„Wichtige Projekte auch ohne Olympia“

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Selbst bei der Olympia-Party am Königssee vor Ort, zeigte sich Hans Metzenleitner vor der Entscheidung noch zuversichtlich.

Berchtesgadener Land - „Die Olympischen Spiele 2018 wären eine große Chance für München, Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgadener Land gewesen", sind sich die Verantwortlichen der SPD im Landkreis einig.

"Aber Spiele dorthin zu vergeben, wo im Wesentlichen alles vorhanden ist und sich der Landschaftsverbrauch in engen Grenzen hält, ist offensichtlich nicht das vorrangige Kriterium bei der Vergabe durch die IOC-Funktionäre gewesen. Deshalb bedauern wir die Entscheidung des IOC. Jetzt kommt es darauf an, die wichtigen Projekte für unseren Landkreis auch ohne Olympia 2018 voranzutreiben“, resümierten der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Hans Metzenleitner, und der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger unmittelbar nach der Entscheidung für Pyeongchang als Austragungsort.

„Der Aufbau eines modernen öffentlichen Verkehrsnetzes steht für uns weiterhin im Mittelpunkt. Auch ohne Sondermittel muss sich hier in den nächsten Jahren entscheidend etwas bewegen“, waren sich die beiden Sozialdemokraten aus Bischofswiesen und Piding einig. Allerdings sei auch klar, dass nicht jede Planung, die in den letzten Monaten mit dem Etikett „Olympia“ versehen worden sei, auch tatsächlich sinnvoll ist. „Warum es unbedingt notwendig war, kurz vor der Entscheidung in Durban das fragwürdige Projekt Kirchholz- und Stadtbergtunnel aus der Versenkung zu heben, ist völlig unklar. Jetzt ist Zeit, Energie und Geld für eine Maßnahme investiert worden, die mit den Spielen ohnehin nichts zu tun hatte und die nun wieder ohne Finanzierung völlig in der Luft hängt“, stellte Hans Metzenleitner fest.

„Auch die Olympischen Spiele hätten sicher nicht alle Probleme des Tourismus im Berchtesgadener Land gelöst“, zeigte sich Roman Niederberger überzeugt. Umso wichtiger sei es nun, weiter an einer nachhaltigen Stärkung für die heimische Struktur zu arbeiten. „Wir müssen über unsere Touristik-Dachmarke das Berchtesgadener Land als einzigartige Natur- und Kulturlandschaft vermarkten und auf unsere einzigartigen Stärken setzen. Dabei kommt neben dem Spitzensport einem gut ausgebauten Radnetz eine mindestens ebenso große Bedeutung zu“, war sich Hans Metzenleitner sicher.

„Die Zustimmung für die Bewerbung war genau wie in der Bevölkerung auch in der SPD nicht einhellig. Insbesondere die Kritik an der Kommerzialisierung der Spiele, dem Gebaren des IOC und der fehlenden Nutzung der Sportstätten im Landkreis Traunstein ist berechtigt und nachvollziehbar“, erklärten die Vertreter der Kreis-SPD. Es bleibe aber abzuwarten, ob dem von Kritikern oft genannten „Großen Ganzen“ besser gedient sei mit Spielen in Südkorea. „Ob es mit diesem Austragungsort weniger CO2-Ausstoß, mehr Bürgerbeteiligung und weniger nur kurz genutzte Neubauten mit entsprechender Flächenversiegelung gibt, wage ich gelinde gesagt zu bezweifeln“, meinte Hans Metzenleitner.

„Auch ohne Sondermittel für Olympische Spiele muss es bei den entscheidenden Projekten für unseren Landkreis – guter öffentlicher Verkehr, bessere Infrastruktur besonders bei Bildung und Betreuung, eine echte Energiewende - vorangehen. Dafür werden wir uns als SPD im Berchtesgadener Land weiter auf allen Ebenen einsetzen“, erklärten Roman Niederberger und Hans Metzenleitner abschließend.

Pressemitteilung SPD BGL

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