16 Verletzte und viel Rauch

Bischofswiesen - Es war kurz nach sieben, als am Dienstagabend im Medical Park Loipl der Alarm losging - Explosion im Neubau auf der Intensivstation.

Während das interne Notfallteam begann, die ersten Patienten aus den verrauchten Räumlichkeiten zu evakuieren, rückten innerhalb von sieben Minuten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bischofswiesen an, dicht gefolgt vom BRK aus Berchtesgaden und Bad Reichenhall. Die Feuerwehrmänner legten die Atemschutzgeräte an und übernahmen die Rettung der Patienten aus der mittlerweile total verrauchten Intensivstation.

"Nach zehn Minuten waren alle 16 verletzten Personen aus dem Gebäude evakuiert", resümierte Einsatzleiter Josef Walch. "Die Übung ist aus meiner Sicht gut verlaufen." Vor allem, weil die Einsatzkräfte die Möglichkeit nutzten, gemeindeübergreifend zu üben. "Insgesamt waren 90 Einsatzkräfte vor Ort. Wir wurden von den Feuerwehren aus Berchtesgaden und Ramsau unterstützt."

Die Zusammenarbeit habe gut funktioniert, so Walch weiter. Die Führungspersonen der einzelnen Organisationen seien durch Westen kenntlich gemacht, so könne man die Aufgaben schnell verteilen. "Natürlich kann man immer was verbessern. Die Evakuierung in die anliegende Turnhalle beispielsweise ist im Ernstfall eher nicht möglich, aber für das Übungsgeschehen war sie optimal."

Große Einsatzübung in Bischofswiesen

"Wir haben Platz für 138 Patienten", erklärte der Verwaltungsleiter des Medical Park Loipl, Guido Lenz. "Für den Brandfall sind wir vorbereitet, wie der Gesetzgeber es verlangt. All unsere Stationen sind in mehrere Brandabschnitte unterteilt. In den ersten Abschnitt können wir einen Teil der Patienten noch evakuieren, dann sind wir auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen." Das wurde auch bei der Übung deutlich. "Natürlich wollen wir unsere Patienten im Brandfall schützen und evakuieren, aber auch unsere Mitarbeiter. Deshalb war es nach einer gewissen Zeit wegen des vielen Rauches nicht mehr möglich, noch etwas zu unternehmen."

Genau da kam die Feuerwehr Bischofswiesen, für die diese Übung sehr wichtig war. "Es ist ein schwieriges Objekt am Ortsrand von Bischofswiesen", veranschaulichte Walch. "Wir sind an der Grenze der zehn Minuten-Frist, die wir einhalten müssen." Alleine sei eine komplette Betreuung gar nicht möglich, die Unterstützung der umliegenden Wehren sei nötig. "Wir können den Erstangriff leisten, dann brauchen wir die Ablöse für die Atemschutzträger aus Berchtesgaden oder Ramsau."

"Für uns war diese Übung eine große Erleichterung", schloß Lenz. "Wir sitzen hier oben auf dem Berg und es ist gut zu wissen, dass die Kameraden nach neun Miunten vor Ort sein können. Das ist die Zeitspanne, in der wir uns selbst behelfen können, danach sind wir auf die Feuerwehr angewiesen, die das offensichtlich auch sicherstellen kann."

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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