Neuen"SAN-KA" fürs BGL

+

Berchtesgaden - Im Berchtesgadener Land werden für den Rettungsdienst und Krankentransport ab sofort nur noch Allrad-Fahrzeuge beschafft. Zwölf neue Alleskönner stehen schon bereit:

Dank Genehmigung der Krankenkassen und des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) werden für den Rettungsdienst und Krankentransport im Berchtesgadener Land in Zukunft nur noch Allradfahrzeuge beschafft. Das Rote Kreuz hatte bisher nur seine drei Notarzt-Einsatzfahrzeuge (NEF) in Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Freilassing und einen Teil der Rettungs- und Krankenwagen an den Standorten Berchtesgaden und Bad Reichenhall mit Allradantrieb ausgestattet. Bei vielen Einsätzen mit steiler Anfahrt stießen die Rettungsassistenten aber gerade im Winter, wenn nachts der Räumdienst noch nicht unterwegs war, oft an die Grenzen ihrer Nicht-Allrad-Autos. „Denn steile Anfahrten über Forstwege oder verschneite Bergstraßen gibt es nicht nur in Berchtesgaden, sondern auch am Teisenberg oder am Högl“, erklärt Rettungsdienst-Leiter Markus Zekert, der kürzlich einen neuen Krankenwagen (KTW) mit zuschaltbarem Allradantrieb für das Berchtesgadener Land in Roth abgeholt hat.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) beschafft die Fahrzeuge in größeren Stückzahlen für alle im bayerischen Rettungsdienst tätigen Hilfsorganisationen und Unternehmen, wodurch sie wesentlich günstiger werden. Das neue Auto für das Berchtesgadener Land vom Typ „Krankentransportwagen Bayern 2013“ wurde von Ambulanzmobile Schönebeck auf Basis eines Allrad-Ford-Transit ausgebaut, der einer der letzten seiner Art ist, denn ab dem 4. Quartal 2013 kommt mit dem neuen Ford Transit custom im Krankentransport ein komplett neues Fahrzeug zum Einsatz, das optisch auch stark vom bisherigen Modell abweicht.

Die bedarfsweise für das Berchtesgadener Land beschaffte Allrad-Variante basiert weiter auf dem bekannten Allrad-Modell des Ford mit einer Gesamtmasse von dreieinhalb Tonnen, Heckantrieb mit manuell oder automatisch zuschaltbarem Vorderradantrieb sowie 16-Zoll-Bereifung. Weitere Detailänderungen und -verbesserungen finden sich auch im Innenraum: So ist nun statt der Ultraschall-Einparkhilfe (PDC) eine Rückfahrkamera verbaut, die Bedienelemente für Signalanlage und Aufbau wurden in den Armaturenträger verlegt und auf der Mittelkonsole finden nun parallel zwei Bedienhandapparate für Analog- und Digitalfunk Platz. Im Patientenraum kann nun zum Beispiel auch ein Desinfektionstücher-Eimer sicher verstaut werden; der bislang im Deckenstaufach untergebrachte Frühdefi hat jetzt eine feste Montageposition für die Wandhalterung, die Führung des Sicherheitsgurtes für den Tragesessel wurde optimiert und ein Händedesinfektionsmittel-Spender am Klappsitz angebracht. Zur Standard-Ausstattung gehören auch Klimaanlage und Zusatzheizung, Navigations- und Tracking-Technik, Notfallkoffer, Sauerstoff-Inhalationseinheit, Fahrtrage, Tragestuhl, Vakuummatratze und -schienen, Kinderrückhaltesystem für Säuglinge und Kleinkinder von drei bis neun Kilo, ein elektrischer Absauger, eine LED-Innenraumbeleuchtung, eine blaue Nachtbeleuchtung im Patientenraum und ein CD-Radio und eine Multimedia-Schnittstelle.

Über Sinn und Unsinn der Wiedereinführung der vor der bayerischen Gebietsreform gültigen Autokennzeichen kann und darf man geteilter Meinung sein. Im Rahmen der jüngsten Übergabe neuer KTW erhielt jedoch ein Neufahrzeug des BRK-Kreisverbandes Kulmbach mit „SAN-KA 2“ ein absolut passendes amtliches Kennzeichen aus dem ehemaligen Landkreis Stadtsteinach (SAN) in Oberfranken. „Sanka“ ist eine veraltete, aber durchaus in der Bevölkerung noch gebräuchliche (Sammel-) Bezeichnung für Krankenkraftwagen aller Art. Sie hat ihren Ursprung im militärischen Bereich, woKrankenwagen früher als „Sanitätskraftwagen“, abgekürzt „Sankra“ benannt waren, was sich dann im allgemeinen Sprachgebrauch zum „Sanka“ abgeschliffen hat. „Gespannt sein dürfen wir nun auf das erste Fahrzeug mit altem Kennzeichen aus dem in den Landkreis Bad Kissingen aufgegangenen Kreis Bad Brückenau. Denn dieser führte bis zur Gebietsreform das Kennzeichen „BRK“ am Nummernschild“, schmunzelt Zekert.

Pressemitteilung BRK

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser