sterne wie wir sie mit bloßem Auge nicht erkennen können.

ce

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