Wirtschaftsminister Zeil intressiert an GATE

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Der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil und der Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, Dr. Michael Vogel, im Gespräch.

Berchtesgaden - Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil hat vergangenen Sonntag Berchtesgaden besucht und zeigte auch großes Interesse am GATE-Projekt.

Neben dem Besuch der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft war es die Galileo Test- und Entwicklungsumgebung (GATE), über die er sich während seiner Stippvisite informierte. Im Nationalpark-Haus Berchtesgaden wurde Zeil von Nationalpark- Leiter Dr. Michael Vogel erwartet, der ihm zunächst das „Haus der Berge“ anhand eines vorläufigen Modells vorstellte. Zuversichtlich zeigte sich Zeil auch im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2018, für deren Ausrichtung sich München beworben hat. „Bei der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft hat Schönau am Königssee bewiesen, dass man olympiabereit ist. Das ist eine erstklassige Visitenkarte. Ich bin optimistisch.“

„Es freut mich, Sie hier in Berchtesgaden begrüßen zu dürfen“, sagte Bürgermeister-Vertreter Bartl Mittner, der die Bedeutung von GATE lobte. Wirtschaftsminister Zeil, seit 2008 Mitglied des Bayerischen Landtags, sprach der Entwicklungsumgebung „weltweite Bedeutung“ zu, angesichts der dort möglichen Anwenderszenarien, die auf immer mehr Zuspruch seitens der Wirtschaft stoßen. Dr. Thomas Birner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, lud Staatsminister Zeil zu einer Präsentation, anhand derer deutlich wurde, was in der Test- und Entwicklungsumgebung derzeit anwenderbezogen umgesetzt wird. Das verfolgte Ziel der Initiative Satellitennavigation Berchtesgadener Land sei es, mit Partnern aus Europa das regionale Entwicklungspotenzial für Satellitennavigations-Anwendungen zu nutzen. Hierzu bedürfe es eines groß angelegten Netzwerks, das man derzeit aufbaue. Über grenzüberschreitende Zusammenarbeit wolle man eine nachhaltige Entwicklung schaffen, sagte Birner, der eine regionale Wertschöpfung durch Technologieentwicklung erreichen möchte. „Auch Taiwan hat bereits Interesse an der Technik bekundet“. GATE soll Mitte des Jahres eine Zertifizierung als Freifeld-Testeinrichtung erhalten, so Lars Holstein, Pressesprecher der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land.

Die Möglichkeiten würden dadurch gesteigert. Unglücklich zeigte sich Holstein angesichts der teils negativen Presse über den GATE-Start Anfang Februar, das Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer offiziell eröffnet hatte. „Wir müssen öffentlichwirksam erläutern, warum die Kosten für das Galileo- System in den letzten Jahren deutlich angestiegen sind“. Mit Galileo wettbewerbsfähig zu werden, sei das angestrebte Ziel. Bereits 2002 hatte es erste Studien zu GATE gegeben. „Seitdem die Entwicklungsumgebung 2008 in Betrieb gegangen ist, konnten wir bereits 13 Testkampagnen durchführen“. Noch 2011 hat sich die Europäische Weltraumorganisation ESA für eine Testkampagne in Berchtesgaden angekündigt, um die simulierten Galileo-Signale in Echtzeit auf die Probe zu stellen.

Gerd Waizmann (l.) von proTime gab Einblicke in die Technologie von GATE, Lars Holstein von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land verlangte nach zusätzlicher Öffentlichwirksamkeit.

Die bereits absolvierten Testkampagnen beschäftigten sich etwa mit der Galileo-basierten Echtzeitunterstützung für Sicherheits- und Rettungskräfte – ein Service, der in Zukunft Rettungsteams in Notsituationen zur Verfügung stehen könnte - ob Lage-Darstellung, Sichtung der Verletzten oder „Tracking“ der Einsatzkräfte. Bei „SafeNav“ etwa wird die Sicherheit im Straßenverkehr auf die Probe gestellt. Dort wird der Frage nachgegangen, wie insbesondere bei Gefahrguttransporten eine erhöhte Sicherheit stattfinden kann. „Welche technischen Möglichkeiten sind nötig und wie können diese kombiniert und standardisiert werden“, fragte Gerd Waizmann vom Technologie-Entwickler proTime, der Staatsminister Zeil Einblicke in die dem System zugrunde liegende Technologie gewähren ließ. Ein sich bereits bewährtes Produkt, das die Galileo-Technik im GATE nutzt, ist der AlpenRanger, ein mobiles Besucherinformationssystem im Nationalpark Berchtesgaden, mit dem der Nutzer automatisch standortabhängige Informationen auf einem Handy-ähnlichen PDA erhält. Nicht nur Veranstaltungsinformationen werden dort angezeigt, auch Fahrplanauskünfte, Zielentfernungen, Notruffunktionen sowie die Darstellung des eigenen Standortes sind umsetzbar. „Den AlpenRanger gibt es in abgewandelter Form auch in anderen Nationalparks“, so Waizmann, der besonderes Augenmerk dem EuRegio- Kleinprojekt „Machbarkeitsanalyse Gesundheits- und Wanderregion Salzalpen“ zukommen ließ. Hier soll eine Positionierung und Profilierung des Berchtesgadener Landes als Gesundheits- und Wanderregion stattfinden.

Auch die Nutzer des derzeit im Aufbau befindlichen Schülerforschungszentrums in Berchtesgaden werden GATE nutzen, so Waizmann. Staatsminister Martin Zeil zeigte sich angesichts der Präsentation angetan und sagte zu, weitere Unterstützung zu prüfen. „Bei der Zusammenarbeit werden wir sicher einen Weg finden“, so das abschließende Fazit des Bayerischen Wirtschaftsministers.

kp

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