Zeit für den Moment

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Werner Schmidbauer (l.) ist der „Momentnsammler“. Mit seinem Partner Martin Kälberer war er kürzlich zu Gast in Schönau am Königssee.

Berchtesgaden – Er ist Journalist und Moderator, vielen bekannt aus Funk und Fernsehen. Auch ist Werner Schmidbauer leidenschaftlicher Musiker und seit seinem letzten Album, „Zeit der Deppen“, „Momentnsammler“.

Kürzlich machte er mit seinem neuen Programm Station im Gasthaus Unterstein in Schönau am Königssee. Gelegenheit für ein paar Fragen.

„Nix is so schee wia der Moment“, singen Sie in Ihrem Live-Programm, „Momentnsammler“, mit dem Sie zu Gast in Schönau am Königssee sind. Sind es die Momente, die Ihre Musik bestimmen?

Werner Schmidbauer: Die einen sammeln Plattenspieler, ich sammele Momente. Von den materiellen Dingen kann man, wenn alles vorbei ist, nichts mitnehmen. Die Momente bleiben.

Angefangen hat das mit dem Sammeln an einem jener schönen Abende, als ich mit einem Bekannten an der Mangfall saß, an einem schönen Fleckchen in meinem Heimatort Bad Aibling. Stundenlang kann ich dort sitzen und den Moment genießen. Mein Programm ist aus vielen solchen magischen Momenten entstanden, schönen und weniger schönen. Neben den Momenten habe ich meine kleine Gitarre zur Hand, die ich mir irgendwann einmal für 60 Euro gekauft habe und die mich seitdem begleitet.

„Weil du gehst“ ist eines Ihrer persönlichsten Lieder, das im aktuellen Programm zu finden ist.

In der Tat: Das Lied ist ein Lebensdank an meine Mutter. Meine Mutter ist schwer demenzkrank, stark beeinträchtigt, es ist ein langsamer Abschied von einer Person, die einem sehr nahe steht. Sie geht jeden Tag ein Stück mehr von mir. Das ist ein seltsames Gefühl. Ihr habe ich das Lied gewidmet.

Ihren Partner Martin Kälberer bezeichnen Sie als „musikalischen Maler“.

Wir haben uns damals, als ich einen Live-Musiker brauchte, gesucht und gefunden. In einem Café. Das klingt komisch, ist aber so. Seit über 13 Jahren spielen wir nun zusammen. Ich persönlich komme aus der Folk-Ecke, bin aufgewachsen mit Nash & Young und James Taylor, Martin Kälberer hat an der Musikhochschule in Graz Jazzpiano studiert. Die Mischung macht’s.

Martin redet ungern, den Part übernehme dann ich. Ein „musikalischer Maler“ ist er deshalb, weil es ihm gelingt, etwa einem gewöhnlichen Klampfen-Folk-Lied einen jazzigen Pianolauf zu spendieren. Martin bearbeitet sozusagen die akustische Bleistiftskizze, die ich vorlege, und füllt sie mit farbenreicher Musik.

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