Vorbildliche Borkenkäferbekämpfung

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Roland Baier, Anne Franke und Marie-Luise Thierauf beim Besuch im Nationalpark.

Berchtesgaden - Die Borkenkäferbekämpfung ist vor allem im Nationalpark Berchtesgaden immer schwer diskutiert. Grüne-Politiker haben sich jetzt vor Ort ein Bild davon gemacht.

Bei einer Wanderung im Nationalpark informierte kürzlich der stellvertretende Nationalpark-Leiter Roland Baier die Grüne Landtagsabgeordnete Anne Franke und ihre Mitarbeiterin Sabine Ponath sowie die Kreisvorsitzenden Marie-Luise Thierauf und Bernhard Zimmer über das aktuelle Vorkommen des Borkenkäfers (Buchdrucker) im Park.

Seit Anfang Mai sind sieben Mitarbeiter des Nationalparks Berchtesgaden in der rund 2000 Hektar großen Borkenkäfer-Bekämpfungszone unterwegs, um Fichten, die vom Borkenkäfer befallen wurden, frühzeitig zu entdecken. Ziel der Maßnahmen ist die Verhinderung des Befalls benachbarter Wirtschaftswälder. Die Informationen über die Anzahl der befallenen Bäume sowie das Entwicklungsstadium der Käfer werden an den Revierleiter weiter gegeben, der die sofortige Aufarbeitung veranlasst.

Alle befallenen Bäume werden gefällt und aufgearbeitet. Die Bringung erfolgt je nach Erschließung des Waldes über mobile Seilbahntrassen, Schlepper oder auch dem Hubschrauber. Das geschlagene Holz wird dann nach Informationen von Roland Baier an holzverarbeitende Betriebe verkauft. Der immense finanzielle und personelle Aufwand für die Borkenkäferüberwachung und die -bekämpfung werde vom Freistaat getragen.

Die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit den Menschen vor Ort sei besonders wichtig. Dies gilt vor allem für die Nationalparkvorgabe „Natur Natur sein lassen“ und die damit einhergehende vom Menschen unbeeinflusste Borkenkäferentwicklung außerhalb der Bekämpfungszone. Baier: „Wenn Naturvorgänge im Tod von Bäumen oder nicht genutzten Ressourcen enden oder sich das gewohnte Waldbild rasch ändert ist dies meist schwer zu akzeptieren. Eine große Herausforderung der Umweltbildung liegt heute darin, hierfür Verständnis zu schaffen und den Wert natürlicher Abläufe zu vermitteln.“

Ein weiterer Teil der langfristigen Strategie zur Stabilisierung der Wälder im Nationalpark ist die Fortführung des konsequenten Waldumbaus in der Pflegezone durch Verringerung des zu hohen Fichtenanteils durch Einbringen von Tanne und Buche hin zum naturnahen und plenterwaldartigen Bergmischwald. Erste Erfolge wurden bereits durch die Waldinventur aufgezeigt, denn der Anteil von Fichten habe seit 1997 um rund 20 Prozent abgenommen, während der Anteil an Bergahorn über Naturverjüngung verdoppelt wurde. Baier weiter: „Diese gemischten Jungwälder mit Tanne, Buche, Fichte und Edellaubbäumen sind das Wichtigste, was wir heute den kommenden Generationen im Wald hinterlassen. Diese Wälder werden deutlich stabiler und schützen unsere Kinder dauerhaft vor Lawinen oder Hochwasser, selbst beim Klimawandel.“

Die Abgeordnete Anne Franke zeigte sich beeindruckt vom Einsatz des Nationalparkteams: "Hier wird das Maximum geleistet, um die Borkenkäferplage einzudämmen und auf eine nachhaltige Waldwirtschaft umzustellen."

Pressemitteilung Landtagsbüro Anne Franke

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