Olympia: "Zu weit aus dem Fenster gelehnt"

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„Da kommt auch nichts mehr auf uns zu. Das finanzielle Risiko für den Landkreis liegt bei 0,0 Prozent.“ – das sagte Landrat Georg Grabner noch im Februar.

Berchtesgaden - Landrat Grabner war sich eigentlich sicher, dass die Kosten für die Olympia-Bewerbung nicht mehr als 112.000 Euro kosten würden. Jetzt wurden es 278.000 Euro!

112.000 Euro habe die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele von München für das Jahr 2018 für den Landkreis Berchtesgadener Land ausgemacht. „Da kommt auch nichts mehr auf uns zu. Das finanzielle Risiko für den Landkreis liegt bei 0,0 Prozent.“ - das sagte Landrat Georg Grabner noch im Februar dieses Jahres. 278.400 Euro sind es nun geworden, eine Verdreifachung der ursprünglichen Summe. „Zu weit aus dem Fenster gelehnt“ habe man sich, so die offizielle Stellungnahme seitens der Pressestelle des Landratsamtes Berchtesgadener Land. Schuld sei eigentlich nur die Bewerbungsgesellschaft. Diese habe nämlich falsche Zahlen übermittelt, denn: "Der Landrat hatte die Information, 112.000 Euro seien jene vom Landkreis zu tragenden finanziellen Mittel", so Andreas Bratzdrum. Und dabei hätte es bleiben sollen.

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„Die Auskünfte basierten auf den Informationen, die wir von der Bewerbungsgesellschaft München 2018 erhalten hatten“, so Bratzdrum rückblickend. Bedauerlich sei es, dass die Zahlen nicht stimmten. Eine Erklärung schiebt der Landratsmann nach: Nicht alle Sponsorenmittel, die anfangs versprochen waren, konnten eingeworben werden. Der Landrat habe sich auf die Zahlen der Bewerbungsgesellschaft einfach verlassen. Eine Irreführung der Öffentlichkeit? „Nein“, sagt Bratzdrum. Die falschen Zahlen ließen nichts Besseres zu.

Immerhin sei die Budget-Erhöhung der Bewerbungsgesellschaft von 30 auf 33 Millionen Euro vom Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München getragen worden. „Landrat Georg Grabner hat der Erhöhung der finanziellen Mittel nur zugestimmt, wenn der Landkreis nichts davon begleichen muss.“ Diesem Versprechen sei man nachgekommen. Dass sich der Bürger an der Nase herumgeführt fühlt, ist selbst mit schönen Worten nicht abzuändern. In Zukunft gelobe man aber deutliche Besserung. „Mit Zahlen wird der Landrat in Zukunft vorsichtiger umgehen“, so der Pressemann. An den 278.000 Euro für den Landkreis ändert dies nichts.

kp

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