Volksmusik in Reinkultur

Die „Brandlalm Musi“ hatte traditionelles Volksmusik-Gut in petto.

Schönau am Königssee – 2009 war es der 90. Geburtstag des Altbürgermeisters von Schönau am Königssee, Georg Eder, der Anlass für ein volksmusikalisches Großereignis bot, das den Freunden der Musik noch lange im Gedächtnis bleiben sollte.

„Da Herbst geht dahi…“ hieß es dann auch dieses Jahr, im Gasthaus Unterstein. Zwar ohne den Altbürgermeister, aber in vergleichbar beflügelter Art und Weise. Sechs Volksmusik-Gruppierungen, beinahe drei Stunden Unterhaltung. Veranstaltet wurde das musikalische Zusammentreffen vom CSU-Ortsverband Schönau am Königssee.

„Das war ein schöner Abend“, so brachte es ein Einheimischer auf den Punkt. „Wie die allesamt gespielt und gesungen haben – einmalig“, lautete das Fazit des Mittsechzigers, bekennender Volksmusik-Freund, selbst dem Instrumentenspiel verfallen.

„Brandlalm Musi“, „Tenglinger Sänger“, „Hirschberg Zithermusi“, „Stoaberg Sängerinnen“, „Viergesang Hamberger/Öttl“ sowie die „Harfenmusi Weiß-Maller-Huber“ gestalteten den Abend musikalisch, in ihrer ganz eigenen Weise. So, dass jene, die lauschten, das unterhaltende Moment am eigenen Leib zu spüren bekamen. Der Fuß wippte im Takt, die Handinnenfläche schlugen – dem Rhythmus entsprechend – auf den Oberschenkel und wenn man ganz genau zuhörte, vernahm man auch ein paar Stimmen aus dem Publikum, Vertraute der „Stoaberg Sängerinnen“ etwa, mit Textkenntnissen, die in aller Stille, aber immer noch gut hörbar, die Liedtexte erklingen ließen.

Volksmusik in Reinkultur

Ein insgesamt stimmiges Bild schälte sich aus dem Verlauf des Abends – abwechselnde volksmusikalische Komponenten, vom Gesang über das reine Instrumentenspiel, stellten die Zuhörerschaft zufrieden. Viele Gäste waren anwesend, einige Besucher aus dem Österreichischen, aus Traunstein. Neben dem musikalischen Part war es Moderator Bernhard Lochner, der durch den Abend führte, der sich dem dem Ende zuneigenden Festjahr 2010 abermals widmete, in die Vergangenheit blickte.

Eine Rückschau stimmte er an, das Leben auf der Alm - historisch betrachtet – erhielt einen besonderen Stellenwert in der Moderationsfolge. Immer wieder eine nette Geschichte, es gab ausreichend Gelegenheiten zum Lachen, dann fiel der Fokus wieder auf das Geschichtliche, auf die Geschichte Berchtesgadens und dessen Nachbargemeinden.

So waren es etwa die Tenglinger Sänger, aus Waging am See stammend, die vor allem der im Saal vertretenen Damenwelt zusagten. „Diese Bassstimme“, flüstert eine Dame am Tisch. Den Satz nicht zu Ende bringend, wird sofort klar, was sie sagen wollte. An diesem Abend bekam man vergleichbare Sätze häufig zu hören, etwa als die „Hirschberg Zithermusi“ aufspielte, später die „Harfenmusi Weiß-Maller-Huber“, ganz dem entsprechenden Instrument ergeben, das unter dem fingerfertigen Spiel der Musiker und Musikerinnen zum Erklingen gebracht wurde.

Die Vielfalt machte den Abend aus, die Stimmung bestimmte den Fortgang des volksmusikalischen Stelldicheins. Da war es kein Wunder, dass das Auditorium nach weiteren Zugaben verlangte. Der Applaus war tosend, „Zugabe“-Appelle, „bitte mehr davon“. Zugaben wurden nicht verwehrt, man freute sich über den Zuspruch des Publikums, bedankte sich in Form weiterer musikalischer Einlagen. Auf ein Wiedersehen, spätestens im nächsten Herbst.

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