Windschnittig muss er sein

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Die deutschen Kufencracks bei BMW in München.

München/Königssee - Die Kufencracks des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland testen ihr Material im Windkanal der BMW-Group in München.

Seit über 20 Jahren kommen die deutschen Rennrodel- und Bobathleten mit ihren Sportgeräten zu Tests in den Windkanal der BMW Group. In diesen Sportarten, in denen Hundertstel- oder sogar Tausendstelsekunden über den Sieg entscheiden, ist die Messgenauigkeit, die der BMW Group Windkanal bietet, vielleicht sogar „Gold wert“.

Den Rennrodlern geht es bei den diesjährigen Tests im BMW Group Windkanal vor allem um die optimale Ausrüstung. Bei Fahrzeugen machen Form und Oberfläche 40 Prozent des Luftwiderstands aus. Das erklärt, warum die Rennrodler auch Material und Form ihrer Anzüge und Rennschuhe aerodynamisch testen. Daneben geht es natürlich um Schlitten und Körperhaltung. Hans Kerschbaum, der Leiter Aerodynamik bei der BMW Group, erläutert: „Die aerodynamischen Prinzipien gelten für alle Tests. Wichtig für die Tests der Sportler ist die Messgenauigkeit, die unser Windkanal bietet. Und wir sind stolz, wenn wir einen Beitrag zu olympischen Erfolgen leisten können.“

Mit 19 Jahren bereits zweimal Weltmeister: Felix Loch aus Schönau am Königssee.

Die steigenden Geschwindigkeiten auf den Eisbahnen dieser Welt machen für Bobfahrer und Rennrodler eine optimale Windschlüpfrigkeit immer mehr zum Erfolgsfaktor. Die kommende Saison ist besonders wichtig, entscheidet sich doch hier die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2010 in Whistler nahe Vancouver (Kanada). Felix Loch, der mit 19 Jahren bereits zweimaliger Rodelweltmeister, ist voller Vorfreude auf seine ersten Olympischen Spiele: „Olympische Spiele sind für uns Sportler einfach das Größte.“

Auch für die Bobsportler ist die Aerodynamik ihres Sportgeräts entscheidend. Deshalb werden die Bobs permanent weiterentwickelt. Und Windkanaltests zeigen dann die Erfolge. Die Stirnfläche eines Bobs ist dabei natürlich wesentlich geringer als bei einem Auto und eher mit einem Motorrad vergleichbar, der Strömungswiderstandskoeffizient, kurz CW-Wert, ist aber etwas höher als bei aktuellen Fahrzeugen. Beispielsweise hat der aktuelle BMW 3er einen CW-Wert von 0,26, ein Bob liegt bei ca. 0,32 bis 0,35. Schon Veränderungen im Tausendstelbereich des CW-Werts können aber bei Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h über Gold, Silber, Bronze oder Blech entscheiden. Karl Angerer, der in der vergangenen Saison seine beiden ersten Weltcupsiege feiern konnte: „Ich teste einen neuen Viererbob und bin sehr gespannt, was die Ergebnisse hier bei BMW zeigen. Diesen Bob wollen wir nämlich ganz gezielt für Whistler weiter entwickeln.“

Die Messungen im BMW Group Windkanal machen dafür selbst feinste Unterschiede sofort sichtbar. Die Waage unter den Kufen erfasst auch kleine Abweichungen im Auf- oder Abtrieb, das heißt Unterschiede im Grammbereich.

Wie erfolgreich die Tests im Windkanal waren, wird sich erst im kommenden Winter zeigen, wenn die Sportler in die Olympia-Saison starten.

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