Wasserkraftnutzung an der Salzach

Surheim - Die Bürgermeister von Laufen und Saaldorf-Surheim informierten die JU-Ortsverbände über den aktuellen Sachstand der Wasserkraftnutzung an der Salzach.

Die Bürgermeister der Stadt Laufen, Hans Feil, und der Gemeinde Saaldorf-Surheim, Ludwig Nutz, informierten die JU-Ortsverbände Laufen Freilassing/Saaldorf-Surheim über den aktuellen Sachstand der Wasserkraftnutzung an der Salzach. In der anschließenden regen Diskussion wurden die Vorteile und Nachteile der Wasserkraftnutzung erörtert, wobei ein klares Votum pro Wasserkraft abgegeben wurde. Die Politik muss nach Meinung der Jungen Union (JU) jetzt die Weichen für die Energieversorgung der kommenden Generationen stellen. Vor dem Hintergrund des baldigen unausweichlichen Atomausstiegs und der damit verbundenen Energieverknappung sei es nach Ansicht der JU höchste Zeit regenerative Energiealternativen ernsthaft anzupacken. Mit diesen Worten leitete Maximilian Lederer, JU-Ortsvorsitzender aus Surheim, das Informationsgespräch der JU Laufen und JU Freilassing/Saaldorf-Surheim zum „aktuellen Sachstand der Wasserkraftnutzung an der Salzach“ zusammen mit den Bürgermeistern Hans Feil und Ludwig Nutz ein. Laut einer Greenpeace-Studie sei die Nutzung von Wasserkraft mit 6,5 Cent pro erzeugter Kilowattstunde (kWh) die billigste Energieform in Deutschland, daher sei es nur logisch und konsequent diese Art der Energiegewinnung zu forcieren. In dem genannten Preis seien bereits Kosten für mögliche Umweltschäden, die Erzeugerpreise und eine staatliche Förderung mit eingerechnet. An zweiter Stelle bei den Erzeugerpreisen stehe die Windkraft mit 7,6 Cent pro kWh, gefolgt von Kohlekraft mit 12,1 Cent pro kWh und der Atomkraft mit 12,8 Cent pro kWh, hob Lederer den wirtschaftlichen Aspekt in seiner Einführung hervor.

Bürgermeister Hans Feil ging zuerst auf die Entwicklungen der Wasserkraftnutzung an der Salzach ein. Er stellte heraus, dass einzig und allein die Österreichisch- Bayerischen Kraftwerke (ÖBK) die Konzession zum Kraftwerksbau am Grenzfluss Salzach haben. An den ÖBK sind auf österreichischer Seite die Verbund AG und auf deutscher Seite die E.ON AG mit jeweils 50 Prozent beteiligt. Diese beiden Unternehmen haben das Vorrecht zur Wasserkraftnutzung an der Salzach. Seit Jahren stellen sich das bayerische Umweltministerium, als oberste zuständige Behörde, sowie das Wasserwirtschaftsamt, als untergeordnete Behörde, bei einer möglichen Wasserkraftnutzung quer. Aufgrund dieser Blockadehaltung forderte der stellvertretende JU-Ortsvorsitzende Thomas Reiter-Hiebl aus Freilassing, dass in diesen beiden Behörden personelle Konsequenzen gezogen werden müssten, wenn eine mögliche Wasserkraftnutzung von behördlicher Seite nicht endlich in die vorliegenden Planungen mit aufgenommen werde. „Diese Behörden arbeiten konsequent gegen die Interessen der Kommunalpolitik und der Bürgerinnen und Bürger im nördlichen Landkreis“, zeigte sich Thomas Reiter-Hiebl verärgert.

Bürgermeister Ludwig Nutz erörterte nochmals im Detail die ursprüngliche Problementwicklung und betonte, dass die Gemeinde Saaldorf-Surheim und sein Gemeinderat schon seit Jahrzehnten eine Wasserkraftnutzung an der Salzach favorisieren. Daher wurde auch vor kurzem eine Resolution an das bayerische Umweltministerium verfasst, in welcher die Aufnahme einer Wasserkraftnutzung in das Planfeststellungsverfahren gefordert wird. Nutz begründete diese Forderung damit, die propagierte Energiewende auch in die Tat umzusetzen. Er zeigte eine Karte der geplanten Salzachsanierung mit den eingezeichneten Sohlschwellen vor. An zwei Punkten wäre eine Wasserkraftnutzung, welche sich optimal ins Landschaftsbild einfüge, leicht realisierbar, so der Saaldorf-Surheimer Bürgermeister. Sogar an der bereits bestehenden Sohlschwelle auf Höhe Triebenbach, sei laut Experten ein nachträglicher Bau eines Kraftwerks möglich, führte Nutz weiter aus.

Nach der Darstellung des aktuellen Sachstands wurden die Vorteile und Nachteile einer Wasserkraftnutzung an der Salzach diskutiert. Severin Surrer aus Laufen sagte, dass eine dezentrale Energiegewinnung auf jeden Fall zu bevorzugen sei, damit könne man auch die missliebigen Hochspannungsleitungen quer durch die Bundesrepublik vermeiden. Genau dies wäre mit einem Wasserkraftwerk an der Junge Union Berchtesgadener Land Salzach für unseren Landkreis möglich. Ebenfalls müssen nach Meinung der JU die jeweiligen Stärken der möglichen, umsetzbaren Energieformen direkt vor Ort genutzt werden.

Heinz Neuhofer aus Freilassing fragte nach den konkreten Vorteilen einer Wasserkraftnutzung an der Salzach. Ludwig Nutz nannte den geringeren Flächenverbrauch Beständigkeit bei der Energiegewinnung durch Wasserkraft. Vor allem stellte er noch heraus, dass mit der bisher geplanten Salzachsanierung nicht nur über 50 Hektar Salzachauwaldflächen zerstört, sondern darüber hinaus die Kraft der Salzach vernichtet werde, anstatt sie zu nutzen. Des Weiteren sind auch Gewerbesteuereinnahmen durch ein Kraftwerk an der Salzach gegeben. bei der bisher geplanten Salzachsanierung, sowie

Im Rahmen der Diskussion stellte Bürgermeister Hans Feil den JU-Mitgliedern einige schon verwirklichte Kraftwerkstypen in Österreich vor, welche sich auf eine sehr ansprechende Art in die Landschaft einfügen, sodass sie kaum auffallen.

Dies griff Andreas Thanbichler aus Leobendorf auf und sagte, dass die Wasserkraftgegner nur ein einziges Argument, den Eingriff in die Natur, haben. Dieses relativiere sich jedoch wieder, wenn man bedenke, welch reichhaltige Fauna und Flora sich nach einem Kraftwerksbau in den beruhigten Gewässern rund um die Salzach bilden könne. Dieser Sachverhalt sei vor allem an den Kraftwerken entlang des Inns zu beobachten, ergänzte Thanbichler.

immensen Vorteile eine Wasserkraftnutzung der Salzach habe: sie sei nicht nur regenerativ, sondern darüber hinaus alt-erprobt sowie konstant vorhanden. Auch sei seiner Ansicht nach nur durch solche Leuchtturmprojekte die angestrebte Energieautarkie des Landkreises bis 2030 zu erreichen, denn nicht jeder Privathaushalt könne sich Photovoltaikzellen auf seinem Dach leisten. Auch der erhöhte Energiebedarf der Industrie dürfe nicht vergessen werden, welcher nur durch solche Projekte gedeckt werden kann. Somit müsse man nun endlich die bestehenden Hindernisse überwinden und einen ernsthaften Schritt in Richtung regenerative Energien in Form der Wasserkraftnutzung an der Salzach machen, so das abschließende Fazit des JU-Ortsvorsitzenden aus Laufen.

Pressemeldung Junge Union Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © dpa

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