Erfolg für das LKA Salzburg

Doppelschlag gegen organisierten Drogenschmuggel

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gesicherte Gegenstände

Wien/Salzburg - Zwei kriminelle Banden konnten durch internationale Ermittlungen des LKA Salzburg und des Bundeskriminalamt entlarvt werden. Sie hatten enorme Mengen an Drogen nach Salzburg geschmuggelt:

Der erste Fall beschäftigt die Polizei seit 2016: in länderübergreifenden Ermittlungen wurde eine international organisierte Tätergruppierung aufgespürt, die sich auf Suchtgifthandel und Schleppungen von Flüchtlingen spezialisiert hat. Die Bande organisierte vornehmlich groß angelegte Schleppungen, im Zuge derer auch Suchtmittel geschmuggelt wurden. Die Aktivitäten der kriminellen Vereinigung erstreckten sich von Tschechien über Ungarn bis nach Österreich und Deutschland

Im Oktober 2016 wurde daher ein internationales Ermittlerteam gegründet, das aus Ermittlern der Landeskriminalämter Salzburg, Burgenland und Wien und unter der Koordination des BK und den zuständigen Staatsanwaltschaften in Tschechien und Österreich, bestand. Im Verlauf der Ermittlungen wurde das Ausmaß der kriminellen Verbindung klar. 

Komplexe Ermittlungen führen zu Drahtzieher

Die Ermittlungen gestalteten sich jedoch teilweise sehr schwierig, da oftmals Rufnummern nach nur wenigen Tagen getauscht, gängige Internetkommunikationskanäle benutzt und wichtige Inhalte nur bei persönlichen Treffen besprochen wurden. Weiters konnten operative Maßnahmen gegen die Führungsebene der Organisation nur temporär erfolgen, da diese Beschuldigten nahezu ständig in verschiedene Länder (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Polen, Slowakei, Tschechien, Ukraine, Ungarn) reisten. 

Mitte Mai 2017 konnte dann ein Schmuggelfahrzeug mit polnischem Kennzeichen angehalten werden, in dem circa 8,5 Kilogramm Suchtmittel versteckt waren. Auf Grund der Aussagen der Festgenommenen wird dem Kopf der Organisation, einem 55-jährigen, aus Afghanistan stammenden niederländischen Staatsangehörigen, die Einfuhr und Verkauf von zumindest 95 Kilogramm Cannabis vorgeworfen. 

Der Drogenkoffer stellt nur einen kleinen Teil der beschlagnahmten Suchtgifte dar.

Die Suchtmittel wurden in der Ukraine produziert und anschließend an die Zieladressen geliefert. Die Lieferungen erfolgten meist mit polnischen Lieferwägen. Ein weiterer Fahrer zeigte sich geständig bereits Mitte 2016 eine solche Kurierfahrt an die tschechisch-österreichische Grenze unternommen zu haben. 

Im Rahmen der gesamten Operation gegen diese kriminelle Organisation konnten insgesamt 54 Beschuldigte festgenommen, der gewinnbringende Handel mit 367 Kilogramm Cannabiskraut nachgewiesen sowie 64,5 Kilogramm Cannabis, etwa ein Kilogramm Cannabisharz, 200 Gramm Crystal Meth und geringe Mengen Kokain, Speed und Ecstasy sichergestellt werden. Davon wurden 45 Kilogramm Cannabiskraut, 900 Gramm Cannabisharz und geringe Mengen Kokain in Salzburg beschlagnahmt sowie 21 Festnahmen durchgeführt. 

Als Drogenumschlagplatz fungierte eine Wohnung im Bahnhofsviertel. Erschwerend in dieser Amtshandlung zeigte sich die enorme sprachliche Diversität der Verdächtigen (16 Sprachen) sowie die Überwachung von Datenübermittlungen im Bereich der sogenannten Messenger-Dienste, mit denen sich die beteiligten Beamten konfrontiert sahen. Sämtliche Beschuldigte wurden bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Eisenstadt zur Anzeige gebracht. Teilweise wurden bereits Gerichtsverfahren durchgeführt und einige Beschuldigte zu Haftstrafen verurteilt.

Zwei Festnahmen im Bereich der Rockerkriminalität 

Im Rahmen einer weiteren Operation wurden insgesamt 22 Beschuldigte wegen Suchtgifthandels festgenommen. Weitere Täter werden mittels EU-Haftbefehl gesucht. Der Tätergruppierung mit Mitgliedern verschiedener Nationalitäten konnte der gewinnbringende Handel von circa 15 Kilogramm Amphetamin, 10 Kilogramm Cannabisprodukten, 4.000 Stück Ecstasy-Tabletten und 3,5 Kilogramm Kokain im Verkaufswert von rund 740.000 Euro nachgewiesen werden. 

Im Laufe der Ermittlungen konnten 8 Kilogramm Amphetamin, 4 Kilogramm Cannabisprodukte,500 Gramm Kokain, 250 Stück Ecstasy-Tabletten sowie geringe Mengen Liquid Ecstasy und Heroin sichergestellt werden. Im Ermittlungszeitraum von Herbst 2016 bis Frühjahr 2018 wurden seitens des LKA Salzburg gemeinsam mit Polizeikräften des Bezirks Zell am See sowie in Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften drei Suchtmittelverteilerringe ausgehoben. 

Deren Geschäftstätigkeit erstreckte sich insbesondere auf das Bundesland Salzburg und in weiterer Folge auch beinahe auf das gesamte Bundesgebiet. Involviert waren auf Täterseite und im Bereich der Ermittlungsbehörden zudem Deutschland und die Niederlande, wobei die aus Deutschland bzw. den Niederlanden stammenden Drahtzieher bzw. Haupttäter dem Bereich der Rockerkriminalität zuzuordnen sind. 

Niederländische Gruppierung sucht Eingang ins Drogengeschäft

Eine Gruppierung aus den Niederlanden versuchte massiv, ausgehend vom Bezirk Zell am See im Bundesland Salzburg und in weiterer Folge Gesamtösterreich in den Drogenhandel einzusteigen beziehungsweise diesen zu organisieren. Die Polizei stellte im Zuge der Ermittlungen 500 Stück Cannabispflanzen in einer Wiener Wohnung sicher, die die Täter bereits ab dem Jahr 2016 angemietet hatten. So gewannen sie vermutlich mehrere 100 Kilogramm Cannabisprodukte und verkauften diese gewinnbringend. 

Auch Drogenkonsumenten überwacht

Neben der Verhaftung der Haupttäter konnten im Ermittlungszeitraum an die 400 Suchtmittelkonsumenten ausgeforscht und angezeigt werden

Bei den Ermittlungen mussten die Beamten feststellen, dass die Drogenkonsumenten stets jünger werden und ein Großteil der Abnehmer nicht nur Cannabisprodukte, sondern auch Amphetamine und Kokain konsumierte. Nach Angaben einiger jugendlichen Konsumenten hatten oder haben diese bereits mit massiven gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 

Durch die erfolgreiche kriminalistische Arbeit der Salzburger Polizei und die hervorragende internationale Vernetzung konnten Beschuldigte aus Österreich, Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Niederlande, Türkei und Suriname ausgeforscht, angezeigt und größtenteils festgenommen werden. Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen und werden fortgesetzt.

Pressemitteilung Pressestelle Landespolizeidirektion Salzburg

Quelle: rosenheim24.de

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